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Stormarn Frisches Apfelmus zum Erntedank
Lokales Stormarn Frisches Apfelmus zum Erntedank
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20:13 30.09.2016
Fleißige Erntehelfer: (v. l.) Sarah, Muhammet, Hewa und Pascal vom St. Vicelin Kindergarten sammeln Äpfel ein. Quelle: Fotos: Sandra Freundt
Bad Oldesloe

Mit dem Einzug des Herbstes wird das Erntedankfest gefeiert. An welchem Tag genau diese uralte Tradition begangen wird, darüber gibt es unterschiedliche Aufzeichnungen. In Bad Oldesloe indes finden die Veranstaltungen zu diesem Brauch stets am ersten Oktoberwochenende statt.

Appetitlich wird es heute auch auf dem Oldesloer Marktplatz – die Marktbeschicker verteilen Kürbissuppe.

Auf dem Oldesloer Marktplatz wird am heutigen Sonnabend ab 9 Uhr wieder traditionell Kürbissuppe ausgegeben. Zudem gibt es kostenlos Luftballons mit dem „Iss frisch“-Logo der Marktgemeinschaft Bad Oldesloe. Der Verein organisiert das Fest schon seit vielen Jahren. Dazu gehört natürlich auch die Erntekrone. Sie wird stets von Elfenblume-Floristik gebunden und thront auf dem Kopf des „Manneken Pis“ auf dem Gänselieselbrunnen. „Das ist immer ein Akt mit Leiter und akrobatischen Übungen, die Krone dort oben anzubringen“, sagt Sonja Lauschke, 2. Vorsitzende der Marktbeschicker, schmunzelnd.

Zumal es morgens um sieben, wenn die „Krönung“ erfolgt, meist noch dunkel ist.

Anschließend wird der Brunnen traditionell herbstlich mit Stroh, Kürbissen, Maiskolben und anderer passender Deko hübsch geschmückt. „Jeder von uns Marktbeschickern gibt dabei etwas passendes dazu“, erklärt Lauschke die Gemeinschaftsarbeit. Neben anderen organisatorischen Arbeiten hat sie das gute Wetter bestellt, und schenkt die Kürbissuppe aus. Zudem wird das Fest von zehn bis zwölf Uhr musikalisch begleitet vom Musikzug der Gemeindewehr Bad Oldesloe.

In der evangelisch-lutherischen Peter-Paul-Kirche hängt der Erntekranz bereits seit vergangenem Montag über dem Altarbereich. Neu ist der Kranz diesmal jedoch nicht. „In Gemeinschaftsarbeit mit vielen Helferinnen, unter anderem Martina Wiebers, Christine Böttger, Astrid Voß-Scherrer, Tanja Böttger, Susi Behnk, Elisabeth Lienau, Nicole Poppinga, Christiane Knapp und Christa Buhs, um nur einige zu nennen, haben wir den im letzten Jahr schon gebunden“, erzählt Andreas Klempau. „Fünf bis sechs Stunden dauert so eine Fertigstellung“, berichtet der Küster weiter.

Heute wird von 17 Uhr an die Kirche noch mit Erntegaben geschmückt, so dass am Sonntag zum Erntedank-Gottesdienst um 10 Uhr alles passt. Anschließend wird der Kranz bis zum nächsten Jahr wieder im Foyer der Peter-Paul-Kirche aufgehängt. „Ich bin sicher, dass wir ihn dann auch 2017 wieder zum Erntedank verwenden können“, berichtet Klempau. Natürlich ist Erntedank auch in den Kindergärten der Kreisstadt ein Thema. Einen traditionellen Erntekranz gibt es im St. Vicelin Kindergarten zwar nicht, doch haben die etwa 80 Kinder dort bereits viel herbstliche Deko gebastelt. Von eigenen Apfelbäumen wurde zudem gemeinsam geerntet und daraus ebenfalls zusammen Apfelkuchen und Mus erstellt. „Die Kinder waren ganz eifrig bei der Sache, es hat allen Spaß gemacht“, erzählt Erzieherin Kerstin Peemöller.

Das eigentliche Erntedankfest feiert der Kindergarten allerdings erst am Dienstag. „Dann kommt der Heilige Franziskus, gespielt von Gemeindereferentin Monika Tenambergen, und berichtet vom Sonnengesang. In dieser biblischen Geschichte werden unter anderem der Himmel, die Sonne, die Erde und das Wasser für ihre Gaben gelobt, also der Schöpfung gedankt“, erklärt die Leiterin des Kindergartens. Nach dem hauseigenen Gebet wird dann noch etwas passend zu Franziskus’ Erzählungen gebastelt.

Auch die Ernte aus dem Supermarkt darf auf den Altar

Das Erntedankfest ist eines der ältesten Feste überhaupt und geht vermutlich auf christliche Religionen zurück. Weil früher mehr als achtzig Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebten, wurde es zur Tradition, sich nach Einbringen der Ernte bei Gott zu bedanken. Immer noch wird Erntedank gefeiert, je nach Region unterschiedlich: Auf vielen Feldern stehen „Opferpuppen“ aus Stroh, die als Dank für die Ernte dort auch bleiben. Ein Erntedank-Gottesdienst wird unter anderem in der Matthias-Claudius- Kirche in Reinfeld gefeiert. Am Sonntag beginnt dieser um 10 Uhr. „Wir freuen uns über Erntegaben aus dem Garten und auch über unverderbliche Lebensmittel, wie Nudeln, Reis, Soßen, Dosengemüse und anderes“, erklärt Pastorin Dr. Christina Duncker. Es darf also auch im Supermarkt „geerntet “ werden. Im Anschluss gehen alle Gaben wieder an die Reinfelder Tafel. sf

Sandra Freundt

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