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Stormarn Friedhof: Neuplanung verzögert sich
Lokales Stormarn Friedhof: Neuplanung verzögert sich
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12:38 28.06.2017
Das Konzept der Landschaftsarchitekten Frank Bellinger und Joachim Schnitter sieht auch die Restaurierung der Grabsteine vor. Quelle: Fotos: (2) Von Dahlen
Bad Oldesloe

Entgegen den Erwartungen vieler Besucher kam auf der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten nicht die erforderliche Mehrheit zustande, um das fertig ausgearbeitete Konzept weiter planen und letztlich ausführen zu können.

Oldesloer Stadtverordnete verwiesen das Projekt zurück in den Bau- und Planungsausschuss.

Dabei galt das Projekt bei aller Sorge um die kippelige Haushaltslage als relativ sicher, da es Bestandteil des Programms Stadtumbau West ist und gefördert wird. Auch hatten sich zahlreiche Bürger auf einer Einwohnerversammlung im März dieses Jahres für denkmalgerechte Rekonstruktion der historisch bedeutsamen Stätte ausgesprochen. Das Torhaus des 1823 angelegten Friedhof wurde vom Erbauer der Hamburger Alsterarkaden Alexis de Chateauneuf entworfen, den Obelisk zum Gedenken an die gefallenen Soldaten des Französischen Kriegs 1871 stammt vom Bildhauer Richard Knöhl, der nicht nur den Gänselieselbrunnen in Bad Oldesloe, sondern auch Skulpturen am Chilehaus und auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg geschaffen hat.

„Zwar haben sich die Einwohner einstimmig zu dem Projekt bekannt, aber uns von der SPD geht es etwas zu schnell“, sagte Hans-Hermann Roden. Das bereits öffentlich vorgestellte Projekt sei sicherlich sinnvoll und habe Charme. Die Historie des alten Friedhofs sei sehr gut ausgearbeitet worden, so dass nun feststehe, was alles hergerichtet werden könne. Doch bislang gebe es nur eine sehr grobe Schätzung, mit welchen Kosten die Restaurierung verbunden sei. „Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage können wir nicht ohne weiteres zustimmen“, sagte Roden.

Im Namen der SPD lehnte er es ab, pauschal grünes Licht zu geben. Stattdessen schlug er vor, jede einzelne im Konzept enthaltene Maßnahme auf ihre Sinnfälligkeit hin zu überprüfen und das Projekt deshalb zunächst in den Bau- und Planungsausschuss zurückzuverweisen. Schließlich hätten auch die Einwohner nicht jedes Detail des bereits präsentierten Vorhabens für gut befunden. Erst wenn realistischere Kosten auf dem Tisch lägen, könne seine Fraktion eine Entscheidung treffen. „Man muss auch die rechtliche Situation einer Einwohnerversammlung betrachten. Sie gibt vor, wir müssen uns mit dem Thema beschäftigen, sind aber nicht gezwungen, zu 100 Prozent zu folgen“, schloss Roden sein Plädoyer.

Dem widersprach Hendrik Holtz (Die Linke) vehement. „Wenn es ein so deutliches Votum von den Bürgern gebe und das Volk ganz unmittelbar gesprochen hat, sollten wir den Vorschlag der Verwaltung beschließen“, sagte er.

Doch es kam anders. Bei einer Enthaltung schlossen sich auch Grüne und Freie Bürger für Bad Oldesloe (FBO) dem Antrag der SPD an, das Thema in den Bau- und Planungsausschuss zu verweisen. Allein die CDU stimmte dagegen.

Enttäuscht nahm Gerd-Günter Finck die Entscheidung zur Kenntnis. Als Geschäftsführer des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Kreis Stormarn hatte er gehofft, dass der Ehrenfriedhof noch in diesem Jahr hergerichtet werden könnte. „Daraus wird jetzt ja nichts. Dabei wäre es möglich gewesen, auch beim Volksbund einen Antrag auf Zuschuss zu stellen“, sagte Fink.

 Dorothea von Dahlen

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