Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Erster gemeinsamer Gewerbepark
Lokales Stormarn Erster gemeinsamer Gewerbepark
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:44 13.11.2017
Schleswig-Holstein und Hamburg wollen ein gemeinsames Gewerbegebiet: Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (v.l.), Thomas Ritzenhoff, Senatorin Dorothee Stapelfeldt, Landrat Henning Görtz, Senator Frank Horch und Bürgermeister Klaus Westphal. Quelle: Foto: B. Albrod
Anzeige
Stapelfeld

Der sogenannte „Letter of Intent“ (LoI) ist rechtlich nicht bindend, schafft aber als Vorverpflichtung die Voraussetzung für die Planung und dafür, dass ein Antrag auf ein Zielabweichungsverfahren, den die Gemeinde Stapelfeld beim Land gestellt hat, schneller abgearbeitet wird. Denn die Landesplanung für das Gebiet muss geändert werden, um das Gewerbegebiet realisieren zu können.

Das gemeinsame Gewerbegebiet soll den bereits bestehenden Rahlstedter Merkurpark mit 30 Hektar Größe um den Viktoriapark (36 Hektar) und den Minervapark (23 Hektar) ergänzen. 17 Hektar des Minervaparks liegen in Schleswig-Holstein in Stapelfeld. Es ist die erste übergreifende Planung dieser Art im Hamburger Raum.

„Das länderübergreifende Gewerbegebiet ist etwas Neues“, hob Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hervor. „Wir müssen das Kirchturmdenken der Vergangenheit überdenken und gemeinsam aktiv werden.“ Hamburg platze aus allen Nähten, demgegenüber habe Schleswig-Holstein noch freie Flächen zu bieten. Es gelte zu verhindern, dass Wirtschaftsunternehmen woanders hin zögen.

„Sie sollen in der Metropolregion bleiben“, so Buchholz, „so entsteht ein gemeinsamer Nutzen.“ Dafür müssten unterschiedliche Interessen in Einklang gebracht werden. „Hier ist noch nicht alles geklärt“, räumte der Minister ein, insbesondere sei das Problem der Verkehrsanbindung noch offen. „Die verkehrliche Situation von Rahlstedt und Stapelfeld darf nicht überlastet werden.“ Denkbar sei eine Anbindung über die L 222 eventuell mit weiteren Spuren.

„Das ist eine Riesenchance für den Wirtschaftsraum“, betonte Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch. „Hier können wir Wohnen und Arbeitsplätze zusammen bringen, das bedeutet eine große Chance für den Mittelstand. Der LoI ist eine massive Absichtserklärung, um die Bauleitplanung auf den Weg zu bringen.“ Die Verkehrsprobleme müssten allerdings noch gelöst werden, und man wolle eine abgewogene Siedlungspolitik mit Landschaftsgestaltung. So soll östlich und südlich des Gewerbegebietes mit zusätzlichen Wegen, Reitwegen und Heckenpflanzungen ein Naherholungsgebiet entstehen. Ausgangspunkt für die gemeinsame Planung war laut Hamburgs Senatorin für Stadtentwicklung Dorothee Stapelfeldt ein Gutachten, das die Ansiedlung von Gewerbe an der Stelle befürwortet. „Das ist ein Vorzeigeprojekt“, so die Senatorin. „Es zeigt die gute Zusammenarbeit zwischen Hamburg und dem Umland.“

Denn zwischen Stormarn und Hamburg besteht laut Stormarns Landrat Henning Görtz „enorme Flächenkonkurrenz“. „Der Letter of Intent ist da die richtige Antwort“, bekräftigte Görtz, „Kooperation ist die einzige Lösung.“ Die Pendlerströme von und nach Hamburg seien fast gleich. Das Gewerbegebiet solle kaum Logistikunternehmen bekommen, und die Landschaft solle entwickelt werden. „Es besteht bereits große Nachfrage.“ Angesichts vorausgegangener Bürgerproteste betonte Senator Horch, dass die Bürgerbeteiligung der Weg zum Ziel sei. „Es gab bereits viele Beteiligungsprozesse.“ Stapelfelds Bürgermeister Jürgen Westphal zeigte sich zuversichtlich, dass die Haken in der Verhandlung noch abgearbeitet würden. „Der Vorentwurfsbeschluss für den B-Plan wurde in Stapelfeld am 5. Oktober gefasst.“ Hamburg sei in der Bauleitplanung schon weiter. Das neue Gewerbegebiet solle dann mit Fernwärme aus der Müllverbrennungsanlage in Stapelfeld beheizt werden.

Von Bettina Albrod

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

„Am Zuschlag“ heißt nicht nur der Bahnübergang in Reinfelds Mitte, sondern auch eine Band, die mittlerweile zur Karpfenstadt gehört wie das Wappentier selbst. Am 18. November haben die Bandmitglieder einen triftigen Grund zum Feiern: „Zuschlag“ wird 20 Jahre alt

13.11.2017

Einen regelrechten Marathon haben die Mitglieder des Oldesloer Finanzausschusses am Sonnabend noch absolviert. Bis 18 Uhr versuchten sie, das Defizit des Haushaltes für das Jahr 2018 in Griff zu bekommen. Die Debatte muss aber am Mittwoch, ab 19 Uhr im Rathaus fortgesetzt werden.

13.11.2017

Vergangene Woche hat das erste Helfertreffen für das Großprojekt Stormini in Reinfeld stattgefunden. Fast 40 Interessierte folgen nach Angaben der Organisatoren der Einladung und ließen sich für das Demokratie-Planspiel in der Karpfenstadt im kommenden Jahr begeistern.

13.11.2017
Anzeige