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Stormarn „Es ist für mich unmöglich wegzuschauen“
Lokales Stormarn „Es ist für mich unmöglich wegzuschauen“
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20:39 18.12.2017
Das Elefanto-Spielmobil des Kinderschutzbundes ist seit zweieinhalb Jahren im Einsatz. Quelle: Foto: Hfr
Bad Oldesloe

Sie engagieren sich seit über zwanzig Jahren ehrenamtlich für den Kinderschutzbund – was ist Ihre Motivation?

Birgitt Zabel, Vorstandsvorsitzende des Kinderschutzbundes im Kreis Stormarn, berichtet im LN-Interview warum sie sich für Kinder einsetzt, ihre Arbeit und ihre Ziele. Der Erlös der Aktion der Lübecker Nachrichten „Hilfe im Advent“ geht in diesem Jahr an den Deutschen Kinderschutzbund.

Birgitt Zabel: Meine Eltern legten zu Hause immer großen Wert darauf, dass man nicht einfach nur meckert und kritisiert, sondern dass man Verantwortung übernimmt und auch mitgestaltet. Deshalb war es für mich immer eine Selbstverständlichkeit, mich dort zu engagieren, wo es nötig war, ob in der Schule meiner Kinder, im Sportverein oder während meiner Berufszeit als Betriebsrätin. Nachdem meine drei Kinder auf der Welt waren, habe ich mich beim Kinder- und Jugendtelefon ausbilden lassen, um Kinder zu beraten, die Sorgen haben und nicht weiterwissen. Dort habe ich gesehen, mit welch großen Problemen Kinder zu kämpfen haben. Gerade als Mutter war das manchmal schwer zu ertragen, was die Kinder mir am Telefon erzählt haben. Auf der anderen Seite habe ich aber auch gesehen, wie wichtig unsere Arbeit ist. Seit knapp 20 Jahren bin ich nun im Vorstand tätig und das sehr gerne. Denn es ist für mich unmöglich wegzuschauen. Ich weiß, wie wichtig unsere tägliche Hilfe für Kinder und Familien ist. Und es ist schön zu sehen, dass diese Hilfe wirklich ankommt.

Was sind die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?

In unseren Kinderhäusern Blauer Elefant in Bad Oldesloe, Ahrensburg und Bargteheide bieten wir eine Vielzahl an Unterstützung und Beratung für Kinder und Familien in schwierigen Situationen. Das Besondere ist sicher, dass unsere Hilfe kostenlos ist und die Türen werktags jedem und jeder offen stehen, die Hilfe brauchen. Sehr wichtige Angebote können wir nur über Spenden finanzieren. Daher freuen wir uns über jeden Euro, der den Kinderhäusern zugutekommt. Wir unterstützen Familien auch finanziell in besonders prekären Situationen, wenn etwa am Monatsende kein Geld mehr für Essen da ist, Kinder Sportschuhe für die Schule benötigen oder etwas Geld, damit Kinder Freunde zu ihrem Geburtstag einladen können. Dieser Familienhilfe-Notfonds hat schon so viele Kinder glücklich gemacht, dass wir dieses Engagement auf jeden Fall weiterführen möchten. Auch dazu benötigen wir weitere Spenden.

Ein weiteres Angebot, das wir gerade in den letzten Jahren ausgebaut haben, sind die Familienhebammen. Diese stehen jungen Eltern bei, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden.

Arbeitslosigkeit, Krankheit, die Trennung vom Partner oder Behinderungen eines Kindes können dazu führen, dass Eltern mit ihrem Baby völlig überfordert sind. Hier unterstützen wir mit unseren Familienhebammen. Wir sehen, dass Prävention ganz am Anfang des Lebens am besten greift. Je besser Familien mit stressigen oder belastenden Situationen umgehen können, desto mehr profitieren auch die Kinder davon.

Was wünschen Sie sich für die Kinder und Familien, die Sie unterstützen?

Dass sie mit Vertrauen und Zuversicht in die Zukunft blicken können. Und dass sie nicht abgehängt werden. Ich wünsche mir kostenfreie Betreuung und Bildung und sozialpolitische Leistungen, die wirken und für die Kinder einen echten Unterschied machen. Gutes Aufwachsen soll nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Von der Politik wünsche ich mir, dass Kinder immer im Fokus bleiben. Vor allem bei Entscheidungen, die Kinder betreffen, sollten diese mitgedacht und am besten auch einbezogen werden.

HILFE IM ADVENT

Der aktuelle Spendenstand:

6615Euro

Gespendet haben Baerbel Nemitz 600 Euro, Cornelia Groß 50 Euro, anonym insgesamt 220 Euro, Georg und Brunhilde Jobmann 30 Euro, Gerhard und Marianne Meyer 20 Euro, Kerstin Kuhlmann-Schultz und StefanSchultz 50 Euro, Marita Giertz 50 Euro, Rolf Kompan 20 Euro,

Die Spender werden mit Namen veröffentlicht. Es sei denn, sie möchten dies ausdrücklich nicht. Im Verwendungszweck steht dann: „bitte anonym“. Der Kinderschutzbund stellt auch Spendenbescheinigungen aus, wenn Sie Ihre Adresse angeben. Alternativ ist auch eine Mitteilung unter Telefon 04532/280680 möglich.

Spendenkonto:

Deutscher Kinderschutzbund

Kreisverband Stormarn

Iban: DE92213522400179071071

Bic NOLADE21HOL

Sparkasse Holstein

Verwendungszweck:

„Spende: Hilfe im Advent

LN

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