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Stormarn Erfolgreiche Unterstützung für Einsteigerinnen in die Politik
Lokales Stormarn Erfolgreiche Unterstützung für Einsteigerinnen in die Politik
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20:38 17.10.2016

Irene Schumann hat ihr Ziel erreicht: Die Trittauerin ist fit geworden in Sachen Haushalt einer Gemeinde und will ihr Wissen jetzt einbringen. „2017 wird das mein Thema werden“, erklärt das bürgerliche Mitglied im Sozial-, Sport und Kulturausschuss. Und bereitet sich damit auch auf die Kommunalwahl 2018 vor. Beim Fitmachen geholfen hat ihr das Mentoring-Programm des Helene-Weber-Kolleg für Kommunalpolitikerinnen, das Anfang des Jahres auch in Stormarn startete und im November ausläuft.

Sabine Rautenberg, Fraktionschefin der Grünen im Stormarner Kreistag und Gemeindevertreterin in Großhansdorf, bleibt noch bis Mitte November ihre Mentorin. Rautenberg ist eine Frau, die schon lange in der Politik aktiv ist, die weiß, wo Fallstricke liegen, wie bestimmte Abläufe sind oder wie man mit politischen Gegnern umgeht. Und natürlich ist sie, als finanzpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, fit in Sachen Haushalt. Und das, so Schumann, habe ihr sehr geholfen. „Wir sind in den Haushalt von Großhansdorf und auch in den Haushalt des Kreises eingetaucht“, erklärt Schumann.

Rautenberg habe ihr die Struktur nahegebracht, der „Rest ist Training. Am Anfang muss man viel Fragen und Lesen und später hat man ganz einfach den Blick dafür“, so Sabine Rautenberg.

„Ich fühle mich gut gewappnet. Ich traue mir das Thema Finanzen jetzt zu. Ich könnte als Mitglied im Finanzausschuss agieren“, glaubt Schumann. Und hat mit ihrer Mentorin eine Frau an ihrer Seite, die sie „jederzeit anmorsen kann. Sie hat die Kompetenz, die ich brauche. Zudem finde ich es auch gut, dass es jemand von außerhalb ist, und nicht aus der eigenen Fraktion“. Schumann gehört der BGT an, der Bürgergemeinschaft Trittau.

Ihr ist im Laufe des Mentoring-Programmes klar geworden, dass es bei finanziellen Entscheidungen für die Kommune „immer um die Zukunft der Gemeinde geht“. Nicht nur um das Haushaltsjahr. Dort würden sich natürlich, so Rautenberg, die Schlüsselthemen des jeweiligen Jahres finden. „Wir haben die Finanzen auch aus Gendersicht diskutiert“, so Schumann, die vor ein paar Jahren in Bargteheide als Gleichstellungsbeauftragte gearbeitet hat. Gleichzeitig ist sie Mitglied bei Kopf, dem Kommunalpolitischen Frauennetzwerk Stormarn. Politikaffin ist sie also allemal. Und bereit, sich professioneller aufzustellen.

Einmal im Monat haben die beiden Frauen sich im Rahmen des Mentoring-Programmes getroffen, haben sich zu unterschiedlichen Themen ausgetauscht. Schumann war bei Sitzungen der Grünen dabei, beschäftigte sich mit Kreispolitik. „Aus Trittau rauszukommen und mit anderen Institutionen in Kontakt zu kommen, hat mich sehr motiviert.“ Auch um zu sehen, wie man Dinge politisch anders handhaben kann. Schumann und Rautenberg, die ein so genanntes Tandem gebildet haben, sind sich einig: Sie würden dieses Mentoring-Programm, das aus Bundesmitteln finanziert wurde, gerne „beim Land andocken“, wie Rautenberg es formuliert. Damit Frauen auch in Zukunft weiter davon profitieren können. Es sei, so Schumann, „eine Investition in die Zukunft, gerade dann, wenn man Frauen in die Politik bringen möchte“.

Und die persönliche Erfahrung? „Mir ist es ein Anliegen, Frauen in die Politik zu bringen. Es macht mich froh und stolz, dass ich von meinem Wissen abgeben konnte“, erklärt Sabine Rautenberg, die noch einen zweiten Mentee betreute, Sandrine Klimek aus ihrer Heimatgemeinde. „Es ist toll, Engagement zu unterstützen, das ist sehr bereichernd. Aber ich musste lernen, anders zu denken, denn ich habe mit Menschen zu tun, die nicht so in den Themen drin sind.“ Rautenberg würde sich sofort wieder als Mentorin zur Verfügung stellen. „Das ist für mich auch praktische Politik, das ist besser als im Kreistag Anträge zu stellen.“ Und Irene Schumann, die so profitiert hat? „Ich kann mir vorstellen, mich später als Mentorin zur Verfügung zu stellen. Wenn ich davon profitieren, sollen andere es auch.“ Als Politikerin habe sie die Chance mitzuwirken und zu gestalten. Auch „wenn es am Anfang neu und kompliziert ist. Aber wenn man den ersten Schritt nicht macht, lernt man nichts dazu“, so Schumann.

K. Kuhlmann-Schultz

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