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Stormarn Freunde verabschieden Franz Thönnes
Lokales Stormarn Freunde verabschieden Franz Thönnes
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18:10 04.11.2017
Ammersbek

Für den scheidenden Bundestagsabgeordneten war es in seinem Wohnort Ammersbek quasi ein Heimspiel – hier begann seine politische Arbeit als Vorsitzender des Ortsvereins. Jetzt wurde Franz Thönnes mit der Willy- Brandt-Medaille geehrt, der höchsten Auszeichnung, die von der SPD vergeben wird. Und Landesvorsitzender Ralf Stegner brachte die Gedenkmünze mit: „Es gibt nur sehr wenige wie Franz Thönnes, die so viel für unsere Partei getan haben.“

Ralf Stegner erinnerte an den Werdegang des in Essen geborenen Politikers, der sich als gelernter Industriekaufmann schon früh auch in der Gewerkschaftsarbeit engagiert habe. „Franz Thönnes hat überall Verantwortung übernommen und sich dabei auf vielen Ebenen eingesetzt. Dabei hat er sich und an den anderen nicht immer leicht gemacht“, stellte der Parteichef fest.

Franz Thönnes habe sich stets um seinen Wahlkreis gekümmert, und der Kontakt mit der politischen Basis sei ihm immer sehr wichtig gewesen. Dabei, so Ralf Stegner weiter, sei der Bundestagsabgeordnete auch ein „leidenschaftlicher Europäer“. Auch das Thema soziale Gerechtigkeit habe für ihn an vorderster Stelle gestanden: „Franz Thönnes ist standhaft und sturmerprobt. Er ist auch einer, der sich nicht wegduckt und der auch Niederlagen einstecken kann. Und halbe Sachen macht er nicht.“ Man könne miteinander streiten, ohne dass dabei das persönliche Verhältnis leide.

Der SPD-Landesvorsitzende wies auf zwei weitere Bereiche hin, die für Franz Thönnes eine große Rolle spielten. Er engagiere sich als Vorsitzender der Ostseeparlamentarierkonferenz und „ist dabei der Mister Ostsee geworden, der großes Ansehen über Parteigrenzen hinaus genießt“. Außerdem sei er der Initiator des Olof-Palme-Preises, der alljährlich in Erinnerung an den ermordeten, früheren schwedischen Ministerpräsidenten vergeben wird.

Franz Thönnes arbeitete in Berlin auch als Parlamentarischer Staatssekretär – so im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, das damals von Olaf Scholz als Minister geleitet wurde. Der Erste Bürgermeister von Hamburg erinnerte an ein Thema, das beide Politiker bewegt habe: Es sei um den Kampf für den Mindestlohn gegangen, zunächst nur für spezielle Branchen. „Und am Ende hat es doch geklappt für alle“, stellte der Hamburger Regierungschef fest.

Er würdigte auch die Verabschiedung der Behindertenkonvention als eine große politische Leistung von Franz Thönnes. Davon profitierten die Betroffenen noch heute. „Es ist toll, dass wir befreundet sind und zusammen gearbeitet haben“, betonte Olaf Scholz, der in Begleitung von Ehefrau Britta Ernst nach Ammersbek gekommen war.

Viel Lob für die gute Zusammenarbeit gab es von den Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn für ihren scheidenden Kollegen. Franz Thönnes habe es sich nicht nehmen lassen, bei fast allen Terminen Präsenz zu zeigen. Besonders wichtig sei ihm dabei das gemeinsame Frühstück einmal pro Woche mit den anderen Abgeordneten in der schleswig-holsteinischen Landesvertretung in Berlin gewesen. „Um 7.30 Uhr morgens mit Krabben und Rührei“, verriet Bettina Hagedorn. Dabei habe sich herumgesprochen, dass der Kollege ein guter Koch sei: „Und er hat auch viel Humor.“

Kreisvorsitzende Susanne Danhier sagte, sie sei zunächst einmal traurig, dass die lange Zusammenarbeit mit Franz Thönnes jetzt zu Ende gehe. Er sei immer ein Vorbild gewesen: „Hoffentlich wird er uns noch als Ehrenamtler erhalten bleiben.“

Die Gäste hatten für Franz Thönnes und Ehefrau Rita zahlreiche Geschenke mitgebracht.

Von Michael Thormählen

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