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Stormarn Endspurt der Kandidaten: Wer hat bessere Argumente?
Lokales Stormarn Endspurt der Kandidaten: Wer hat bessere Argumente?
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11:52 16.06.2016
Wer wird Bad Oldesloe regieren? Jörg Lembke (r., parteilos) und Jörg Feldmann (CDU) stellten sich letztmalig einem Test. Quelle: Dorothea von Dahlen

Welches war für Sie das einschneidendste Erlebnis im Wahlkampf?

 

Jörg Feldmann: Das war für mich in den Hölk-Hochhäusern. Da habe ich wie in anderen Gebieten Besuche gemacht. Dort besteht dringend Handlungsbedarf. Die Unterbringung dort empfinde ich als menschenunwürdig. Sie finden vollgekotete und verschimmelte Matratzen auf den Ballustraden, fehlende Beleuchtung. Da muss etwas geschehen.

Jörg Lembke: Erlebnisse dieser extrem negativen Art hatte ich nicht. Was mir aufgefallen ist, war, dass Bad Oldesloe so große Höhenunterschiede hat. Das war mir wirklich nicht bewusst.

Wenn man durch die ganze Stadt wandert und zu jedem Briefkasten, dann bekommt man Mitleid mit den Briefträgern. Was mir aufgefallen ist, dass die Bürger ortsbezogen sehr unterschiedlich interessiert sind.

Wo sind Sie unschlagbar? Weshalb sollte man Sie und nicht Ihren Mitbewerber wählen?

Lembke: Ich glaube, der allergrößte Vorteil ist meine Fähigkeit konsensual zu wirken, insbesondere im Bereich der Politik.,Menschen unterschiedlicher Meinungen zu einem gemeinsamen Ergebnis zu bewegen. Das ist mir überall gelungen, wo ich gewirkt habe und ich gehe davon aus, dass das auch hier gelingen kann. Ich weiß, dass das Oldesloer Parkett schwieriger ist, dass hier alte Animositäten sind, die schwer aufzubrechen sind.

Feldmann: Ich bringe nicht nur eine Polizeiausbildung für den höheren Dienst mit, sondern auch zwingend notwendige Wirtschaftskontakte für Bad Oldesloe aus meiner Zeit als Präsident der Polizeihochschule, wo ich mit der Hamburger Handelskammer zusammengearbeitet habe und jetzt aus den letzten drei Jahren beim Fraunhofer-Institut. Wirtschaft ist für mich das ganz zentrale Thema der Kreisstadtentwicklung und diese Kontakte muss ich nicht erst aufbauen, ich habe sie bereits. Dazu kommt ein umfangreiches politisches Netzwerk über Parteigrenzen hinweg, das es mir ermöglicht, Probleme, die nicht allein in Bad Oldesloe gelöst werden können, in anderen Gremien voranzubringen.

Nur eines ermöglicht der Etat. Was wählen Sie: Sportförderung, einen Bürgerbeauftragten oder Senkung der Kita-Kosten?

Feldmann: Eindeutig die Sportförderung, auch wenn ich selbst die Diskussion über die Kindertagesstätten-Kosten ins Spiel gebracht habe. Ich bin für Sportförderung, weil sie viel mehr Menschen in der Stadt betrifft in allen Altersklassen, weil Sport eine Integrationsfunktion für Bad Oldesloe hat und ein wesentlicher Bestandteil des von mir geforderten Kreisstadtprofils ist. Sport trägt im präventiven Bereich zur Gesundheit bei, zur Integration von Menschen und ist deshalb der Bereich, wo das Geld am besten angelegt ist.

Lembke: Das ist ein Punkt, da schließe ich mich uneingeschränkt an. Zum einen sollte man die Verwaltung nicht durch zusätzliche Stellen aufblähen. Ich glaube, Bürgerbeauftragte kann man auch über Ehrenamtliche abdecken. Bei den Kita-Kosten ist das Problem, wenn man eine Summe x zur Verfügung hat, dass man nach dem Gießkannenprinzip arbeiten muss und am Ende auch nicht viel übrig bleibt.

