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Stormarn Groß und klein feiern das Gruseln
Lokales Stormarn Groß und klein feiern das Gruseln
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13:08 25.10.2018
Kira und ihre Freunde treffen sich jedes Jahr zum gemeinsamen Halloweenlauf. Quelle: Sandra Freundt
Bad Oldesloe

Aufgrund des Reformationstages ist der 31. Oktober seit letztem Jahr ein Feiertag. Gefeiert wird an diesem Datum jedoch nicht nur der christliche Hintergrund, sondern auch Halloween. Der amerikanische Brauch, der Mitte der neunziger Jahre nach Deutschland kam, erfreut sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit.

Halloween-Begeisterung in die Wiege gelegt

Fans der ersten Stunde sind dabei Angela und Martin Dittmar. Die Betreiber des Oldesloer „Preisparadieses“ sind von Beginn an mit Deko, Kostümen und Masken im Angebot auf der „Gruselwelle“ mit geschwommen. „Und dann wurde das immer mehr“, hat Angela Dittmar miterlebt. „Die Kunden wünschen sich eine richtige Kostümauswahl“, hat sie festgestellt. „Ein Junge hat sogar gezielt nach einem bestimmten Outfit gefragt, welches wir dann geordert haben.“ Mit über 100 Artikeln im Warenangebot nur zu Halloween hat das „kleine Kaufhaus“ in und um Bad Oldesloe und Umgebung nun das größte Sortiment zu diesem besonderen Tag. Ganz neu ist dabei die Maske „Unsichtbares Gesicht mit Kapuze“ mit Fade-in-fade-out-Effekt“. „Die kommt richtig super an“, hat auch Martin Dittmar festgestellt. Dem „Preisparadies“-Inhaber ist die Halloween-Affinität richtiggehend in die Wiege gelegt worden, denn er hat am 31. Oktober Geburtstag. „Klar, dass wir das immer mit einer Kostümparty feiern“, strahlt seine Ehefrau.

Nachdem der beliebte Brauch aus Amerika nach Deutschland übergeschwappt ist, erfreut sich groß und klein an dem gruseligen Spektakel.

Doch auch in anderen Familien werden die sogenannten Halloween-Parties immer beliebter. Kira (11) wohnt in einem Oldesloer Neubaugebiet, in dem der Halloween-Lauf groß geschrieben wird. Daher versammeln sich ihre Freunde stets bei ihr, um zur Süßigkeiten-Tour zu starten. Früher – als die Kinder jünger waren –sind die Eltern noch mitgegangen, inzwischen begleiten sie ihre Kinder zwar noch bis zu Kira, kehren dann aber dort –meist ebenfalls entsprechend kostümiert und geschminkt –zum geselligen Beisammensein ein. „Darauf freuen wir uns jedes Jahr schon mindestens einen Monat vorher“, verrät eine Mutter. Auch Kira und ihre Freunde bereiten sich entsprechend auf Halloween vor, da wird über die entsprechende Verkleidung diskutiert, aber auch Sprüche selbst erstellt oder herausgesucht und der beste dann auswendig gelernt. „Das macht immer wieder Spaß“, sind sich die Kiddies einig.

Großer Hype in Delingsdorf

Ein großer Hype um Halloween wird in Delingsdorf gemacht. „Fast alle Häuser sind entsprechend gruselig geschmückt, einige Nachbarn denken sich sogar immer etwas Neues aus, um die Kinder ein wenig zu erschrecken“, weiß Bettina Laube. Auch sie hat eine „Gruselpuppe“ im Eingangsbereich hängen und ihr Sohn Felix sammelt seit seinem fünften Lebensjahr an Halloween Süßigkeiten. Auch in diesem Jahr zieht der inzwischen Elfjährige mit vier Kumpels und „Kürbiseimer“ los, um ordentlich Naschis einzusammeln. War er 2017 noch als „blutiges Skelett“ unterwegs, wird er diesmal die „Scream-Maske“ aufsetzen. Und wünscht sich zudem: „Im letzten Jahr hat mein Kumpel zur Halloween-Party geladen. Können wir nicht diesmal bei uns...?“ Mutter Bettina schmunzelt: „Na, mal sehen. Zum Glück ist der 31. ja jetzt ein Feiertag, da wären Party-Vorbereitungen ja entspannter...“

Halloween-Hintergrund

Das Wort „Halloween“ leitet sich ab von „All Hallows Evening“, dem Abend vor Allerheiligen (01.11.) und wurde bereits von den Kelten im fünften Jahrhundert vor Christus gefeiert. Um böse Geister zu vertreiben, verkleideten sich die Menschen auf gruseligste Weise. Irische Einwanderer brachten den Brauch Mitte des 19. Jahrhunderts in die USA. In Deutschland wurde Halloween in den neunziger Jahren den 20. Jahrhunderts bekannt und hat sich inzwischen zum Hype entwickelt. SF

Bei all der Halloween-Begeisterung wird jedoch auch der Reformationstag in vielen Familien nicht vergessen: „Wir gehen morgens in die Kirche und nachmittags traditionell zum Kürbissuppe-Essen“, erklärt die Oldesloer Pastorin Anke Vagt. Dem Halloween-Hype verschließt sie sich zwar nicht, ist aber doch froh, dass das Verkleiden und der Lauf in ihrer Familie nie Thema waren. Für sammelnde „kleine Geister“ hat sie aber dennoch etwas im Haus.

Sandra Freundt

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