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Familiär: Literarisches Picknick im Park

Bad Oldesloe Familiär: Literarisches Picknick im Park

Florian Schwiecker las in Bad Oldesloe aus „Verraten“ und erzählte Interessantes zur Entstehung. Bei der Lesung im Kurpark ließ der Autor das Publikum zwischen den Buchpassagen freimütig hinter die Kulissen blicken.

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Florian Schwiecker las in Bad Oldesloe aus „Verraten“ und erzählte Interessantes zur Entstehung.

Quelle: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Lachsschnittchen, gefüllte Frikadellen im Tomatenbett, dänischer Drømmekage zum Nachtisch – die Oldesloer ließen gestern nichts aus, um es sich bei ihrem literarischen Frühstück im Kurpark so richtig gutgehen zu lassen. Mit Picknickdecken und Kühltaschen, die auch prickelnde Getränke enthielten, machten sie es sich auf der kleinen Steinarena gemütlich.

„Ich habe auch etwas mitgebracht“, begrüßte Vizebürgermeister Horst Möller das Publikum. „Messer und Gabel“, fügte er lachend hinzu und hieß Thriller-Autor Florian Schwiecker herzlich willkommen.

Dass die Oldesloer so fleißig an der Online-Aktion teilgenommen und damit das große Berlin beim Wettbewerb um die Lesung mit Schwiecker überflügelt hätten, sei eine tolle Sache.

„Der Zusammenhalt hier ist so viel stärker als in der Großstadt“, pflichtete Schwiecker ihm wohlwissend bei. Schließlich verbrachte der Autor einen Teil seiner Kindheit in Klein und Groß Wesenberg.

Schauplatz seines packenden Romans „Verraten“ ist aber sein jetziger Wohnort Berlin. Darin erzählt er die Geschichte des Spezialagenten einer Antiterroreinheit, vor dessen Augen ein Sprengstoffanschlag auf ein Café am Ku'damm verübt wird. Luk Krieger war dort mit einem Informanten verabredet und wäre um ein Haar selbst bei der Detonation der beiden kurz hintereinander gezündeten Bomben getötet worden. Im Zuge seiner prompt einsetzenden Ermittlungen trifft er auf die Polizistin Anna Cole. Nach anfänglichen Animositäten wird aus den beiden schließlich ein Team, das den islamistischen Attentätern auf die Spur zu kommen versucht.

Schwiecker ließ das Publikum zwischen den Buchpassagen freimütig hinter die Kulissen blicken. Er erläuterte, dass ihn der Kontakt zu einem amerikanischen Soldaten auf die Idee für das Buch gebracht hätte. Während eines Fluges nach Atlanta habe ihm der Mann, der den Navy Seals angehörte und sich sehr gut mit den politischen Verhältnissen in Krisengebieten auskannte, berichtet, dass es in Nordafrika eine Revolution der zivilen Bevölkerung gegen die diktatorischen Systeme in ihrem Land geben würde, den arabischen Frühling. Sollte dies scheitern, so habe der Amerikaner damals vorausgesagt, würden islamische Terroristen das Machtvakuum füllen und auch Europa mit einer Welle der Gewalt überziehen. „Das war lange bevor der IS in Erscheinung trat und ich konnte mir nicht vorstellen, dass das auch eintritt“, sagte Schwiecker, um gleich hinterherzuschicken, wie dicht er letztlich mit seinem Buch an die Realität heranreichte. Denn kurz vor Erscheinen von „Verraten“

passierte die Amok-Fahrt des islamischen Terroristen Anis Amri am Breitscheidplatz, unweit seines Büros. Nach anfänglichem Zweifel, ob es richtig sei, das Buch zu veröffentlichen, entschied er sich letztlich dafür. „Der Roman zeigt, dass man sich nicht unterkriegen lassen vom Terror“, sagte Schwiecker. Ein weiterer Grund war eine skurrile Begegnung bei der ersten Lesung. Ein Mann, offenbar vom Geheimdienst legte ihm nahe den Roman so nicht unter die Leute zu bringen. „Spätestens da wusste ich, er muss erscheinen“, sagte Schwiecker unter Beifall des Publikums.

Unter den rund 150 Besuchern im Kurpark befanden sich auch einige Verwandte des Autors. Seine Cousine Imke Jonsson war eigens aus London angereist. Nicht so weit hatte es sein ebenfalls in Berlin wohnender Bruder Alexander, der in Bad Oldesloe sogar geboren wurde. „Ich finde es sehr witzig, dass wir uns hier alle treffen“, sagte er. Seine Großmutter habe ihre letzten Jahre im Seniorenheim am Kurpark verbracht. An die Spaziergänge mit ihr durchs Grüne könne er sich noch sehr gut erinnern. „Er ist vielseitig talentiert und irgendwie auch eine Rampensau“, beschrieb Alexander Schwiecker seinen Bruder, während dieser fleißig Widmungen in die „Verraten“- Ausgaben der Oldesloer schrieb.

 Dorothea von Dahlen

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