Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Endlich ist der Weg frei für Investitionen in Reinfeld
Lokales Stormarn Endlich ist der Weg frei für Investitionen in Reinfeld
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:12 12.10.2017
Bürgermeister Heiko Gerstmann kann wieder lachen: Die Eröffnungsbilanz ist endlich fertig.
Anzeige
Reinfeld

„Dies ist ein guter Tag für Reinfeld“, sagte der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses Lasse Karnatz (SPD). Die Geschichte der Entstehung sei wahrlich kein Ruhmesblatt, schließlich sei der erste Beschluss zur Einführung der Doppik (siehe Infokasten) im Jahr 2009 erfolgt. Entscheidender Fehler sei gewesen, wie viele andere Kommunen auch auf das Ersatzwertverfahren zu setzen. „Die Entscheidung wurde nicht rechtzeitig korrigiert, weder vom jetzigen Bürgermeister noch von seinem Vorgänger“, kritisierte Karnatz. Nur durch erheblichen Einsatz externer Unterstützung sei die Bilanzerstellung zum jetzigen Zeitpunkt möglich gewesen. „Allein hierfür wurde ein hoher sechsstelliger Betrag ausgegeben“, rügte der Ausschussvorsitzende.

Die Eröffnungsbilanz für das Jahr 2010: Lange lag sie wie ein zentnerschwerer Fels in den Mägen der Reinfelder Stadtvertreter und lähmte die Verwaltung. Am Mittwochabend wurde das Zahlenwerk wie auch der Haushalt 2017 jetzt endlich auf den Weg gebracht.

Doppelte Buchführung

Die Doppik beschreibt ein auf der doppelten Buchführung basierendes Rechnungssystem. Charakteristisch ist, dass jede verursachte Buchung mindestens zwei Konten berührt. Ziele der doppelten Buchführung sollen unter anderem eine erhöhte Transparenz für den Bürger, eine effizientere und effektivere öffentliche Leistungserstellung sowie eine verbesserte Steuerung durch Rat und Verwaltung sein.

QUELLE: www.haushaltssteuerung.de

Die Eröffnungsbilanz aber sei nur der erste Schritt. Jetzt gehe es darum, zügig die ebenfalls fehlenden Jahresabschlüsse zu erstellen. Für die Genehmigung des Haushalts 2018 müsse der Jahresabschluss 2016 zeitnah vorgelegt werden. „Davon sind wir weit entfernt“, dämpfte Karnatz allzu freudige Erwartungen. Beschlossen wurde die Eröffnungsbilanz einstimmig.

Ebenfalls einstimmig brachten die Kommunalpolitiker anschließend den Haushalt 2017 auf den Weg, dessen Genehmigung ohne Eröffnungsbilanz aussichtslos gewesen wäre, führte ebenfalls Lasse Karnatz aus.

Positiv sei, dass der Ergebnisplan für 2017 und die Folgejahre ausgeglichen werden konnte. Im Finanzplan sieht der Haushalt eine Million Euro für Investitionen vor. Viel wichtiger als diese seien jedoch der Verpflichtungsermächtigungen, so Karnatz.

Diese sind im Haushalt 2017 mit 19,286 Millionen Euro ausgewiesen. Hinzu kommen 250000 Euro für die Sanierung der Ahrensböker Straße, die nach einem Antrag von Lorenz Hartwig (CDU) erst in der Sitzung beschlossen wurden. Im Haushalt 2017 ist der Stellenplan enthalten, der um 1,63 Stellen erhöht wurde.

Mit zwei Enthaltungen bei 13 Ja-Stimmen ermächtigten die Stadtverordneten Bürgermeister Heiko Gerstmann für den Abschluss einer Eisenbahnkreuzungsvereinbarung (Straßenüberführung). Zurück in den Hauptausschuss verwiesen sie dagegen einstimmig die Neufassung der Richtlinien für Ehrungen, Ehrengaben und Zuwendungen.

Dem vorausgegangen war eine Frage im Rahmen der Einwohnerfragezeit. „Ich bin traurig, dass Sie nichts mehr für Ehrenamtler über haben. Das Ehrenamt sollte man in Ehren halten“, klagte Hannelore Jung mit Verweis auf einen LN-Artikel vom Sitzungstag. Um nicht an Blumen und kleine Präsente für verdiente Bürger sparen zu müssen, machte sie in Richtung des Bürgermeisters Heiko Gerstmann einen äußerst kecken Vorschlag für Sparmaßnahmen an anderer Stelle: „Warum schicken Sie nicht einen Gärtner mit Blumen bei Jubilaren vorbei? Dann könnten Sie arbeiten. Sie suchen doch Mitarbeiter.“

Bilanzsumme von 38,1 Millionen

Für die Eröffnungsbilanz 2010 wurden das Vermögen und die Schulden der Karpfenstadt Reinfeld bewertet. Die Ergebnisse: Bilanzsumme 38,1 Millionen Euro, Anlagevermögen 31,2 Millionen Euro, Eigenkapital 11,1 Millionen Euro, Sonderposten 15,2 Millionen Euro.

Der Haushalt 2017 enthält folgende Verpflichtungsermächtigungen: Bahnquerung für Fahrzeuge (7,5 Millionen Euro), Fußgängerquerung von der Holländerkoppel zum Bahnhof (2 Millionen), Neubau Rettungszentrum (3,5 Millionen), Sanierung Matthias-Claudius-Schule (6,4 Millionen), Sanierung Sportplatz (850000 Euro), städtischer Anteil für die Sanierung der Ahrensböker Straße von der Neuhöfer Straße bis zur Einmündung der Paul-von-Schoenaich-Straße (250000 Euro) in Reinfeld.

Gegenüber dem ersten Entwurf haben sich folgende Änderungen ergeben: Die Sportplatzsanierung (Kunstrasen/Lärmschutz) wird als Verpflichtungsermächtigung von 2018 auf 2017 vorgezogen. Die Sanierung der Toiletten auf dem Marktplatz in Reinfeld wird von 2019 auf 2018 vorgezogen. Auf Investitionen für Fahrzeugbeschaffungen will Reinfeld in Zukunft verzichten und stattdessen Fahrzeuge lieber leasen. pd

Petra Dreu

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Johannes-Gutenberg-Schule in Bargteheide lädt alle interessierten Eltern am Freitag, den 3. November, von 16 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Tür in die Grundschule ein.

12.10.2017

Nach Maßgabe der neuen Landesregierung ist es den Schulen künftig freigestellt, das Abitur nach zwölf oder 13 Schuljahren anzubieten.

12.10.2017

Achtung, Vollsperrung in den Herbstferien: Die Stadt Ahrensburg wird auf der Strecke Lübecker Straße, Am Alten Markt und Große Straße zwischen Woldenhorn und der ...

12.10.2017
Anzeige