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Stormarn Fledermäuse und Autos kommen sich in die Quere
Lokales Stormarn Fledermäuse und Autos kommen sich in die Quere
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20:28 04.03.2016

Zu jeder Straße gibt es ein Paralleluniversum: Das liegt in der Luft und besteht aus Routen, die nachts von Fledermäusen genutzt werden. In Bargteheide sind sich Autofahrer und Fledermäuse jetzt in die Quere gekommen.

Bargteheides Bauamtsleiter Jürgen Engfer. Quelle: ba

„Es hat sich gezeigt, dass der Fledermausschutz am zweiten Abschnitt der Umgehungsstraße nachgebessert werden muss“, erklärt Bauamtsleiter Jürgen Engfer. „Dort wurden Überflughilfen errichtet, sogenannte Overhops, die aber nicht ausreichen.“ Ein Monitoring habe gezeigt, dass die vier bis fünf Meter hohen Bäume von den Tieren durchflogen würden.

Da Fledermäuse sich per Ultraschall orientieren, sollen die bis zu fünf Meter hohen Bäume Orientierungshilfe geben und die Fledermäuse dazu verleiten, mindestens in fünf Meter Höhe zu fliegen. Ohne Overhops, so Engfer, flögen die Tiere nur ein bis zwei Meter hoch über der Straße, was zur Kollision mit Lastwagen führen könnte. Deshalb wird in Bargteheide jetzt nachgebessert. Entweder sollen Sperrnetze zwischen den Bäumen gespannt werden, was allerdings ein Planänderungsverfahren auslösen würde, so der Verwaltungsbericht.

Alternativ werden Nachpflanzungen von vier Meter hohen Hainbuchen erwogen. „Die Maßnahme wird mit 80000 Euro aus dem städtischen Haushalt finanziert“, so Engfer.

Fledermäuse sind auch die Ursache, dass es mit dem dritten Bauabschnitt der Umgehungsstraße noch nicht weiter geht. Hier müssen nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum A-20-Bau bei Bad Segeberg alle Gutachten wiederholt werden. „Hier gibt es noch kein Planfeststellungsverfahren, weil die Behörde Nachbesserungsbedarf beim Fledermausschutz gesehen hat“, erläutert Engfer.

Es sei an der Einmündung Kruthorst ein Knick geplant gewesen, dadurch könnten Fledermäuse geradeaus fliegen oder rechts abbiegen. Da es geradeaus für sie gefährlich würde, auf die Straße aber keine Overhops gebaut werden könnten, muss der Knick nun entfallen. „Die Fledermäuse müssen umgeleitet werden“, so Engfer. Bettina Albrod

LN

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