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Etiketten aus Reinbek sorgen für mehr Sicherheit

Reinbek Etiketten aus Reinbek sorgen für mehr Sicherheit

IHK macht auf ihrer Sommertour auch Station in Stormarn.

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Lars Schöning, (l.) Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck, und der Reinbeker Unternehmer Jörg Weber an einem Transportverband für Papierrollen, die später bedruckt werden.

Quelle: Bettina Albrod

Reinbek. Jörg Werner, Unternehmer in Reinbek, stellt mit seinen Etiketten und Kennzeichnungs-Produkten sicher, dass auch drin ist, was drauf steht. „Seit Neuestem kennzeichnen wir auch Menschen“, sagt er. „Wir stellen unter anderem Patientenarmbänder her, die gegen Seife, Öl und Desinfektionsmittel beständig sind.“

Wie dringend man diese braucht, belegen die Zahlen. „In 30 Prozent aller Fälle kommt es in Kliniken zu Verwechslungen von Patienten“, weiß Werner. Nicht immer hat das dramatische Folgen, aber mit seiner Kennzeichnungstechnik können Gefahrenmomente im Keim erstickt werden. Sein Unternehmen ist europaweit tätig, trotzdem hat er Mühe, gut ausgebildete Fachkräfte zu bekommen. Schuld ist das eigene Etikett, auf dem Reinbek statt Hamburg steht.

Hamburg ist Stormarns schöne Nachbarin, denn sie beschert dem Kreis ein starkes Wirtschaftswachstum. Sie ist aber auch der größte Konkurrent, denn vor allem junge Fachkräfte arbeiten lieber in der schicken Hafencity als in ländlichen Gewerbegebieten. Dabei haben sich gerade hier viele Unternehmen angesiedelt, die weltweit mitspielen, ohne die Weltstadt als Adresse zu haben. „Diese Hürde gilt es zu überwinden“, sagt Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck. Im Rahmen der Sommertour war er gestern in Stormarn unterwegs.

Die Metropole vor der Haustür sei eine Chance, aber auch ein Konkurrent, bestätigte Nils Thoralf Jarck, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. „Die IHK muss noch stärker herausstellen, was für interessante Unternehmen es in der Region gibt, und das auch überregional bekannt machen.“ Damit auch Großstädter den Weg in die Vororte finden, sei es dringend nötig, den Öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern, regte Jörg Werner an. „Wir müssen auch die Peripherie für Arbeitnehmer interessant machen.“

Steigt trotzdem keine Fachkraft in den Bus, der selten fährt, müssen andere Chancen genutzt werden. „Wir stellen immer wieder fest, dass Praktikanten die besten Botschafter für eine Firma sind“, sagte Werner. Kontakte werden schon früh über Schulpartnerschaften geschlossen. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht“, betonte Schöning, „in Schleswig-Holstein gibt es schon über 100 davon.“

Zusätzlich wolle man 2016 neue Wege gehen. „Wir wollen Ausbildungstouren vor Ort organisieren, bei denen wir Anwärter für Ausbildungsplätze zu interessierten Betrieben fahren, damit sie sich informieren können.“

Eine große Chance sehen Werner wie auch die IHK-Vertreter im Zuzug von Flüchtlingen. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Drei-plus-Zwei-Regel kommt“, erklärte Schöning. „Wenn Flüchtlinge eine dreijährige duale Ausbildung machen und noch zwei Jahre im Beruf bleiben, sollen sie ein fünfjähriges Bleiberecht garantiert bekommen.“ Vom Bund gebe es bereits positive Signale für diese Lösung.

Alleine in Schleswig-Holstein sollen bis 2030 laut Prognose 100000 Fachkräfte fehlen.

Schließlich gebe es auch die Möglichkeit, geeignete Leute aus dem eigenen Bestand als Fachkräfte aufzubauen, regte Jarck an. Hier spielt das Reinbeker Unternehmen bereits ganz vorne mit. „Wir setzen auf Fortbildung in Sprachen wie Englisch und Französisch und bei der interkulturellen Verständigung“, erklärte Jörg Werner. Schöning regte an, solche Fortbildungen nicht nur unternehmensintern, sondern für mehrere Betriebe einer Region gemeinsam anzubieten: „So entstehen auch zusätzliche Netzwerke.“

84 Mitarbeiter im Kreis
Das Unternehmen Mediaform in Reinbek beschäftigt in Stormarn 84 Mitarbeiter, insgesamt sind es 190. Der Druckprodukte-Hersteller fertigt Etiketten aller Art, vor allem im Medizinsektor, und ist europaweit tätig. Im deutschsprachigen Raum ist das Unternehmen der führende Anbieter für Formular- und Kennzeichnungslösungen.

Bettina Albrod

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