Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Fröhliche Weihnachten bei 39 Grad
Lokales Stormarn Fröhliche Weihnachten bei 39 Grad
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:30 23.12.2012
In Australien ist jetzt Sommer, aber im Schatten kann man es durchaus aushalten: Stefan Blanck mit seinen Hunden „Molly“ und „Asher“.
Bad Oldesloe

Wenn sich Stefan Blanck (43) außerhalb des kleinen Städtchens Kyneton in den Liegestuhl setzt und im Schatten eines großen Laubbaumes seinen Blick über seine kleine Farm schweifen lässt, kann er sich eigentlich zufrieden zurücklehnen. Er hat eine Frau geheiratet, die er liebt, und er lebt in einem Land, das andere Menschen fasziniert. Gerade jetzt, so kurz vor Weihnachten jedoch, vermisst er die Dinge, die er mit Weihnachten verbindet: Kälte, Schnee, über einen Weihnachtsmarkt zu bummeln, sich in eine warme Jacke zu mummeln und mit guten Freunden draußen an der Punschbude zu stehen und einen Glühwein zu trinken.

„An die australischen Weihnachten habe ich mich immer noch nicht gewöhnt“, erzählt Stefan Blanck freimütig. Mit Grausen denkt er daran, dass es zu den Feiertagen 39 Grad warm werden soll. Worüber andere jubeln würden, richten Stefan Blanck und seine Nachbarn nur einen sorgenvollen Blick gen Himmel. Die Gefahr von Buschbränden ist recht groß, deshalb ist auch der Oldesloer in Alarmbereitschaft, um notfalls mit der Feuerwehr auszurücken.

Was ihn in Australien erwarten würde, wusste der Polizeibeamte, der sieben Jahre lang Dienst in Bad Oldesloe tat, bereits bevor er mit Labrador Max alle Brücken hinter sich ließ und in Australien ein neues Leben aufbaute. Für fünf Jahre hatte sich Stefan Blanck vom Polizeidienst beurlauben lassen und hatte in Australien Mandy kennen- und lieben gelernt. Nach dem Urlaub von der Polizei zogen beide zunächst nach Bad Oldesloe. „Weil es in Australien keine Schlösser gibt, haben wir 2004 im Ahrensburger Schloss geheiratet“, denkt Stefan Blanck zurück. Vier Jahre später packten Mandy und Stefan Blanck jedoch abermals ihr Hab und Gut zusammen, um erneut nach Australien zu ziehen.

Zwischen Melbourne und Bendigo haben sie sich in Redesdale in der Nähe der Kleinstadt Kyneton eine kleine Farm gekauft, auf der sie mit ihren „Kindern“, den beiden schwarzen Labradoren „Asher“ und „Molly“, den Pferden „Starlight“ und „Misty“ und den drei Kühen „Barbie“, „Tuppence“ und „Q“ leben. Während seine Frau Mandy als Geschäftsführerin eines Textilzulieferers arbeitet und jeden Tag eineinhalb Stunden pro Fahrt mit der Bahn nach Melbourne unterwegs ist, könnte es beruflich für Stefan Blanck derzeit besser laufen.

In einem Supermarkt hatte er eine Vollzeitstelle, wurde dann jedoch zusammen mit anderen Kollegen gekündigt. Im Supermarkt arbeitet er immer noch, jetzt aber nicht mehr fest, sondern auf Anforderung, weil es billiger für das Unternehmen ist. Geschult wurde er extra für die „Porno-Ecke“", die allerdings mit lustvollen Filmen nicht viel zu tun hat. „Das ist die Abteilung, in der Alkohol verkauft wird. Dafür musste ich eine Schulung mitmachen. Betreten darf man den Bereich erst, wenn man 18 Jahre alt ist. Deshalb sagen wir immer Porno-Ecke dazu“, erzählt Blanck.

Je näher das Weihnachtsfest rückt, desto mehr verspürt er Heimweh. In Australien ist sein Weihnachtsbaum 50 Zentimeter groß und aus Plastik, das Essen zum Fest mit viel Obst, Salat und gekochtem Schinken ist kalt und als Weihnachtsgeschenke werden bevorzugt „Gift-Cards“ verschenkt, zur Abkühlungen springt man in den Pool. Genau dann vermisst Stefan Blanck frische Tannenzweige, einen Weihnachtsbaum mit echten Kerzen, das Auspacken der Geschenke und seine „Maus“, wie er und seine Frau die beste Freundin aus Bad Oldesloe nennen. Marion ist im Januar verstorben und hat es nie bis Australien geschafft.

Petra Dreu

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Veranstaltungsprogramm läuft wie geplant weiter.

23.12.2012

Auf schneeglatter Fahrbahn sind am Samstag auf der A1 Lübeck-Hamburg sechs Autos ineinander gefahren.

22.12.2012

Auf schneeglatter Fahrbahn sind am Samstag auf der A1 Lübeck-Hamburg sechs Autos ineinandergefahren. Es habe Verletzte gegeben, wie viele sei noch unklar, sagte ein Polizeisprecher in Lübeck.

23.12.2012
Anzeige