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Stormarn Fahren Frauen anders Bus?
Lokales Stormarn Fahren Frauen anders Bus?
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15:03 08.02.2018
Frauen wünschen sich beim Busfahren unter anderem Sicherheit und gute Anbindungen. FOTO: LARS BRÜGGEMANN.
Bad Oldesloe

Dazu gehören beispielsweise die Sicherheit bei Nachtfahrten, Stellflächen für Gepäck und Kinderwagen oder die zügige Erreichbarkeit von Anschlussstellen. „Frauen, die oft in Teilzeit arbeiten, nutzen den ÖPNV anders als Männer“, erklärt Sophie Olbrich, Gleichstellungsbeauftragte beim Kreis. „Es gibt Studien, wie die Wege von Frauen verlaufen und wie die der Männer.“

So würden Frauen in Teilzeit meist morgens zur Arbeit fahren, mittags zurückkommen, die Kinder von den Betreuungseinrichtungen holen oder einkaufen fahren. „Ältere Frauen meiden dagegen die Rush-Hour und fahren zu anderen Zeiten.“ Diese ganz unterschiedliche Nutzung vor allem der Busse solle künftig im Nahverkehrsplan des Kreises berücksichtigt werden. „Der Kreistag hat zugestimmt, dass man sich angucken will, wie man den ÖPNV unterschiedlichen Bedarfen anpassen kann.“

Damit ist Stormarn Vorreiter beim Gender-Mainstreaming. „Wir haben das Thema Gender-Mainstreaming jetzt erstmals in Zusammenarbeit mit den Gleichstellungsbeauftragten von Trittau, Ahrensburg, Glinde, Reinbek und dem Kreis in den Nahverkehrsplan aufgenommen“, erklärt Björn Schönefeld, ÖPNV-Fachmann beim Kreis. „Im Wesentlichen geht es darum, die Verkehrsangebote für Frauen besser zu machen. Dazu wollen wir zunächst eine Analyse durchführen, bei der in Ahrensburg oder in Glinde/Reinbek untersucht wird, welche Faktoren für Frauen bei der Nutzung der Busse eine Rolle spielen.“ In einem Gutachten sollen die spezifischen Wünsche von Frauen an den ÖPNV abgefragt und evaluiert werden.

„Dabei geht es aber um alle Gruppen“, betont Schönefeld. Auch Kinder, Menschen mit Behinderung, Senioren und Schüler habe man im Blick. „Um die Fragen zu untersuchen, brauchen wir in Stormarn ein Gebiet mit einem dichten ÖPNV-Angebot. Das haben wir in Ahrensburg oder auch im Raum Glinde/Reinbek“, erklärt Schönefeld. „Die Frauenaspekte beim ÖPNV sind noch nicht spezifisch untersucht.“ Die Befragung werde zeigen, ob es überhaupt gesonderte Bedürfnisse gebe und wenn ja, welche. Anbindung, sichere Umsteigemöglichkeiten, einsehbare, beleuchtete Verkehrsanlagen, Service mit Taxi- Ruf, Telefon-Hotline oder Personalpräsenz und Notrufeinrichtungen sind Themen, die geprüft werden sollen. Für eine Teilnahme hat Ahrensburg schon den Finger gehoben, auch Glinde und Reinbek würden gerne mitmachen.   ba

LN

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