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Stormarn Erst nach dem Krimi wird gefeiert
Lokales Stormarn Erst nach dem Krimi wird gefeiert
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19:17 30.12.2015
Manfred Thomsen spielt Theater aus Leidenschaft. Quelle: Susanna Fofana

Wenn andere längst Silvester feiern, steht der Oldesloer Amateurschauspieler Manfred Thomsen (69) auf der Bühne und sorgt für die Unterhaltung seiner Zuschauer. Der Oldesloer Laiendarsteller spielt im Lübecker Winter-Krimi im Schuppen 6 die Hauptrolle. Eine Rolle, die er bestens drauf hat. Schließlich war er bereits vor vier Jahren bei der Oldesloer Bühne im Agatha-Christie-Stück „Und dann gab‘s keines mehr“ der „Richter Wargrave“.

„Ich habe die gleiche Rolle gespielt“, bestätigt Thomsen. Dieses Mal treten jedoch statt der anderen Oldesloer Amateurschauspieler neun Profis der Freilichtbühne Lübeck mit ihm gemeinsam auf. Die Story: Zehn Personen werden auf eine Insel gelockt. Ein Gast nach dem anderen kommt dort um. „Am Ende sind sie alle tot“, erläutert der Oldesloer.

Für Thomsen ist es nicht der erste Theater-Einsatz am Silvesterabend. Mit „Kerle, Kerle“, dem größten Publikumserfolg der Oldesloer Bühne, trat er schon bei der Silvester-Gala 2009/2010 in der Festhalle auf. Der 69-Jährige: „Da haben wir danach mitgefeiert.“ 18 Mal wurde das Stück mit den sechs „Junggesellen“, die einen Männer-Striptease bieten, bisher aufgeführt. Allein in Bad Oldesloe vor rund 4000 Zuschauern.

Der Journalist spielt mit Begeisterung Theater, seitdem er am 1. Januar 2007 den passiven Part der Altersteilzeit erreicht hat. Damals suchte der Verein Bad Oldesloe macht Theater (Badomat) „ältere beleibte Herren“, erinnert sich Thomsen. Und da er bei den Oldesloer Theaterleuten schon im Wort war, „hatte ich meine erste Rolle.“ Als Kaufmann Bartholdus Schmiedeteich in „Die Witwe von der Hude“.

Laut Regisseur „eine „wichtige Nebenrolle“.

Sein Bühnen-Debüt hatte Thomsen dann aber doch schon im Februar 2007 bei der Oldesloer Bühne. In „Bezahlt wird nicht“sprang er für drei Vorstellungen ein. Bei Badomat blieb er ein Verschwörer und gab bei „Marke Bölck“ den Sparkassenleiter. In „1848 — Freiheit für Oldesloe“, so Thomsen stolz „gehörte meine Rolle als Bürgermeister von Colditz zu den sechs Hauptrollen.“ Bei der Oldesloer Bühne spielte er bisher in rund zwölf Stücken mit. Der 69-Jährige: „Da hatte ich fast ausschließlich Hauptrollen.“

In welchen Rollen hat er sich bisher besonders wohl gefühlt? „Bei allen drei Badomat-Rollen“, antwortet der Oldesloer, ohne weiter nachzudenken. Bei der Oldesloer Bühne in „Kerle, Kerle natürlich.“

Sowie in der plattdeutschen Version der „Oldesloer Pension Schöller“. Sowie im Agathe-Christie-Stück „Und dann gab‘s keines mehr“, das er vor vier Jahren in Bad Oldesloe spielte und heute in Lübeck.

Der Kontakt der Oldesloer zur Freilichtbühne Lübeck kam 2007 bei der „Witwe von der Hude“ zustande. Seitdem sorgen die Lübecker bei den Badomat-Aufführungen für Licht und Ton. Damals suchte die Freilichtbühne Lübeck noch Mitspieler für „Robin Hood“. Thomsen: „Ich habe dann bei Robin Hood als Baron mitgespielt.“

Es blieb nicht bei der einen Lübeck-Aufführung. Bei „Wicki und die starken Männer“ gab der Oldesloer den „König Gröhl“. „In „Weihnachten in Lönneberga“ habe ich zwei Frauenrollen gehabt.“ Er mimte unter anderem die schrullige „Krösa-Maja“. Manfred Thomsen würde gerne noch einmal in die Rolle des alten Professors Hermann Nägler in „Das Haus in Montevideo“ von Curt Götz schlüpfen. „Die habe ich auf meinem eigenen Abiball gespielt.“ Bevor das Theaterspielen mit dem Berufsalltag eines Journalisten nicht mehr kompatibel war.

Zum Feiern hat Thomsen heute wie damals erst nach der Aufführung Zeit. Und so fahren Angehörige und Freunde einfach schon zur Krimi-Premiere mit nach Lübeck.

Heute ist Premiere
Heute ist die Premiere des Winter-Krimis des Freilichttheaters Lübeck, in dem Manfred Thomsen die Hauptrolle spielt. „Und dann gab‘s keines mehr“ heißt das Stück von Agatha Christie, das um 20 Uhr im Schuppen 6 in Lübeck beginnt.


• www.freilichtbuehne-luebeck.de

Susanna Fofana

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