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Faszination Puppenstube

Reinfeld Faszination Puppenstube

Die große Welt im Kleinen: Die Puppenstuben-Sammlung von Renate Blunk wird im Reinfelder Heimatmuseum ausgestellt.

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Sogar ein Badezimmer ist unter den ausgestellten Puppenstuben. Das ist stilecht mit Handtüchern und Badematten dekoriert.

Reinfeld. Es ist noch gar nicht so lange her, dass kleine Mädchen einen Freudenschrei ausgestoßen haben, wenn unter dem Weihnachtsbaum eine Puppenstube gestanden hat.

Freudenschreie stößt Renate Blunk zwar nicht aus, aber sie hat gleich mehrere Puppenstuben bei sich zu Hause stehen. Ihre Schätze aus einem ganzen Jahrhundert zeigen, wie sehr sich die Einrichtungsstile verändert haben. Ein Teil ihrer Sammlung ist derzeit im Heimatmuseum Reinfeld zu sehen.

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Der Mini-Weihnachtsbaum ist ein Mitbringsel vom Flohmarkt.

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Renate Blunks Sammlung reicht mit einigen Exemplaren bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Vom Biedermeier-Zimmer über den Jugendstil bis zum Einrichtungsstil der Fünfziger mit Nierentischchen und Tulpenlampen zeigen sie die Entwicklung des Wohnens und den geänderten Einrichtungsgeschmack auf. Nicht nur liebevoll zusammengestellte Mini-Wohnungen geben in der Ausstellung einen Einblick in die verschiedenen Epochen, sondern auch Kaufmannsläden, ein Badezimmer und mehrere Küchen. Sie waren das Herz einer jeden Wohnung. Dort wurde nicht nur gekocht, sondern auch gelebt. Die „gute Stube“

dagegen war zwar der ganze Stolz seiner Bewohner, wurde aber nur zu besonderen Anlässen genutzt.

„Puppenstuben gab es früher nur in wohlhabenden Familien. Geschenkt wurden sie, um Mädchen auf ihre Rolle als Hausfrau vorzubereiten“, erzählt Renate Blunk, die sich als Kind über einen Kaufmannsladen und eine Puppenstube freuen konnte. Wie alle anderen Spielsachen hat sie die beiden Teile nie weggeworfen, sondern gehegt und gepflegt. „Früher hatte man nicht viel. Jedes Weihnachtsgeschenk war wie ein Heiligtum“, kann sie sich noch erinnern. Vor 20 Jahren holte sie ihre erste Puppenstube wieder hervor, die bei ihr eine Sammelleidenschaft weckte. Fortan suchte die Reinfelderin im Internet nach Puppenstuben und Einrichtungsgegenständen und stöberte in Antiquariaten.

„Viele Sammlerstücke habe ich auf Flohmärkten gefunden. Man muss allerdings früh dort sein, wenn noch ausgepackt wird“, erzählt Renate Blunk. So hat sie eine Puppenstube aus dem Jahr 1910 ergattert.

Eine weitere stammt aus den 50er Jahren, wie Nierentisch und Cocktail-Sessel verraten. Auch Melitta-Geschirr in Bonbonfarben, kleine filigran gearbeitete Suppenterrinen, Weißblechgeschirr, Küchenwaagen und weitere Küchenutensilien aus blauer Emaille, die 1900/1910 hergestellt worden waren, fand die Sammlerin. Alle Gegenstände haben eins gemeinsam: Sie bestechen durch ihre Detailtreue und Zierlichkeit. Anja Rademacher, Leiterin des Heimatmuseums, hat es besonders ein Mini-Römertopf angetan: „So einen in groß habe ich zu Hause.“

Die Einrichtungsgegenstände allein reichten Renate Blunk jedoch nicht. Sie schneiderte neue Gardinen und Vorhänge und schmückte die Zimmer mit zusätzlichen Dekorationen aus. Eine Puppenstube verwandelte sie sogar in Eigenarbeit in ein Tuchgeschäft. Von der Schneiderpuppe über das Nähkästchen bis zur Nähmaschine ist alles zu finden, was in keinem Schneideratelier fehlen darf.

Ihre Sammelleidenschaft führte Renate Blunk sogar nach England zum größten Puppenhaus der Welt, das einst der britischen Queen Mary gehörte und auf Schloss Windsor ausgestellt ist. 1924 wurde das Puppenhaus, an dem 1500 Handwerker gearbeitet haben sollen, erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Auch wenn Renate Blunk davon begeistert war, so war ihr klar: Gespielt haben kann Queen Mary damit schon allein wegen der Ausmaße des Puppenhauses wohl kaum.

Ausstellung bis Ende Juli
Die Ausstellung im Heimatmuseum Reinfeld, Neuer Garten 9, ist sonntags (außer an Feiertagen) zwischen 10 und 12 Uhr und nach vorheriger Vereinbarung unter der Telefonnummer
045 33/207 34 57 geöffnet. Zu sehen sein wird sie bis Ende Juli 2016. Der Eintritt ist frei.

Petra Dreu

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