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„Es hat viele Versäumnisse gegeben“

Großensee „Es hat viele Versäumnisse gegeben“

Die Elterngruppe fühlte sich in ihrem Anliegen ernst genommen, als ihr im Juli 2015 die Erweiterung von zehn Krippenplätzen für den Sommer dieses Jahres versprochen wurde. Doch bis heute ist kein Spatenstich getan. „Es ist hier ganz chaotisch gelaufen, es hat viele Versäumnisse gegeben“, sagt Kathrin Jahncke.

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Auf diesem Rasen hätte schon der Anbau der Kinderkrippe in Großensee stehen können, sagen die enttäuschten Eltern Kathrin Jahncke, Malte und Käthe Ilemann, Verena Gärtner und Sina Landwehr mit ihren Kindern (von links).

Quelle: Margret Pantelmann

Großensee. Jahncke wartet als Vorsitzende des vereinseigenen Kindergartens ebenfalls auf einen Krippenplatz.

„„Es ist hier ganz chaotisch gelaufen.“  Kathrin Jahncke, Kindergarten-Verein

„Man hätte die Krippe vor fünf Jahren gleich größer bauen sollen. Dieses Stückwerk ist ganz furchtbar. Sinnvoll wäre eine Planung in die Zukunft gewesen, wie die CDU es wollte und über den Tellerrand geguckt hat“, sagt sie mit dem Blick auf die Warteliste von aktuell 26 Kindern für die Krippe und schon 46 Kinder in den Elementargruppen. Dass auch dort Platzbedarf besteht, zeigt eine über viele Monate fortbestehende Übergangslösung der Vorschulgruppe, die auf einen Raum im Dörphus außerhalb der Kita ausweicht. „Für zehn Kinder wird der Krippenplatz dringend gebraucht, alle anderen haben wir vertröstet“, bedauert Jahncke diese Situation, die so schnell nicht behoben sein wird.

Verena Gärtner wusste schon vor einem Jahr von einer längeren Warteliste: „Man wird als Eltern so hingehalten. Es ist mehr als traurig“, sagt die zweifache Mutter, ihr kleinstes Kind ist zweieinhalb Jahre alt. „Wir sind einfach schon resigniert. Eine Entscheidung wird nicht herbeigeführt“, bestätigen auch Malte und Käthe Iligmann. Sie musste ihre Elternzeit kurzfristig verlängern und wartet dringend auf den Krippenanbau. „Ich muss arbeiten und habe eine Tagesmutter außerhalb von Großensee gefunden“, erwähnt Sina Landwehr, die neben einem 13 Monate alten Kind auch ein sechsjähriges hat.

„Wir können uns nicht auf die terminlichen Aussagen des Bürgermeisters verlassen“, sagen sie.

Warum die Eltern auf die so sehr benötigten zehn Krippenplätze noch weitere Monate warten müssen, hat planerische Gründe. Verzögerungen hat es schon gegeben, als erst am 15. April der Bauantrag gestellt wurde, der jedoch von der Genehmigungsbehörde als „mangelhaft“ deklariert wurde – das Architekturbüro ist in Niedersachsen, habe auch nicht alle Vorschriften berücksichtigt. „Am 28.

September sollte Baubeginn sein. Wir waren eigentlich frohen Mutes. Jetzt wird uns ein Schaden für Ausgleichszahlungen entstehen, wenn Eltern einen Platz in anderen Kitas finden“, erklärte Bürgermeister Karsten Lindemann-Eggers (BfG) in der Gemeindevertretersitzung. Er werde die Kosten, die der Gemeinde entstehen, dem Architekturbüro in Rechnung stellen.

Doch der Vertrag zwischen der Gemeinde und dem Planungsbüro scheint lückenhaft zu sein; denn so richtig ins Stocken geraten ist das Bauvorhaben dadurch, dass der 150 Quadratmeter große Krippenanbau nach der Angebotsabgabe – vermutlich ohne Festpreis – nun plötzlich rund 35 Prozent teurer werden sollte, also auf 419000 Euro „explodierte“ plus Planungskosten, weil die Ausschreibung in Teilen aufgehoben wurde. Dies scheint der Gemeinde nicht mehr tragfähig, nun soll es eine weitere Ausschreibung geben.

Michael Prang (CDU) kritisierte den Bürgermeister für die Unterzeichnung eines solchen nicht juristisch geprüften Architektenvertrags. Ebenso verständnislos reagierte Norbert Paech (CDU): „Die Verzögerung ist unbegreiflich.“ Er fragte nach einer Handhabe gegen das Architekturbüro. Warum der Anbau so teuer werden soll, scheint rätselhaft, wenn im Vergleich dazu vor drei Jahren die Kita „Löwenhertz“ in Trittau mit einer fünffachen Nutzfläche für sechs Gruppen in massiver und funktionsfertiger Bauweise zu einem bereits vorher bestätigten Festpreis – bei sechs Monaten Bauzeit – 910000 Euro gekostet hat.

 Margret Pantelmann

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