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Stormarn Firmen klagen: Azubis werden dringend gesucht
Lokales Stormarn Firmen klagen: Azubis werden dringend gesucht
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20:43 08.11.2017
„Eine Ausbildung kann ein gutes Karriere- sprungbrett sein.“Heike Grote-Seifert Arbeitsagentur
Bad Oldesloe

„Der Ausbildungsmarkt bleibt ein Bewerbermarkt. Die Bewerber haben wieder ein vielfältiges Angebot vorgefunden und überwiegend gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz“, fasste Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe, die Bilanz des Ausbildungsbündnisses, bestehend aus Handwerk, Industrie, Arbeitsagentur und Beruflichen Schulen, zusammen.

Mehr Ausbildungsplätze

Bei der Agentur für Arbeit in Bad Oldesloe wurden für den diesjährigen Ausbildungsbeginn im Kreis Stormarn 1457 Ausbildungsstellen gemeldet (minus 18 zum Vorjahr) und im Kreis Herzogtum Lauenburg 997 (plus 71 zum Vorjahr). Davon waren 69 im Kreis Stormarn zum 30. September noch nicht besetzt, im Kreis Herzogtum Lauenburg waren noch 74 Ausbildungsplätze vakant. „In der Summe hat die Zahl der Ausbildungsangebote den zweithöchsten Stand der vergangenen 14 Jahre erreicht. Die betriebliche Ausbildung sichert den wachsenden Fachkräftebedarf und ist ein wichtiger Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg“, sagte Grote-Seifert.

Freie Ausbildungsplätze in Stormarn gab es zum 30. September noch bei den Elektronikern in der Energie- und Gebäudetechnik, Fachverkäufern in Bäckereien, Bäckern, Kaufleuten im Einzelhandel, Fachleuten in der Systemgastronomie, kommunalen Verwaltungsfachangestellten, Köchen, Glasern, Pharmakanten sowie Fachkräften im Gastgewerbe.

Bäckereien brauchen Personal

Im Kreis Herzogtum waren dies ebenfalls Fachverkäufer in Bäckereien, dazu kommen in dieser Region Ausbildungsangebote zum Bäcker, Kaufmann im Einzelhandel, Fachkraft in der Lagerlogistik, Dachdecker, Metallbauer, Koch, Maurer und Berufskraftfahrer, für die sich bislang kein passender Auszubildender fand.

Länger zur Schule

Außerdem hätten viele Jugendliche den Fokus auf den Besuch weiterführender Schulen gerichtet. Grote-Seifert: „Das bedauern wir alle etwas, denn auch eine Ausbildung kann ein Karrieresprungbrett sein.

Damit sollten sich junge Leute viel mehr beschäftigen. Oft gehen sie nur aus Bequemlichkeit weiter zur Schule.“ Allerdings sähen auch viele Eltern es nicht so, dass das dann häufig verschwendete Zeit ist, erläuterte die lauenburgische Schulrätin Katrin Thomas. Nur etwa ein Viertel der Neunt- und Zehntklässler entschieden sich für eine Ausbildung.

Im Handwerk brummt’s

Einen positiven Trend konnte indes Marcus Krause, Geschäftsführer der Stormarner Kreishandwerkerschaft, vermelden. „Bei unseren Betrieben gibt es eine hohe Ausbildungsbereitschaft. Sie haben diesmal zehn Prozent mehr Auszubildende eingestellt. Dafür werben sie auch sehr aktiv, sind überall auf Messen vertreten“, sagte Krause. Die lauenburgische Kreishandwerkerschaft und auch die Lübecker Handwerkskammer melden unterdessen Zahlen, die im Bereich des Vorjahres liegen. Die Industrie- und Handelskammer zu Lübeck verzeichnet sogar zum Teil deutliche Rückgänge.

Probleme mit Migranten

Die Beruflichen Schulen in Oldesloe und Ahrensburg berichten von gleich bleibenden Zahlen. Hilfreich seien da neue Ausbildungsgänge zum Erzieher, Altenpfleger oder Logistiker.

Große Sorgen macht sich Ahrensburgs Schulleiter Joachim Steußloff um die Migranten, von denen viele weder Deutsch noch Englisch sprechen und dann eine Ausbildung anfangen. „Das ist katastrophal. Wir brauchen eine Sprachprüfung.“ Gleiches berichtete auch Ulrich Keller vom Berufsbildungszentrum Mölln: „Der Erwerb der Sprachkompetenz ist eine Herkulesaufgabe.“ Etwas optimistischer ist Oldesloes Schulleiter Kai Aagardt: „Die Migranten sind unsere Chance, die Firmen brauchen sie.“

142 Bewerber unversorgt

1362 Jugendliche (plus 59 zum Vorjahr) haben sich im abgelaufenen Ausbildungsjahr in Stormarn bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur Bad Oldesloe gemeldet, um eine Ausbildung beginnen zu können. 1278 (86 weniger als im Vorjahr) waren es im Herzogtum Lauenburg.

Ende September waren 62 von ihnen im Kreis Stormarn und 80 im Herzogtum weiterhin auf Ausbildungssuche. „Viele Jugendliche fangen zu spät an zu suchen“, sagt Heike Grote-Seifert.

M. Carstens

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