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Stormarn Endlich: Pölitz bekommt Kunstrasenplatz
Lokales Stormarn Endlich: Pölitz bekommt Kunstrasenplatz
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20:39 02.05.2016
Gestern entfernten Mitarbeiter der Firma Heiler aus Bielefeld schon mal die Grasnarbe des alten Spielfeldes in Pölitz. Quelle: Fotos: von Dahlen

Ein bisschen Wehmut schwang schon mit, als Lars Gellers sah, wie der Bagger die Torpfosten zu Fall brachte. Aber das Ganze diente einem guten Zweck. Statt des alten Sportplatzes bekommt der SSV Pölitz jetzt einen schicken neuen Kunstrasenplatz, sogar mit einer kleinen Zuschauertribüne. Dafür hatten sich Vorstandsbeirat Gellers, Fußballobmann Jens Elschenbroich, Uwe Franke und letztlich auch Bürgermeister Martin Beck eingesetzt.

Auch für die Kicker — hier ein Spiel in der Verbandsliga gegen Rotweiß Moisling — rollt der Ball von ganz alleine auf ein Tor zu. Quelle: LN-Archiv
„Die Eröffnung des Kunstrasenplatzes soll wie ein Dorffest gefeiert werden.“Jens Elschenbroich, Fußballobmann des SSV
Auch für die Kicker — hier ein Spiel in der Verbandsliga gegen Rotweiß Moisling — rollt der Ball von ganz alleine auf ein Tor zu. Quelle: LN-Archiv

Gestern war Baubeginn. Mit dem Stahlschild trugen zwei Planierraupen zunächst die Grasnarbe und schichtweise 20 Zentimeter des darunter liegenden Bodens ab. „Danach wird ein Höhenausgleich vorgenommen“, erklärte Projektleiter Christian Eikmeyer von der Firma Heiler aus Bielefeld. Denn wie sich bei der Geländevermessung herausgestellt habe, weise das alte Spielfeld einen Niveauunterschied von sage und schreibe 80 Zentimetern auf. „Alle hatten aber die gleichen Bedingungen. Nach der Halbzeit wurde ja getauscht. Insofern musste jede Mannschaft mal bergauf spielen“, meinte Eikmeyer ein wenig amüsiert.

Ihm zufolge bekommt der Platz auch eine Drainage. Die fehlte beim Naturrasen völlig. Deshalb war das Spielfeld im Frühjahr und Herbst zuweilen gar nicht bespielbar. Der schlammig-rutschige Untergrund hatte oft zu Verletzungen der Spieler geführt. Wenn der Wasserablauf geregelt ist, wird eine Schottertragschicht aufgebracht und der Platz insgesamt mit Kantsteinen außen eingefasst. Umlaufend wird noch ein Weg gepflastert. An der Böschung zum Vereinshaus hin soll die kleine Tribüne entstehen.

Dass er gestern arbeiten musste, statt die Bauarbeiten verfolgen zu können, hat Jens Elschenbroich ein wenig geärgert. Schließlich war der neue Kunstrasenplatz auch sein „Baby“. Monatelang hatten er und seine Vereinskollegen kräftig mit der Spendendose gerappelt. Schließlich galt es, mehrere Tausend Euro einzuwerben, damit die Fußballer des Clubs künftig bessere Spielbedingungen vorfinden. Wer spendete, erwarb damit automatisch ein symbolisches Stück des neuen Kunstrasens. Viele Privatleute und Gewerbetreibende beteiligten sich im Dezember vorigen Jahres. Den wohl größten Batzen des benötigten Geldes hat aber der Pölitzer und SSV-Begeisterte, Arnold Mählmann, beigetragen. Er gründete eine Stiftung mit einer Einlage von 100 000 Euro, deren Zweck es ist, Projekte des Sportclubs zu fördern. „Auch unser Bürgermeister hat sich sehr eingesetzt. Der Flächennutzungsplan musste ja geändert werden und er hat die gesamte Baubürokratie zur Chefsache gemacht“, sagte Elschenbroich.

Bis in zwei Monaten muss der Pölitzer Verein aber noch eine wichtige Entscheidung fallen: Soll der Kunstrasen mit Gummigranulat oder Kork gefüllt werden? Das Geld würde für erste die Variante reichen. Doch die ist nicht gerade ideal. Laut Elschenbroich heizt sich das Gummi stark auf, verdunkelt immer mehr nach und muss nach einigen Jahren als Sondermüll entsorgt werden. Um Kork einarbeiten zu können, muss der Verein noch einmal sammeln.

Die Investition wird sich aber mehr als lohnen. Denn seit rund zwei Jahren erlebt der SSV Pölitz einen wahren Boom. Die Mitglieder sind inzwischen auf 260 angewachsen, davon allein 125 Jugendliche.

In der Fußballsparte gibt es acht Jugendmannschaften.

Im Verein sind alle schon ganz heiß darauf, den neuen Platz einzuspielen. Das soll am 19. Juli der Fall sein. „Die Eröffnung soll wie ein Dorffest gefeiert werden, zu dem auch ein Fußballspiel mit einer namhaften Mannschaft steigen wird“, kündigt Elschenbroich an.

Von Dorothea von Dahlen

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