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Stormarn Endlich! Reinfeld stellt Hundeklos am Herrenteich auf
Lokales Stormarn Endlich! Reinfeld stellt Hundeklos am Herrenteich auf
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09:11 18.03.2016
Die Beutelspender sollen auch in Reinfeld für saubere Straßen sorgen. Quelle: Holger Marohn
Reinfeld

Mit Einführung des Hundegesetzes Schleswig-Holstein hat die Diskussion neue Nahrung bekommen. Aber die Reinfelder haben noch keine Strategie, wie sie das Gesetz umsetzen wollen.

„Den Beweis zu führen, ist halt sehr schwierig“, soll ein Hundehalter zur Rechenschaft gezogen werden. Andrea Eichstädt vom Reinfelder Ordnungsamt berichtet, dass die Stadt zwar nach ihrer Straßenreinigungssatzung in Verbindung mit dem Straßen- und Wegegesetz schon immer die Möglichkeit der Ahndung hatte, aber nie davon Gebrauch gemacht habe. „Wir haben kein Konzept, die Regelung umzusetzen. Vielleicht müssen wir uns auf die Lauer legen.“

Allerdings waren Politik und Verwaltung nicht untätig. Sie wollen reagieren auf die Beschwerden. Noch in diesem Jahr sollen Hundeklos, also Abfallbehälter und Beutelspender, aufgestellt werden, wie es sie schon einmal gab. Das Geld dafür sei im neuen Haushalt eingeplant. „Die fehlen in der Tat“, sagt Hundehalterin Petra Sinning. Sie nimmt bei ihren Spaziergängen die Notdurft ihres sechs Monate alten Hawanesen „Sammy“ zwar immer auf, weiß aber bei ihren Spaziergängen am Herrenteich nicht, wohin damit: „In Wesenberg und in Ratzbek ist das besser gelöst.“

Vor zehn Jahren standen schon einmal Kotbeutel-Spender am Herrenteich. Die seien dann aber wieder abgebaut worden, weil sie ständig demoliert wurden. Seither kehren Beschwerden und Mahnungen der Stadt in fast jährlicher Regelmäßigkeit wieder. Hundekot, so die Verwaltung, gelte als Abfall. Es könne daher von einer illegalen Abfallentsorgung gesprochen werden, wenn Hundebesitzer den auf öffentlichen Flächen hinterlassenen Kot nicht in einem Abfallbehälter entsorgten. Illegale Abfallentsorgung stelle eine Ordnungswidrigkeit dar.

„Es gibt aber Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen einen Assistenzhund brauchen, einen Blindenführhund und andere Assistenzhunde. Die könnten oftmals den Kot ihres vierbeinigen Helfers nicht wieder einsammeln“, weiß LN-Leser Reinhard Voßhagen aus seinem persönlichen Umfeld. Diese Menschen würden dafür öfter angepöbelt, obwohl gerade sie darauf achteten, dass sich ihre Tiere nicht auf dem Bürgersteig lösen. Der Leser fürchtet Anzeigen. „Mir sind keine Ausnahmen von der Pflicht zur Entfernung der Hinterlassenschaften bekannt“, sagt Andrea Eichstädt vom Ordnungsamt. Bei einer solchen Anzeige müsse wohl im Einzelfall entschieden werden.

Einen Aufschrei der Empörung gab es vor zwei Jahren, als dann noch Pferdeäpfel hinzukamen. Der Unmut war umso größer, weil der Wanderweg am Herrenteich nicht als Reitweg ausgewiesen ist. Wer die Pferdeäpfel seines Tieres liegen lässt, „verunreinigt die Straße übermäßig“, warnte die Verwaltung. Die Hinterlassenschaften müssten entfernt werden. Wenigstens bei den Reitern scheint das gewirkt zu haben. „Seither“, sagt Andrea Eichstädt, „sind solche Fälle nicht mehr bekannt geworden.“

Dafür kämpft die Ordnungsbehörde nun an anderer Front gegen die Hinterlassenschaften — von Lastwagenfahrern im Gewerbegebiet an der Autobahn. Die sind schon beobachtet worden, wie sie ihr Geschäft mitten auf der Wiese verrichteten. Noch ist die Stadt nicht wegen öffentlichen Urinierens eingeschritten. Das allgemeine Verwarngeld für eine solche „grob ungehörige Handlung“, wie es aus der Kreisverwaltung heißt, liege bei 35 Euro, ähnlich wie bei nicht entfernten Hundekothaufen. Allerdings „mit Spielraum nach oben“. Und die Polizei würde gleich kassieren.

Saubermachen in der Stadt und im Gewerbgebiet

Auch in Reinfeld sollen möglichst viele freiwillige Helfer an der Aktion „Unser sauberes Schleswig Holstein“ teilnehmen. Treffpunkt für alle Müllsammler ist morgen, 19. März, um 10 Uhr auf der Seepromenade am Herrenteich. Hinterher gibt‘s Chilli con Carne vom Roten Kreuz. Aber nicht nur Privatmenschen leisten einen Beitrag für eine saubere Stadt. In dieser Woche sind Firmen und Verbände im Gewerbegebiet neben der Autobahn zur Tat geschritten. Die Abfallwirtschaft Südholstein stellte einen Müllcontainer und Müllsäcke zur Verfügung. Die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft, verantwortlich für das Gewerbegebiet Weddern, ließ ebenfalls reinigen. McDonalds beseitigte die Hinterlassenschaften einiger seiner Gäste.

Von Uwe Krog

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