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Stormarn Enttäuschte Volksparteien - Stormarns Liberale und Grüne frohlocken
Lokales Stormarn Enttäuschte Volksparteien - Stormarns Liberale und Grüne frohlocken
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10:55 26.09.2017
Jörg Feldmann, CDU Bad Oldesloe.
Bad Oldesloe

Versteinerte Mienen bei der Oldesloer CDU bei Bekanntgabe der Prognose. "Das ist eine Ohrfeige", sagt Stadtverbands-Vorsitzender Jörg Feldmann bei der Wahlparty in der Weinwelt27 in der Hindenburgstraße. "Wir haben aber so ein Ergebnis befürchtet", sagt Feldmann. "Es ist ein deutliches Zeichen gegen die Große Koalition." Dass so viele AfD-Abgeordnete im neuen Bundestag sitzen, sei erschreckend. Entscheidend sei die Flüchtlingspolitik gewesen, die sehr emotional und kaum sachlich geführt wurde.

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Landrat Dr. Henning Görtz (CDU) sagte: “Ich bin ziemlich überrascht, dass die AfD noch stärker abgeschnitten hat als befürchtet, und keiner hat mit so großen CDU-Verlusten gerechnet. Das zeigt zum einen, dass die Meinungsumfragen ziemlich daneben gelegen haben, und zum anderen, dass der Wähler selbstbewusst ist und sich unabhängig von den Umfragen entscheidet. Sehr bedauerlich finde ich, dass die SPD sich sofort für die Opposition entschieden hat, das ist eine zu schnelle Entscheidung gleich nach der Wahl.“

Kreispräsident Hans-Werner Harmuth (CDU), ebenfalls aus Bargteheide: „Die Prognose hat mich etwas schockiert, das sind doch dramatische Verluste bei den großen Parteien, und die AfD ist zu stark. Enttäuschend ist auch das sehr schnelle Signal, dass die SPD nicht mehr mitmacht und in die Opposition will. Das wird langwierige Prozesse der Regierungsbildung geben.“

Im Landeshaus in Kiel frohlockte dagegen Anita Klahn, FDP-Landtagsabgeordnete aus Bad Oldesloe und Stormarns Kreisvorsitzende. "Wir sind sehr zufrieden mit dem zweistelligen Ergebnis. Das ist ein deutliches Votum und klarer Auftrag." Beim Koalitionspoker setzt sie auf das Verhandlungsgeschick von Wolfgang Kubicki - wenngleich eine Jamaika-Koaliton im Bund wohl schwieriger umzusetzen sei als in Kiel.

Das sieht auch Benjamin Stukenberg so, Kreisvorsitzender der Stormarner Grünen. In erster Linie freut er sich jedoch über das überraschend gute Ergebnis der Grünen im Bund und auch auf lokaler Ebene. In Ahrensburg etwa dürften die Grünen wieder bei 13 bis 14 Prozent landen. "Ein Super-Ergebnis für uns und sogar noch besser als beim letzten Mal", sagte Stukenberg auf der Wahlparty im Bargteheider Bahnhof. "Ein großer Wermutstropfen ist jedoch der Einzug der AfD mit so vielen Abgeordneten."

Für die  SPD läuft es indes nach Ende der großen Koalition auf die Opposition hinaus. "Die Staatsräson verlangt, dass die AfD nicht Oppositionsführer wird", sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Habersaat aus Reinbek, der auf der Wahlparty der Bundestagsabgeordneten Nina Scheer in Geesthacht weilte. Aber er gehe jede Wette ein, dass die AfD am Ende der Legislaturperiode nicht mehr mit dem gleichen Personal im Bundestag vertreten ist wie zu Beginn. Das Ergebnis der eigenen Partei sei indes natürlich besorgniserregend. An Martin Schulz habe es nicht gelegen, schließlich habe die SPD mit ihm an der Spitze viele neue Mitglieder gewonnen.

"Es ist eigentlich schade, dass die Wahlbeteiligung so gering ist", sagte Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann. Als SPD-Mitglied "schmeckt mir das Ergebnis überhaupt nicht". Er habe auch die Sorge, dass der Ton im Bundestag künftig rauer werde: "Auch wenn ich davon nicht begeistetert bin, aber das ist Demokratie."  

mc, ba, mt

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