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Stormarn Erfrischendes Bad Oldesloe
Lokales Stormarn Erfrischendes Bad Oldesloe
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00:37 25.09.2017
Quelle: LN-Archiv
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Bad Oldesloe

Bei den Erststimmen in den drei Stormarner Wahlkreisen lief alles wie immer. Die drei CDU-Kandidaten Ingo Gädechens, Gero Storjohann und Norbert Brackmann gewannen souverän und mit deutlichem Vorsprung auf ihre SPD-Kontrahenten das Direktmandat. Frustrierend für Bettina Hagedorn, die wochenlang Tag und Nacht unterwegs war im Namen der Sozialdemokratie. Frustrierend für Nina Scheer, die mit Norbert Brackmann stets einen schier übermächtigen Gegner hat, aber zumindest wie Hagedorn über die Liste erneut in den Bundestag einzieht. Und frustrierend auch für Jungspund Alexander Wagner, der einen wirklich lebhaften und innovativen Wahlkampf hingelegt hat – und am Ende doch deutlich abgewatscht wurde. „Wir wählen doch immer CDU“ heißt es leider vielfach in der ländlichen Bevölkerung. Oder neuerdings auch AfD wie auf einigen Stormarner Dörfern.

Erfrischend anders zeigt sich die Kreisstadt Bad Oldesloe. Hier hat Alexander Wagner sogar in einigen Wahllokalen gewonnen. Die AfD hat – wenn auch knapp – ein zweistelliges Ergebnis verpasst, ist nur fünftstärkste Kraft geworden. Die FDP ist traditionell stark; noch besser schnitten bei dieser Wahl die Grünen ab, sie erhielten mehr als zwölf Prozent. Sogar die Satirepartei „Die Partei“ kommt hier auf fast 1,5 Prozent.

Die übliche AfD-Rhetorik verfängt hier nicht – und das ausgerechnet in einer echten Multikulti-Stadt. Warum? Weil in Bad Oldesloe Parteien und viele Organisationen wie das Bündnis gegen Rechts um Aufklärung und eine echte Integration bemüht sind. Ein ähnliches Ergebnis liefert übrigens Reinfeld, auch hier blieb die AfD weit hinter dem Bundesergebnis.

Trotzdem wird Stormarn jetzt in Person von Bruno Hollnagel aus Hoisdorf auch von der AfD in Berlin repräsentiert. Als Erster der Landesliste ist er in den Bundestag eingezogen. Er sei nicht rechtsradikal und wolle in Berlin konstruktive Politik machen, sagt Hollnagel. Wir dürfen gespannt sein.

Markus Carstens

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