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Flüchtlingskoordinatoren ziehen erste positive Bilanz

Bad Oldesloe Flüchtlingskoordinatoren ziehen erste positive Bilanz

Die beiden Kreismitarbeiter Barbara Horstmann und Ben Yeboa-Kodie vernetzen Ehrenamtler und beraten Kommunen.

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Barbara Horstmann und Ben Yeboa-Kodie haben als Flüchtlingskoordinatoren viele Handlungsfelder.

Quelle: kks

Bad Oldesloe. Immer mehr Fäden laufen bei ihnen zusammen: Barbara Horstmann und Ben Yeboa-Kodie traten im Januar beim Kreis an, die Zusammenarbeit sowohl der ehrenamtlichen als auch der hauptamtlichen Akteure im Bereich der Flüchtlingshilfe besser zu vernetzen. Das erste Fazit nach mehr als einem halben Jahr Einsatz: Sie haben schon einiges erreicht und anderes angeschoben.

„Wir haben unterschiedlich starke Kontakte aufgebaut“, berichtet Ben Yeboa-Kodie. Unterschiedlich stark deshalb, weil es unterschiedliche Bedürfnisse und Fragen bei den kommunalen Vertretern, bei den Initiativen oder auch einzeln agierenden Ehrenamtler gebe. „Einige sind sehr selbstständig andere brauchen mehr Anregungen oder haben mehr Fragen“, erklärt Yeboa-Kodie. Mit etwa 15 Institutionen seien die Koordinatoren regelmäßig im Gespräch. Dabei seien die Themenbereiche sehr unterschiedlich. Da geht es um Versicherungsschutz für Ehrenamtler oder um die Frage, warum der Flüchtling, den eine Person betreut immer noch nicht arbeiten darf, wo die nächste DaZ-Klasse ist oder wer den Übersetzer für den Flüchtling zahlt. „Das sind alles legitime Fragen“, erklärt die Leiterin des Fachbereichs Soziales und Gesundheit, Dr. Edith Ulferts. „Woher soll das jemand wissen, der nicht tagtäglich damit zu tun hat?“

Die Beratung ist aber nur ein Teil der Arbeit, die die beiden Koordinatoren leisten. Ihr Job ist auch, kommunale und ehrenamtliche Mitarbeiter für bestimmte Bereiche zu sensibilisieren. Barbara Horstmann berichtet, dass sie gemeinsam mit Kik, dem Kooperations- und Interventionsprojekt bei häuslicher Gewalt, eine Schulung für hauptamtliche Mitarbeiter in den Kommunen gegeben hat, die mit Flüchtlingen arbeiten. „Die Koordinatoren aus den Kommunen waren dabei, Kollegen vom Jugendamt, der Diakonie und der Awo.“ Im Mittelpunkt des Seminars stand der Schutz vor Gewalt gegenüber Flüchtlingsfrauen und Flüchtlingskindern. „Wir bieten jetzt eine zweite Veranstaltung zu diesem Thema an“, erklärt Horstmann. Die Nachfrage sei groß. Auch bei den Ehrenamtlern.

„Wir müssen den Ehrenamtlern mehr Unterstützung geben, sie müssten sich auch untereinander mehr vernetzen“, findet Horstmann. Gleichzeitig kommt ein Lob: „Die sind schon gut informiert, sehr kompetent und immer noch hoch motiviert. Aber wir müssen sie noch besser informieren.“ Auch um zu verhindern, dass die Helfer irgendwann ausgebrannt sind. Denn auch sie müssen sich mit den unterschiedlichsten Situationen auseinandersetzen – und die sind nicht immer positiv. Beispielweise wenn sie Flüchtlinge zu ihrem Asylverfahren nach Neumünster begleiten. Viele klagen über die Unmenschlichkeit, die dort vom Wachpersonal ausgeht. Davon haben Horstmann und Yeboa-Kodie auch schon gehört und überlegen, ob sie es bei dem Quartalstreffen mit den anderen Koordinatoren besprechen und den Vertretern des Landes als Thema andienen. „Ob sich das dann ändern wird?“, fragen sich beide zweifelnd. „Dabei fängt eine Willkommenskultur ja auch bei dem Verhalten der Mitarbeiter in Neumünster an.“

Das Ehrenamt ist nur eins von 13 Handlungsfeldern, in denen die beiden Koordinatoren des Kreises Stormarn unterwegs sind. Weitere sind unter anderem Aufenthaltsrecht, Wohnen, Arbeit und Ausbildung oder frühkindliche Bildung sowie Integrationssteuerung. Und neue Themen kommen hinzu. „Sexuelle Gewalt, das war noch gar kein Thema, aber jetzt ist es ein großes“, erklärt Horstmann. Dr.

Ulferts bestätigt, dass „sich vieles verändert und neue Anforderungen an die beiden Koordinatoren hinzukommen“.

Dass die Sozialwissenschaftlerin und der Sozialökonom überhaupt in diesem Bereich arbeiten können, haben sie dem Flüchtlingspakt des Landes Schleswig-Holstein zu verdanken: Dieser Pakt hatte nicht nur zu einer Erhöhung der Integrationspauschale auf 2000 Euro pro Flüchtling geführt, sondern auch zur Finanzierung der Koordinatorenstellen bei den Kreisen und kreisfreien Städten. Das Ziel ist, das Zusammenwirken aller in der Flüchtlingsarbeit Tätigen zu verbessern. Was mittlerweile passiert – immer Fäden laufen bei den beiden Stormarner Koordinatoren zusammen.

Bisher weniger Flüchtlinge als im Jahr zuvor

847 Asylbewerber sind bis zum 31. Juli im Kreis Stormarn angekommen und auf die Kommunen verteilt worden. Noch einmal 30 Personen sollen bis zum 17. August zugewiesen werden, diese Zahl ist dem Kreis schon jetzt bekannt.

Wie viele es noch bis zum Jahresende werden lässt sich nicht sagen.

2300 Asylbewerber wurden vom Land Schleswig-Holstein 2015 auf die Kommunen des Kreises Stormarn verteilt. Die beiden Koordinatoren für die integrationsorientierte Aufnahme von Flüchtlingen in Stormarn, Barbara Horstmann und Ben Yeboa-Kodie sind zu erreichen unter: 04531/1601158 (Horstmann) und 04531/1601161.

K. Kuhlmann-Schultz

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