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Stormarn Endlich Gewissheit im Reinfelder Alten- und Pflegeheim
Lokales Stormarn Endlich Gewissheit im Reinfelder Alten- und Pflegeheim
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18:16 24.12.2015
Reinfelder Pflegedienstleiterin Mandy Ziemann (links) und Heimleiterin Beatrix Raum-Sicker wollen sich über ihren alten Arbeitgeber nicht beklagen. Aber durch den Verkauf an „interpares“ beginne jetzt ein neuer Abschnitt. Quelle: Uwe Krog

Seit drei Jahren wohnt Wilfried Krumm (78) nun schon im Reinfelder Asklepios-Pflegeheim. Sein Leben, naja, einen schweren Unfall hatte er. Von dem hat er sich nie ganz erholt. Und auch sonst lief für den langjährigen Tenor im Arion- und im Reinfelder Kammerchor nicht immer alles glatt. „Aber hier“, sagt er, „habe ich endlich meine Ruhe gefunden.“ Dann klopft es an der Tür und ein freundlicher Altenpfleger fragt nach seinem Befinden.

Die Stimmung vor diesem Weihnachtsfest am Waldrand im Kaliskaweg wirkt entspannt. Weg die Angst der Bewohner um den eigenen Heimplatz. Weg die Angst des Personals um den Arbeitsplatz.

Zum 1. Januar übernimmt die „Ahrensburg plus Reinfeld Betriebsgesellschaft mit beschränkter Haftung“ als Tochter der Firma „inter pares“ die Geschäfte in beiden Städten. Der Name sei erstmal nur ein Arbeitstitel, gibt ihr Geschäftsführer Christian Potthoff in Berlin zu verstehen. Die Kaufverträge mit dem Vorgänger Asklepios sind unterzeichnet. Es wird an beiden Orten neu- und umgebaut. „Niemand wird ausziehen müssen. Alle behalten ihre Arbeitsplätze.“ Das Unternehmen habe großes Interesse daran, das Personal zu behalten. „Endlich Gewissheit“, reagiert Heimleiterin Beatrix Raum-Sicker erleichtert. „Endlich eine Entscheidung“. Pflegedienstleiterin Mandy Ziemann spricht von einer „Entwicklung, die alle nach vorne bringt“. Etwa zwei Jahre dauerte die Unsicherheit über die Zukunft des Reinfelder wie des Ahrensburger Asklepios-Pflegeheimes. „Eine Hängepartie“, sagt Sozialdemokratin Margot Sinning, die Vorsitzende des Stormarner Sozial- und Gesundheitsausschusses.

Die Asklepios-Gruppe, die im Jahr 2001 mit dem Oldesloer Kreiskrankenhaus auch die beiden Pflegeheime vom Kreis mit übernommen hatte und sie seit längerem wieder abstoßen wollte, habe die Heime bundesweit ausgeschrieben. Aber die Großen der Branche hätten kein Interesse an derart renovierungsbedürftigen Objekten wie die beiden Stormarner Heime.

„Die ,inter pares‘ ist jetzt der dritte Interessent“, weiß die Politikerin. Und zeigt sie sich von dessen Fähigkeiten überzeugt. Geschäftsführer Potthoff habe einen guten Einblick. „Der hat Ahnung.“

In der Tat arbeitet der Mann nach eigenem Bekunden bereits seit 1977 in der Branche. Zudem wirke er in verschiedenen Verbandsfunktionen. Und er bringt neue Ideen ein in das Projekt. Die hat der Hamburger Architekt Sven Peters den Reinfeldern vor wenigen Tagen im Bauausschuss in seiner Bauvoranfrage schmackhaft gemacht.

Die WOB Immobilien GmbH aus München als Bau-Investor will am Rande von Reinfeld nicht nur die bestehende Pflegeeinrichtung von Grund auf erneuern, es soll zudem eine Anlage in einer Generationen übergreifenden Wohnform entstehen. Gebaut werden zusätzliche Wohnungen für junge Familien — und es soll sogar ein für die Öffentlichkeit zugängliches Restaurant geben.

Gänzlich seien Eingriffe in die benachbarte Natur nicht vermeidbar, weshalb Christdemokrat Lorenz Hartwig auf Ausgleichsflächen drängt — und vor allem, als erfahrener Feuerwehrmann, auf die Anlage eines zweiten Rettungsweges. Einstimmiges Wohlwollen zeigte der Ausschuss für dieses Vorhaben. Und am 8. Januar ist Versammlung für alle am Kaliskaweg. Dann will Geschäftsführer Potthoff den Fortgang der Dinge erläutern. Bewohner Wilfried Krumm bleibt dabei ganz entspannt. Er weiß sich ja sicher aufgehoben.

Schritt für Schritt zum neuen Heim
Architekt Sven Peters, der in Hamburg einen fast baugleichen nur um ein Stockwerk höheren Komplex entwarf, will zunächst nur den Nordflügel des Altbaus im Reinfelder Alten- und Pflegeheim sowie einen westlich gelegenen Verbindungsbau abreißen. Nördlich des verbleibenden Gebäudeteils soll im Laufe des kommenden Jahres ein neues z-förmiges, zweigeschossiges Gebäude für 95 Betten auf zwei Stockwerken errichtet werden. Die jetzigen Bewohner sollen anschließend in den Neubau umziehen und erst danach werden die restlichen Gebäudeteile abgerissen. Einzig das im Keller des Gebäudes befindliche Blockheizkraftwerk wird erhalten. Unterirdisch entsteht auch eine Garage für etwa 70 Fahrzeuge für die Bewohner.

Uwe Krog

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