Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Forken-Attacke: Das Opfer bleibt ein Pflegefall
Lokales Stormarn Forken-Attacke: Das Opfer bleibt ein Pflegefall
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:16 12.02.2016
Vor dem Verhandlungstag gestern waren eine Vertreterin der Ersten Großen Strafkammer und andere Prozessbeteiligte am Krankenbett des von einem 23-jährigen Kosovaren niedergeschlagenen Arbeiters gewesen. Die Lübecker hatten ihn befragt so gut es ging. Und sie haben zwar Antworten erhalten, aber sie fanden einen Menschen vor, der sich von der Attacke mit einer sogenannten Schlackegabel in der Müllverbrennungsanlage von Stapelfeld wohl nie erholen wird.

Aus dem

Gerichtssaal

„Dem Jungen muss geholfen werden. Der muss in die Psychiatrie.“

Der Stiefvater des Angeklagten

Das Langzeitgedächtnis funktioniert zwar, aber an den Angreifer kann sich der 59-Jährige nicht erinnern. Gleichwohl machte er Angaben zu der Müllverbrennungsanlage in Stapelfeld und sprach stets von „demjenigen, der mich niedergeschlagen hat“. Er scheint sogar noch zu wissen, an welcher Stelle der Anlage es Streit gegeben hatte.

Der ihn behandelnde Neuro-Chirurg nannte eine ganze Reihe von Folgeschäden durch die in den Kopf eingedrungenen Zinken der Schlackegabel. Hörstörungen, Schluckstörungen, die allerdings nachließen.

Augenmuskellähmung und die wohl bleibende Unfähigkeit, die linke Körperhälfte genauso wie das linke Blickfeld wahrzunehmen. Das Opfer werde auf den Rollstuhl angewiesen sein.

Im Unfallkrankenhaus Boberg wird der Mann täglich bis zu vier Stunden therapiert. „Er hat schon viel geschafft“, lobte der Arzt im Zeugenstand. Aber dies sei ein Pflegefall, der ständige Betreuung brauche.

Seinen Ausführungen folgte der angeklagte 23-Jährige ausdruckslos. Eine Kripobeamtin hatte zuvor beschrieben, wie sich der Mann gegen eine Probe seines Erbgutes gesperrt hatte. Er habe zunächst eine Blutprobe verlangt statt einer Speichelprobe, „weil wir dann mehr Arbeit hätten, sagte er“. Und als dann ein Arzt kam und die Kanüle einführen wollte, habe er plötzlich doch eine Speichelprobe vorgezogen.

Fünfmal, schätzt der Gerichtsmediziner, muss der Gewalttäter zugeschlagen haben mit dieser Schlackegabel, die wie eine Harke im rechten Winkel abgebogene Zacken hat. Verletzungen habe das Opfer auch an den Armen, am Rücken und an der Schulter gehabt. Als er „mit erheblicher Wucht“ auf den Kopf schlug, habe das Opfer wohl schon am Boden gelegen.

Der Stiefvater des Täters machte gestern Gebrauch vom Aussageverweigerungsrecht als Verwandter. Aber so viel sagte er dann doch: „Dem Jungen muss geholfen werden. Der muss in die Psychiatrie.“

Uwe Krog

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sonntag ist Valentinstag: Wie gehen die Stormarner mit diesem Datum um? Blumen müssen für die meisten sein.

12.02.2016

Der Ausschuss diskutierte jetzt mit Schülern, Eltern und Lehrern über die Zukunft der Mensa Olivet-Allee: Kompetenzen müssen nun geklärt und bis Juni Ergebnisse präsentiert werden.

12.02.2016

Bei zwei Schulzentren in Glinde sind massive Gewaltandrohungen eingegangen. Die Drohung sei bereits am Mittwochnachmittag per E-Mail geschickt, aber erst gestern ...

11.02.2016
Anzeige