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Stormarn Freispruch und Strafe
Lokales Stormarn Freispruch und Strafe
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00:00 19.10.2012
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Stormarn

„Der Missbrauch konnte nicht mit der für eine Verurteilung notwendigen Sicherheit nachgewiesen werden“, erklärte der Richter. Er betonte aber, dass das Gericht damit nicht sage, dass die Belastungszeugin bewusst gelogen habe.Die junge Frau war zur Polizei gegangen, nachdem ihr Halbbruder auf dem Computer seines Vaters Fotos entdeckt hatte, die den Vater und die Tochter seiner Ex-Partnerin beim Sex zeigten. Als die junge Frau von ihrer Familie befragt worden war, hatte sie angegeben, dass der Angeklagte sie schon zehn Jahre zuvor missbraucht habe, als sie noch minderjährig war. Bei den Vernehmungen durch die Polizei und bei ihrer Aussage vor Gericht hatte die Zeugin Erinnerungslücken gezeigt und nur wenig konkrete Aussagen gemacht. Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb ein Gutachten zur Glaubwürdigkeit der Zeugin in Auftrag gegeben.Das brachte vor Gericht keine Klärung. Die Psychologin sah zwei mögliche Deutungen: „Die Zeugin hat sich als Einzelgängerin entwickelt und hat eine emotional beeinträchtigte Ausdrucksfähigkeit“, erklärte sie. Es sei einerseits möglich, dass die Zeugin als Schutzbehauptung den Missbrauchsvorwurf erhoben habe, um sich nach dem Fotofund vor ihrer Familie zu rechtfertigen. „Denkbar ist auch, dass sie dabei Erfahrungen aus einem anderen Missbrauchsfall im Haus auf sich projiziert hat“, fuhr die Gutachterin fort. Auf der anderen Seite sei es genauso möglich, dass die junge Frau den Missbrauch durch ihre emotionale Hemmung nicht verarbeitet und auch nicht öffentlich gemacht habe. „Die Zeugin kann eigene Gefühle nicht reflektieren“, so die Gutachterin. Deshalb könne die spätere Beziehung zu dem Angeklagten auch Resignation des Opfers sein. Die Staatsanwältin glaubte der Belastungszeugin und forderte ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung und die Zahlung von 2500 Euro an das Opfer sowie die Klärung, ob beim Angeklagten Therapiebedarf vorliege. „Die Taten lassen sich durch die Aussagen der Zeugin nachvollziehen“, so die Staatsanwältin, „sie wirkte verstört und hatte keine vorgefertigte Geschichte.“ Der Anwalt des Angeklagten glaubte der Zeugin nicht. „Die sichergestellten Fotos zeigen, dass sie für die Kamera posiert hat“, sagte er. Die Detailarmut zu den Missbrauchsvorwürfen sei ein Beleg, dass diese ausgedacht seien. Das Gericht entschied im Zweifel für den Angeklagten.

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