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Stormarn Fluglärm-Gegner machen mobil
Lokales Stormarn Fluglärm-Gegner machen mobil
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19:15 14.07.2016
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Ahrensburg

In Stormarn gibt es mittlerweile drei Bürgerinitiativen, die sich für eine Verminderung des Fluglärms in der Region engagieren. Während die BAW (Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein) als Hamburger Initiative begonnen und Stormarn später mit aufgenommen hat, haben sich in Elmenhorst und jüngst auch in Jersbek zwei weitere Initiativen zur Fluglärmreduzierung auch im Norden des Kreises gegründet.

Denn die Ausweitung der Landeanflüge auf sieben bis zehn Nautische Meilen hat den Fluglärm auch in Elmenhorst, Jersbek und Bargteheide zum Problem werden lassen. Dr. René Schwartz, Mitglied der BAW, fordert Landes- und Kreispolitiker jetzt in einem offenen Brief dazu auf, einen runden Tisch zum Thema Fluglärmreduzierung zu gründen und die unterschiedlichen Interessen im Kreis zu vereinen.

„Es ist notwendig, dass die Fluglärmdebatte im Kreis Stormarn auf einer qualifizierten Diskussionsbasis fußt“, heißt es in dem Schreiben von Schwartz. „In diesem Zusammenhang appelliere ich an Sie, einen Runden Tisch – bestehend aus Betroffenenvertretern, Abgeordneten der Kreispolitik und der Kreisverwaltung sowie der zuständigen Landesministerien – ins Leben zu rufen, um eine einvernehmliche Position gegenüber den direkten und indirekten Fluglärmverursachern zu erarbeiten.“ Die öffentliche Veranstaltung der Fluglärmschutzkommission (FLSK) in Bargteheide habe gezeigt, dass der Fluglärm einen Teil der Stormarner Bevölkerung sehr belaste. „Die drastisch angestiegene Beschwerdeanzahl stellt ein Maß hierfür dar. Ziel muss es daher sein, sowohl die Anzahl der Betroffenen als auch deren Belastungsgrad klar zu reduzieren.“

Als Beispiel zitiert Schwartz andere Flughäfen, die bereits verschiedene Methoden zur Fluglärmberuhigung erprobten. Das funktioniere durch ein segmentiertes Anflugverfahren, bei dem die dichter besiedelten Orte konsequent umflogen würden, verbunden mit einem kontinuierlichen Sinkflug und Anhebung des Anflugwinkels.

Vertreter der Stormarner Interessen in der FLSK ist Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach. Er begrüßt die Anregung von Schwartz. „Ein Runder Tisch ist grundsätzlich immer ein positives Signal“, sagt Sarach. „Ich kann das nur befürworten.“ Da Landes- und Kreispolitiker angesprochen seien, müsse sich zeigen, wer die Sache in die Hand nehme.

Die Arbeitsgemeinschaft „Fluglärmschutz Jersbek“ begrüßt den Vorschlag ebenfalls. „Ein Runder Tisch ist gut, man muss in Stormarn ein gemeinsames Ziel finden“, erklärt Melissa Jahn. „Wir sind zu Gesprächen bereit, um einen gemeinsamen Nenner zu finden. Es darf nicht dazu kommen, dass sich verschiedene Bürgerinitiativen in Stormarn vom Flughafen gegeneinander ausspielen lassen.“

Die „Fluglärmgeplagte Gemeinde Elmenhorst“ (FGE) möchte zunächst die Stormarner Position geklärt wissen. „Grundsätzlich stehen wir der Einrichtung eines Runden Tisches offen gegenüber“, erklärt Barbara Gosch. „Wir schlagen aber vor, es zunächst bei einer Auftaktveranstaltung zu belassen, um die unterschiedlichen Positionen darzustellen. Danach kann entschieden werden, ob auf fachlicher Ebene eine gemeinsame Zielführung dafür spricht, zusammen als Interessenvertreter unsere Belange zu vertreten.“

Ähnlich bewertet Landrat Dr. Henning Görtz den Vorschlag. „Der Kreis wird sich dem nicht verschließen“, erklärt Görtz. „Reden hilft immer, zumal die Bürgerinitiativen teils einander widersprechende Auffassungen vertreten. Die Gesprächsbereitschaft ist da, aber sie muss zukunftsorientiert sein.“

Kreispräsident Werner Harmuth ist bereits im Gespräch. „Aus Kiel ist mir aber auf Nachfrage signalisiert worden, dass Minister Reinhard Meyer und Minister Robert Habeck keinen weiteren Gesprächsbedarf sehen“, erklärt Harmuth. Deshalb habe er Dr. Anjes Tjarks, Vorsitzender der Grünen- Bürgerschaftsfraktion in Hamburg, sowie Andreas Dressel, Fraktionsvorsitzender der Hamburger SPD, zum Gespräch eingeladen. „Beide haben zugesagt, noch diesen Monat wollen wir gemeinsam mit den Bürgermeistern aus Ahrensburg, Großhansdorf, Ammersbek, Bad Oldesloe, Bargteheide, Jersbek und Bargteheide-Land zusammenkommen, um eine Lösung zu finden.“ Dialog sei gut, auch bei einem Runden Tisch, „aber wir müssen politisch weiterkommen“.

Bettina Albrod

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