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Stormarn Fahrbücherei tourt mit Ersatzbus wieder durch Stormarn
Lokales Stormarn Fahrbücherei tourt mit Ersatzbus wieder durch Stormarn
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00:00 08.01.2013
Gut behütet: Lars O. Schumacher.
Bad Oldesloe

Auf einschlägige Fachliteratur hatte es Lennart abgesehen. Zielsicher zog er die passende Lektüre aus dem Regal. Mit einer Ausgabe von „Bob der Baumeister“ unterm Arm reihte sich der Siebenjährige in die Schlange zum Ausleihen ein. Auch viele andere Mädchen und Jungen aus der 2b der Grundschule Mollhagen drängten gestern ungeduldig in die Fahrbibliothek, die gestern erstmals wieder auf Tour durch die Stormarner Dörfer ging.

Ganz wohl war Fahrer Ole Riepert (48) und Bibliothekar Björn Grebner (29) allerdings nicht, als sie morgens in den großen blauen Bus stiegen. Die Erinnerung an den Auffahrunfall, den sie mit der Fahrbücherei vor gut einem Monat erlitten hatten, war noch zu gegenwärtig. „Man fährt doch mit einem anderen Gefühl nach so einem Ereignis“, sagte Riepert. Die rollende Bibliothek sei schon seit 30 Jahren in ganz Schleswig-Holstein unterwegs. Aber noch nie habe es einen solchen Unfall gegeben, sagte er.

Am Tag des Unglücks, dem 5. Dezember, hatte er den Bibliotheksbus bei der Feuerwehr in Klein Wesenberg geparkt. Damals lag Schnee, die Straßen waren vereist. Bibliothekar Grebner saß hinten an einem Büchertisch, als plötzlich der aus Reinfeld kommende Schulbus ungebremst das Fahrzeugs rammte. „Zwei Minuten vorher war er schon an uns vorbeigefahren. Eigentlich hätte der Fahrer wissen müssen, dass wir dort parken. Aber die Sonne muss wohl so tief gestanden haben, dass er uns nicht gesehen hat“, erzählt Riepert. Sein Kollege Grebner wurde hinter dem Tisch eingeklemmt und erlitt leichte Verletzungen. An den genauen Hergang kann er sich gar nicht mehr richtig erinnern. „Irgendwann kam ein Krankenwagen und hat mich zur Untersuchung mitgenommen“, sagte er gestern.

Da der Bücherbus beim Aufprall stark beschädigt wurde, war lange Zeit unklar, wann die Fahrbibliothek ihren Dienst wieder aufnehmen könnte. Schließlich handelt es sich bei Fahrzeugen durchweg um Spezialkonstruktionen, die nicht so schnell ersetzbar sind. Zum Glück existierte aber noch das Vorgängermodell des Unfall-Busses. Die Büchereizentrale Schleswig-Holstein hatte nämlich drei der alten Modelle, die zwischen 15 und 20 Jahre alt sind, ausgemustert und verkauft. Der neue Eigentümer ließ mit sich reden und stellte ein Exemplar seiner Bus-Flotte leihweise zur Verfügung.

Der zerstörte Bus wird zurzeit repariert. Wie viel Zeit das in Anspruch nehmen wird, sei ungewiss, sagt Oliver Kleinfeld, Fahrdienstleiter der Büchereizentrale in Kiel. Ihm zufolge wird es mindestens drei Monate, wenn nicht länger, dauern, den Bus wieder flott zu machen. Da fast zwei Drittel beim Unfall zerstört wurden, muss der aus Kunststoff bestehende Aufbau des Busses neu hergerichtet werden.

Bei dieser Gelegenheit wird auch der Arbeitsplatz des Bibliothekars so umgestaltet, dass er nicht mehr an einem Tisch sitzt, sondern ein Stehpult zur Verfügung hat. Damit auch er künftig das Geschehen auf der Straße mitverfolgen kann, wird zudem im Heck der Fahrbibliothek ein Fenster eingebaut.

Dorothea von Dahlen

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