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Stormarn Erdbeerhof Glantz eröffnet „rote Saison“
Lokales Stormarn Erdbeerhof Glantz eröffnet „rote Saison“
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20:30 03.05.2016
Janne Friederike Meyer und Enno Glantz haben die Erdbeersaison in Delingsdorf eröffnet. Quelle: Fotos: Bettina Albrod
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Delingsdorf

Die „rote Saison“ ist eröffnet: Am Dienstag hat Enno Glantz vom Erdbeerhof Glantz in Delingsdorf offiziell die Erdbeer-Saison eingeläutet.

Olympia-Reiterin

Janne Friederike Meyer reitet seit ihrer frühen Kindheit. Derzeit trainiert sie für die Olympischen Spiele im August in Rio de Janeiro. 2011 wurde sie mit der Sportplakette des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet, 2012 zu Schleswig-Holsteins Sportlerin des Jahres gewählt.

Mit dabei waren Olympia-Springreiterin Janne Friederike Meyer und die Erdbeer-Frühsorte „Flair“. Die ist bisher noch eine Zugereiste, denn die ersten Erdbeeren werden derzeit im Schwestergut von Delingsdorf in Hohen Wieschendorf in Mecklenburg-Vorpommern reif. „Die Erdbeeren werden dort in Folien-Tunneln im geschützten Anbau geerntet“, erklärte Glantz. „An der Küste haben wir weniger Nachtfröste, die die Erdbeeren bedrohen.“ Bald sollen auch die Stormarner Früchte folgen.

„Die Witterung macht es uns in diesem Jahr schwer“, so Glantz weiter. Ein paar Tage strenger Frost im Februar, dann der Kälteeinbruch vergangene Woche — das setzt den Erdbeerpflanzen zu, die je nach Wetterbericht schnell mit Vlies zugedeckt werden müssen, um nicht zu erfrieren. „Wir mussten die Beeren schon achtmal abdecken“, berichtete Glantz. „Ein paar Schäden gibt es, dieses Jahr erwarten wir eine durchschnittliche Ernte. Die Qualität der Erdbeeren ist aber sehr gut.“ Gut ist auch die Nachricht für Kunden: Die Erdbeeren kosten so viel wie im letzten Jahr und liegen derzeit bei 3,90 Euro pro Pfund. „Wir sind ein witterungsabhängiger Betrieb“, so Glantz weiter, „wenn es viele Erdbeeren gibt, sinken die Preise.“

Züchtungen machen es möglich, dass man mittlerweile dreieinhalb Monate lang Erdbeeren essen kann. „Neue Kulturen verlängern die Saison“, freut sich Glantz. Mit „Flair“, „Honeyone“, „Sonata“ und „Malwina“ landen bekannte Sorten auf dem Teller, neu ist in Delingsdorf in diesem Jahr der Anbau der Sorte „Faith“. Erdbeer-Liebhaber können die Früchte mittlerweile von Mai bis Mitte August genießen. Die werden in Delingsdorf längst nicht nur unter die (Sahne-)Haube gebracht, sondern dekorieren den Lachs-Wrap, umlagern püriert als Sauce das Rinderfilet oder lassen Flammkuchen mit Schmand erröten. „In unserer Erdbeer-Lounge bieten wir viele Erdbeer-Variationen an“, so Glantz. Ende Mai werden acht Felder geöffnet, auf denen man die Früchte in freier Wildbahn selber pflücken kann. Um das auch in der Woche attraktiver zu machen, soll es zusätzliche Pflück-Anreize geben.

Ende Juli bekommen die Erdbeeren Konkurrenz durch die Himbeeren. „Wir haben den Anbau der Kultur jedes Jahr gesteigert“, erläutert Glantz, „Himbeeren sind sehr beliebt.“ Hier gibt es zwei Sorten im Anbau. „2016 soll das Jahr der Himbeere werden“, kündigt Glantz an, „wir wollen die Kultur in Delingsdorf stärken.“ Dafür konnte als Botschafterin die Hamburger Olympia-Springreiterin Janne Friederike Meyer gewonnen werden.

Wem der Zusammenhang zwischen Beeren und Springreiten nicht auf den ersten Blick klar ist, der weiß nicht, dass Enno Glantz vor zwei Jahren einen Turnierplatz in Delingsdorf angelegt hat, auf dem einmal im Jahr die besten Springreiter Norddeutschlands gegeneinander antreten, um den „Erdbeer-Cup“ zu gewinnen. Beim jährlichen Hoffest mit Pferde-Auktion kommen rund 30 000 Besucher auf den Hof.

„Uns hat die Leidenschaft für Pferde zusammen gebracht“, erläutert Janne Friederike Meyer, „und die für Erd- und Himbeeren.“ Beim Turnier auf dem Hof soll sie eigens einen Himbeer-Wall als Hindernis überwinden, mit Pferd, versteht sich.

Mit der Frühlingssonne sind überall die typischen Glantz-Erdbeerhäuschen aus dem Boden geschossen, die im Hamburger Umland, in Stormarn, in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt das Obst unters Volk bringen. Glantz hat sie erfunden und ist Direktvermarkter. „Wir müssen natürlich kostendeckend arbeiten“, sagt er, „aber wir wollen die Kunden nicht verschrecken. Deshalb bleiben die Preise stabil.“

Von Bettina Albrod

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