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Erster gemeinsamer Gewerbepark

Stapelfeld Erster gemeinsamer Gewerbepark

Schleswig-Holstein und Hamburg wollen ein gemeinsames Gewerbegebiet im Raum Stapelfeld/Wandsbek auf den Weg bringen. Am Montag unterzeichneten Vertreter von Stadt, Land und Kreis sowie der Bürgermeister von Stapelfeld eine dahingehende Absichtserklärung.

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Schleswig-Holstein und Hamburg wollen ein gemeinsames Gewerbegebiet: Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (v.l.), Thomas Ritzenhoff, Senatorin Dorothee Stapelfeldt, Landrat Henning Görtz, Senator Frank Horch und Bürgermeister Klaus Westphal.

Quelle: Foto: B. Albrod

Stapelfeld. Der sogenannte „Letter of Intent“ (LoI) ist rechtlich nicht bindend, schafft aber als Vorverpflichtung die Voraussetzung für die Planung und dafür, dass ein Antrag auf ein Zielabweichungsverfahren, den die Gemeinde Stapelfeld beim Land gestellt hat, schneller abgearbeitet wird. Denn die Landesplanung für das Gebiet muss geändert werden, um das Gewerbegebiet realisieren zu können.

 

LN-Bild

Das gemeinsame Gewerbegebiet soll den bereits bestehenden Rahlstedter Merkurpark mit 30 Hektar Größe um den Viktoriapark (36 Hektar) und den Minervapark (23 Hektar) ergänzen. 17 Hektar des Minervaparks liegen in Schleswig-Holstein in Stapelfeld. Es ist die erste übergreifende Planung dieser Art im Hamburger Raum.

„Das länderübergreifende Gewerbegebiet ist etwas Neues“, hob Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hervor. „Wir müssen das Kirchturmdenken der Vergangenheit überdenken und gemeinsam aktiv werden.“ Hamburg platze aus allen Nähten, demgegenüber habe Schleswig-Holstein noch freie Flächen zu bieten. Es gelte zu verhindern, dass Wirtschaftsunternehmen woanders hin zögen.

„Sie sollen in der Metropolregion bleiben“, so Buchholz, „so entsteht ein gemeinsamer Nutzen.“ Dafür müssten unterschiedliche Interessen in Einklang gebracht werden. „Hier ist noch nicht alles geklärt“, räumte der Minister ein, insbesondere sei das Problem der Verkehrsanbindung noch offen. „Die verkehrliche Situation von Rahlstedt und Stapelfeld darf nicht überlastet werden.“ Denkbar sei eine Anbindung über die L 222 eventuell mit weiteren Spuren.

„Das ist eine Riesenchance für den Wirtschaftsraum“, betonte Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch. „Hier können wir Wohnen und Arbeitsplätze zusammen bringen, das bedeutet eine große Chance für den Mittelstand. Der LoI ist eine massive Absichtserklärung, um die Bauleitplanung auf den Weg zu bringen.“ Die Verkehrsprobleme müssten allerdings noch gelöst werden, und man wolle eine abgewogene Siedlungspolitik mit Landschaftsgestaltung. So soll östlich und südlich des Gewerbegebietes mit zusätzlichen Wegen, Reitwegen und Heckenpflanzungen ein Naherholungsgebiet entstehen. Ausgangspunkt für die gemeinsame Planung war laut Hamburgs Senatorin für Stadtentwicklung Dorothee Stapelfeldt ein Gutachten, das die Ansiedlung von Gewerbe an der Stelle befürwortet. „Das ist ein Vorzeigeprojekt“, so die Senatorin. „Es zeigt die gute Zusammenarbeit zwischen Hamburg und dem Umland.“

Denn zwischen Stormarn und Hamburg besteht laut Stormarns Landrat Henning Görtz „enorme Flächenkonkurrenz“. „Der Letter of Intent ist da die richtige Antwort“, bekräftigte Görtz, „Kooperation ist die einzige Lösung.“ Die Pendlerströme von und nach Hamburg seien fast gleich. Das Gewerbegebiet solle kaum Logistikunternehmen bekommen, und die Landschaft solle entwickelt werden. „Es besteht bereits große Nachfrage.“ Angesichts vorausgegangener Bürgerproteste betonte Senator Horch, dass die Bürgerbeteiligung der Weg zum Ziel sei. „Es gab bereits viele Beteiligungsprozesse.“ Stapelfelds Bürgermeister Jürgen Westphal zeigte sich zuversichtlich, dass die Haken in der Verhandlung noch abgearbeitet würden. „Der Vorentwurfsbeschluss für den B-Plan wurde in Stapelfeld am 5. Oktober gefasst.“ Hamburg sei in der Bauleitplanung schon weiter. Das neue Gewerbegebiet solle dann mit Fernwärme aus der Müllverbrennungsanlage in Stapelfeld beheizt werden.

Von Bettina Albrod

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