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Freies Parken für Ehrenamtler: Kein Modell für Stormarn

Bad Oldesloe Freies Parken für Ehrenamtler: Kein Modell für Stormarn

Das Flensburger Modell ist offensichtlich kein Vorbild für die Städte im Kreis Stormarn. "Ich bin mir nicht sicher, ob wir bei uns den Ehrenamtlern freies Parken mit ihren Autos in der Innenstadt erlauben sollen", sagte der Oldesloer Bürgerworthalter Rainer Fehrmann.

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„Was ist ein Ehrenamt? Wo fängt es an und wo hört es auf?“ Rainer Fehrmann, Bürgerworthalter in Bad Oldesloe

Bad Oldesloe.  Kreisbrandmeister Gerd Riemann ist ebenso wenig davon begeistert: „Das kann für sehr viel Unfrieden bei den ehrenamtlich Tätigen sorgen.“

 

LN-Bild

„Das kann für sehr viel Unfrieden bei den Ehrenamtlern sorgen.“Gerd Riemann Kreisbrandmeister in Stormarn

Der Vorsitzende der Oldesloer Stadtverordnetenversammlung hat mit Interesse die Entscheidung der Politiker in Flensburg verfolgt, dass Ehrenamtler künftig in den Genuss von freiem Parken kommen können. „Ich weiß allerdings nicht, ob Oldesloe mit Flensburg zu vergleichen ist“, meinte Rainer Fehrmann. Die kreisfreie Stadt an der dänischen Grenze hat knapp 100 000 Einwohner, die Kreisstadt Stormarns rund 24000. In Flensburg, so stellten Kommunalpolitiker fest, müssten Ehrenamtler ständig viel Geld für Parktickets ausgeben. Das sollte jedoch vermieden werden.

Der Oldesloer Bürgerworthalter unterstrich mit Nachdruck seine Wertschätzung für das Ehrenamt. Es müsse unbedingt gestärkt werden. „Aber da gibt es die Fragen: Was ist ein Ehrenamt? Wo fängt es an und wo hört es auf?“, so Rainer Fehrmann. In Bad Oldesloe seien viele Bürger in irgendeiner Form ehrenamtlich engagiert. Es komme auf eine Differenzierung an. „Und es kann auch Neiddebatten geben“, meinte Rainer Fehrmann. So könnten Aktive aus freiwilligen Feuerwehren ein Freiticket bekommen und die Naturschützer vielleicht nicht: „Und würde diese Regelung auch für die ehrenamtlichen Stadtverordneten gelten?“ Der Bürgerworthalter regt an, zunächst abzuwarten, wie sich die Situation bei diesem Thema in Flensburg entwickele, bevor darüber weiter diskutiert werde.

„Die Stärkung des Ehrenamtes kann ich nur begrüßen“, betont Kreiswehrführer Riemann. Allerdings sei die Gruppe der freiwilligen Feuerwehrleute nur ein „sehr kleines Rädchen“ innerhalb der Ehrenamtler: „Auch wenn wir nachts aufstehen, um anderen schnell zu helfen.“ Stormarns Feuerwehrchef befürchtet allerdings auch eine Unzufriedenheit, wenn nur ausgewählte Gruppen beim freien Parken bevorzugt würden: „Denn auch die Trainingsleiter beim Sport machen ja einen ehrenamtlichen Dienst.“ Gerd Riemann skizziert seine eigene Situation: „Wenn ich als Bürger in Bad Oldesloe mit meinem Auto zum Einkaufen unterwegs bin, dann muss ich für das Parkticket bezahlen wie alle anderen auch. Doch wenn ich als Feuerwehrmann im Dienst bin, dann parke ich bei einem Einsatz auch auf dem Gehweg.“

Reinfelds Bürgervorsteher Gerd Herrmann ist „auf den ersten Blick nicht begeistert“ von einer möglichen Frei-Park-Regelung für Ehrenamtler. Es müsse sicherlich Kriterien geben, wer davon profitieren soll und wer eben nicht: „Das rückt die Angelegenheit dann aber in die Nähe von Unfairness.“ Es gebe auch andere Möglichkeiten, um das Ehrenamt zu fördern.

„Das ist sicherlich eine gute Idee, aber ich weiß nicht, wie sie umgesetzt werden kann“, meint Adelbert Fritz, Vorsitzender des Kreissportverbandes und von Preußen Reinfeld. Die Idee aus Flensburg sei im Grundsatz zu begrüßen, weil auch damit das Ehrenamt unterstützt werden soll. Schwierig sei dagegen die Abwägung, wer von dieser Regelung profitieren könne: „Das kann nämlich auch viel Unmut auslösen“, sagt Fritz.

Rote Karte in Ratzeburg

Ratzeburg hat ein besonders großes Herz zumindest für seine Feuerwehrleute. Sie bekamen anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Ratzeburg im vergangenen Jahr eine „Rote Karte“ – nicht Platzverweis, sondern Parkausweis im Stadtgebiet.

Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede gibt sich in der Park-Debatte aufgeschlossen: „Die Flensburger Idee klingt gut. Wir haben noch keine Parkplatzbewirtschaftung, die muss aber dieses Jahr wegen der Konsolidierungsanforderungen kommen.“ Immerhin dürften die Lauenburger Feuerwehrleute kostenlos das Freibad besuchen. wr

 Michael Thormählen

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