Auch wenn es schöner wäre, eine angenehmere Kostenstruktur für Eltern zu haben. Bei der Sportförderung sehe ich es genau so, nicht nur, weil ich aus dem Sport komme und weiß, wie groß die Not bei den Vereinen ist, sondern weil Sport eine integrierende Funktion hat.

Was war Ihre Strategie, um Jungwähler zu mobilisieren?

Lembke: Ich habe sehr viele Gespräche mit jungen Menschen geführt und viele wussten nicht einmal, dass sie Erstwähler sind. Viele waren auch relativ desinteressiert, sie haben alles mit der Landes- und Bundespolitik in einen Topf geworfen. Deshalb habe ich den Jungwählern versucht klar zu machen, warum es wichtig ist, sich mit der Entscheidung für oder gegen einen Bürgermeister auseinanderzusetzen, dass es um das geht, was sie unmittelbar betrifft. Beispielsweise die Ausstattung ihrer Schule, ihrer Sportplätze oder Turnhallen oder auch ganz simpel die Frage, wie sieht es mit Jugendzentren aus. Das hat dazu geführt, dass viele gesagt haben, ich mache mich schlau, wer der beste ist.

Feldmann: Bei mir gab es keine besondere Strategie, Jungwähler zu gewinnen. Ich habe einfach meine Kontakte, die sich ergaben in der Fußgängerzone, an Abenden bei Veranstaltungen oder bei Hausbesuchen so genommen, wie sie kamen. Für mich ist jeder Wähler gleich viel wert. Für mich war entscheidend zu hören, was sie vom neuen Bürgermeister erwarten.

Wie stehen Sie dazu, Senioren und Gehbehinderten den Zugang zur Innenstadt zu erleichtern?

Feldmann: Das Problem des Zugangs zur Innenstadt ist oft angesprochen worden. Ich kann das gut nachvollziehen und finde, da besteht dringender Handlungsbedarf. Menschen, die mit Rollatoren unterwegs sind, die sich nicht mehr so gut bewegen können wie ein junger Sportler, haben einen genauso hohen Anspruch, jedes Geschäft und jede Einrichtung ohne Behinderung erreichen zu können. Wo diese Hindernisse bestehen, muss dringend nachgebessert werden.

Lembke: Ich will mal beginnen mit den Leuten, die in den Ortsteilen wohnen. Da ist mir oft mitgeteilt worden, dass die Abstimmung im öffentlichen Nahverkehr nach Bad Oldesloe sehr unglücklich ist, vor allem für die, die darauf angewiesen sind. Züge fahren im Bahnhof ein, im selben Moment fährt auch der Bus los. Innerhalb der Innenstadt würde ich mir wünschen, dass sie an vielen Stellen besser begehbar wäre – auch für Blinde und Sehbehinderte.

Welche Veranstaltung würden Sie gern im neuen Kultur- und Bildungszentrum besuchen?

Lembke: Bei freier Auswahl würde ich mir ein Konzert von Bodo Wartke wünschen. Mein Lieblingskünstler kommt aus Bad Schwartau. Ich finde, er ist ein wunderbarer Künstler, der intelligente Texte auf die Bühne bringt und an seinem Klavier virtuos unterwegs ist.

Feldmann: Ich bin ja Anhänger vom politischen Kabarett. Wenn es mit örtlichen Künstlern möglich ist, ja. Ansonsten könnte ich mir ein Gastspiel von Alma Hoppes Lustspielhaus in Bad Oldesloe vorstellen. Es ist von der Breite der Themen und vom Wortspiel gekennzeichnet.

Neuer Urnengang, neues Glück

Die Stichwahl für die Bürgermeisterwahlen in Bad Oldesloe ist am Sonntag, 19. Juni. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wer seinen Wahlschein vom ersten Urnengang nicht mehr hat, kann auch mit Personalausweis sein Kreuzchen machen. Die Stichwahl ist nötig, weil am 5. Juni keiner der insgesamt vier Kandidaten die absolute Mehrheit errungen hat, also mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Jörg Lembke erzielte 39,7 Prozent, Jörg Feldmann 27,1 Prozent der Stimmen. dvd

 Dorothea von Dahlen

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