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Stormarn Flugzeuglärm belastet die Stormarner Bürger
Lokales Stormarn Flugzeuglärm belastet die Stormarner Bürger
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20:13 03.06.2016
Bargteheide

Im vergangenen Jahr hatte Stormarn ganz besonders unter Fluglärm zu leiden. Grund waren die vorherrschenden Westwinde, die dazu führen, dass der Hamburger Flughafen über Nordosten angeflogen wird.

„Die Beschwerden aus Stormarn über Fluglärm sind 2015 sprunghaft angestiegen“, erklärte Harald Rösler, Bezirksamtsleiter Hamburg-Nord, Aufsichtsratsmitglied beim Hamburger Flughafen und Mitglied der Hamburger Fluglärmschutzkommission (FLSK). „Sie sind von Null auf 1842 gestiegen. Im ersten Quartal 2016 gab es weitere 132 Beschwerden.“ Die Kommission war am Donnerstag nach Bargteheide gekommen, um das Gespräch mit den Bürgern zu suchen. Ihr Ziel ist es, Maßnahmen zur Verbesserung von Lärmschutz und Luftverschmutzung zu erreichen.

Die konzentrierte sich zunächst auf die Ausweitung der Anflugroute von vier Nautischen Meilen (NM) auf sieben NM. Dadurch soll das Hamburger Stadtgebiet vom Fluglärm entlastet werden. Allerdings verschob sich dadurch der Anfluglärm auf Stormarn, wo vor allem Jersbek und Bargteheide, aber auch Elmenhorst und Bad Oldesloe betroffen sind. „Das ist eine Entscheidung, an der Stormarn nicht beteiligt war“, sagte ein Zuhörer – Stormarn hat erst seit einem Jahr Sitz und Stimme in der Kommission. „Wir hatten diese Belastung auf dem Land nicht erwartet“, räumte Lärmschutz-Experte Uwe Schacht von der Kommission ein. „Wir dachten, dass die sieben NM keiner merkt, hatten die Dörfer nicht im Fokus.“

Die wehren sich: In Elmenhorst hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, und die Hamburger Bürgerinitiative für Fluglärmschutz (BAW) vertritt nun auch Stormarn und hat eine Allianz mit sämtlichen Fluglärm-Initiativen in und um Hamburg geschmiedet. „An Pfingsten habe ich über 120 Flüge über Jersbek gezählt“, beschwerte sich ein Bürger. Wochenendflüge und vor allem die Nachtflüge stoßen auf Kritik, denn der Flughafen hat als Kernbetriebszeit 6 bis 23 Uhr, dazu kommt eine Stunde Kulanz für Verspätungen.

Die Fluglärmschutzbeauftragte Dr. Gudrun Pieroh- Joussen führte aus, dass mittlerweile der viel leisere Flugzeugtyp Neo fliege, allerdings erst mit zwei Maschinen. Schallschutzfenster für Betroffene, eine Lärmschutzhalle für Probeläufe oder die neue Pünktlichkeitsoffensive sollen für mehr Lärmschutz sorgen.

Vorschlag aus Elmenhorst

Barbara Gosch (Foto: Schlie) von der Initiative „Fluglärmgeplagte Gemeinde Elmenhorst“ gab Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach, der Stormarn in der FLSK vertritt, einen Vorschlag mit auf den Weg. „Ahrensburg hat derzeit drei Vergünstigungen“, zählte Barbara Gosch auf. „Am Wochenende wird es umflogen, die Anflugstrecke ist auf sieben bis zehn Nautische Meilen erweitert worden und die Stadt wird in mindestens 3000 Fuß Höhe überflogen.“ Bei drei solchen Zugeständnissen würde sie sich wünschen, dass die Flughöhe auf 2500 Fuß abgesenkt werde. „Dann hat Elmenhorst die Chance, beim Anflug ebenfalls umflogen zu werden.“

Die Fluglärmschutzkommission tagt am 10. Juni.

Bettina Albrod

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