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Stormarn Freie Bahn für den Autohof an der A 1
Lokales Stormarn Freie Bahn für den Autohof an der A 1
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21:39 31.07.2018
Das Autobahnkreuz Bargteheide von oben: In Richtung Norden soll rechts der A 1 der Autohof entstehen. Quelle: Giese
Hammoor

„Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, der künftigen Entwicklung, sei es durch einen Autohof oder ein Gewerbegebiet, den Vorrang vor der Windkraft zu verschaffen“, erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Claus Christian Claussen.

Aber nicht nur Hammoor profitiere von dem zweiten Planentwurf. „Die Abstandsflächen zu den Siedlungsgebieten steigen auf 1000 Meter, und trotzdem konterkarieren wir mit den Plänen nicht die Energiewende“, sagte Claussen weiter. Das einstmalige Ziel, zwei Prozent der Landesfläche als Windenergie-Vorrangflächen auszuweisen, verfehlt das Land zwar. „Wir liegen jedoch nur knapp darunter“, betont der CDU-Politiker aus Bargteheide. „Und das Windkraft-Energieziel von zehn Gigawatt erreichen wir trotzdem.“

Natürlich folgt auch jetzt wieder ein landesweites Anhörungsverfahren; doch Claussen ist optimistisch, dass es aus Hammoor keine Stimmen gibt, die doch wieder Windkraft in der Gemeinde haben möchten.

Den Besitzern der betreffenden Flächen könne es ja egal sein, ob dort Windkraftanlagen gebaut würden oder ein Gewerbegebiet entsteht. Sie profitieren laut Claussen in beiden Fällen.

Freude beim Kreis

Jubel herrscht auch beim Kreis Stormarn, allen voran der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS). „Wir sind sehr froh, dass die Landesregierung so entschieden hat. Jetzt können wir unsere Planungen vorantreiben“, sagte WAS-Geschäftsführer Detlev Hinselmann, der seit vielen Monaten gegen die Hammoorer Windmühlen gekämpft hat. „Eine gute Entscheidung für Hammoor und für den gesamten Kreis Stormarn.“ Wichtig sei gewesen, dass Kreis, WAS und Gemeinde mit einer Stimme gesprochen hätten. „Die Landesregierung hat erkannt, dass eine gewerbliche Nutzung in dem Bereich viel besser ist“, so Hinselmann, der nun schon mit der Planung für den Autohof beginnen kann.Sechs Hektar stehen zur Verfügung, um endlich auch die Lage auf den Autobahn-Raststätten zu entspannen. Ständig sind alle Lkw-Parkplätze an der A 1 belegt oder oft auch überfüllt. Die Trucker weichen mittlerweile schon in Wohngebiete aus, um zu nächtigen oder ihre Lenkzeiten einzuhalten.

Pläne für einen Autohof in Hammoor gibt es schon seit etlichen Jahren. Die WAS steht bereits wieder in Gesprächen mit mehreren Investoren, die das Gebiet entwickeln möchten. Im Herbst werden sich die Wirtschaftsförderer wohl für einen entscheiden. Geschäftsführer Hinselmann rechnet damit, Anfang 2019 das Baurecht zu bekommen. Außerdem führt die WAS jetzt Gespräche sowohl mit Hammoor als auch mit den Nachbargemeinden.

Langfristig sollen zwischen den Autobahnen 1 und 21 Richtung Norden weitere Gewerbeflächen entwickelt werden. Vorher wird aber auch noch das Kreuz Bargteheide um- und ausgebaut – zu einem echten Kleeblatt, wie Autobahn-Planer es nennen. Dabei soll unter anderem die Anschlussstelle Richtung Norden verlegt werden. Wann der Umbau beginnt, steht noch nicht fest.

Von Markus Carstens

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