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„Frühe Hilfen“ entlasten Eltern in schwieriger Lage

LN SERIE „Frühe Hilfen“ entlasten Eltern in schwieriger Lage

Sie stehen jungen Müttern zur Seite, die mit ihrer neuen Rolle überfordert sind. Im Rahmen des Projekts „Von Anfang an – Frühe Hilfen“ sorgen die Familienhebammen des Kinderschutzbundes dafür, dass sie ihre Startschwierigkeiten überwinden, damit sie später gut allein zurecht kommen. Das Modell „Schutzengel“ wird vom Land unterstützt.

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Flüchtling schenkt der Freikirche eine Jesusfigur

Familienhebamme Anke Wagner schult eine neue Kollegin im Umgang mit Neugeborenen."

Quelle: Foto: Hfr

Bad Oldesloe. „Ein Kind ist uns geboren“– diese Botschaft, die dieser Tage in Gottesdiensten und auf Weihnachtskonzerten so fröhlich über die Lippen der Sänger kommt, löst in einigen Familien Beklemmung, Angst oder sogar Sorge aus. Denn nicht alle Mütter – egal ob sie selbst noch halbe Kinder oder in einem erfahreneren Alter sind – fühlen sich der Aufgabe gewachsen, einem Säugling all die Fürsorge zukommen zu lassen, die er braucht. Doch selbst sehnsüchtig erwarteter Nachwuchs kann Eltern an den Rand der Belastbarkeit bringen, bei Mehrlingsgeburten etwa oder wenn ein einzelner Säugling besonders intensive Betreuung braucht.

So war es im Fall von Familie Berger (Namen geändert) aus Stormarn und ist es immer noch. Schon früh zeichnete sich ab, dass ihr Junge mit einer Fehlbildung des Gehirns zur Welt kommen wird. Diese Diagnose allein stellte schon eine große Belastung dar. Niemand konnte genau vorhersagen, wie sich das Kind entwickeln würde, welche Überlebenschancen es hat. „Einige Ärzte gaben ihm nur wenige Monate“, erinnert sich die Mutter. Unklar war etwa, ob der Junge es schafft, überhaupt selbsttätig zu atmen. Vor einem Jahr war die Sorge groß, dass er Weihnachten nicht überlebt. Inzwischen ist Kevin bereits 14 Monate alt, eine Entwicklung, die alle froh stimmt. „Jeder Tag, den wir mit ihm erleben, ist wie ein kleines Wunder“, fügt die Stormarnerin hinzu.

Ohne Unterstützung von außen wären die Bergers jedoch manchmal schier verzweifelt. Zum Glück nahten schon kurz nach der Geburt die „Frühen Hilfen“. „Als ich noch in der Uni-Klinik lag, wurde schon der Kontakt zu einer Familienhebamme hergestellt“, sagt Elke Berger. So hatte sie gleich den nötigen Rückhalt, als sie mit ihrem Spross nach Hause kam. Denn ein schwer behindertes Kind zu versorgen nimmt mehr Zeit in Anspruch und kostet somit auch mehr Kraft.

Um das und vieles mehr abzufedern, schickte der Kinderschutzbund Anke Wagner zu den Bergers. „Die Situation stellt für die Familie eine starke seelische Belastung dar. Ich hab oft getröstet, wenn es allen zu viel wurde“, sagt die Familienhebamme Anke Wagner. Ihr bescheidener Einwurf, viel habe sie gar nicht getan, weist Elke Berger entschieden zurück: „Allein Deine Anwesenheit hat sehr gut getan. Das Gefühl, mit jemandem reden zu können, hat mir immer sehr geholfen“, sagt sie.

Und dann sind da noch die bürokratischen Hürden, die die Bergers zu nehmen haben. Der Papierkram, den Eltern mit einem schwer behinderten Kind zu bewältigen haben, um eine Pflegestufe zu bekommen, ist immens. Und meist fehlt Eltern wie in ihrer Lage auch die Zeit, sich zu informieren, welche öffentliche Einrichtung Zuschüsse gewährt für besondere Hilfsmittel.

„Der Förderdschungel ist für Laien schwer zu durchblicken. Wir dagegen sind gut vernetzt, wissen, was man wo erledigen muss und sind gewissermaßen die Brücke zwischen dem medizinischen Bereich und dem komplizierten Sozialsystem“, erklärt Anke Wagner, die eng mit den geburtshelfenden Hebammen im Kreis zusammenarbeitet. „Wir stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern betrachten uns als Team, so dass wir den Müttern optimal helfen können.“

Im Kreis Stormarn sind seit 2014 insgesamt vier Familienhebammen für den Kinderschutzbund Stormarn tätig. Sie sind jeweils den Kinderhäusern „Blauer Elefant“ in Bad Oldesloe, Bargteheide oder Ahrensburg angegliedert. Die „Frühen Hilfen“ nehmen nicht nur Mütter mit besonders pflegebedürftigem Nachwuchs, sondern auch solche mit sozialen wie auch psychischen Problemen in Anspruch. Um besondere Härten abfedern zu können, verfügt der Kinderschutzbund über einen Familienhilfefonds aus Eigenmitteln. Pro Jahr sind etwa 80 Familien in Stormarn auf „Frühe Hilfen“ angewiesen.

Dorothea von Dahlen

HILFE IM ADVENT

Der aktuelle Spendenstand:

8541Euro

Gespendet haben Martin Holst 50 Euro, anonym 121 Euro, Reinhard und Renate Schick 100 Euro, Lieselott Duis 50 Euro, Michael Lahmann 15 Euro, Ingrid Kopplow 20 Euro, Regina David 25 Euo, Klaus und Bettina Gruber 100 Euro, anonym 50 Euro. Die Spender werden mit Namen veröffentlicht. Es sei denn, sie möchten dies ausdrücklich nicht.

Deutscher Kinderschutzbund

Kreisverband Stormarn

Iban: DE92213522400179071071

Bic NOLADE21HOL

Sparkasse Holstein

Verwendungszweck:

„Spende: Hilfe im Advent“

Dankesworte

Ingo Loeding, Kinderschutzbund:

„In diesem Jahr gehe ich in der Adventszeit besonders gern zum Briefkasten, um meine Zeitung zu holen. Denn dem Team der Lübecker Nachrichten ist es gelungen, unsere Arbeit in einfühlsamen Artikeln sehr gut zu beschreiben. Die Beiträge werfen ein Blitzlicht auf die beschwerlichen Lebenssituationen von Kindern und Familien, für die wir mit unseren Angeboten da sind."

Martin Lüdiger, Sparkasse Holstein: „Die Stormarner haben wieder einmal gezeigt, wie viel Gutes man gemeinsam schaffen kann. Als Partner der Aktion bedanken wir uns bei allen Spendern. Jeder einzelne Euro hilft, die wichtige Arbeit des Kinderschutzbundes zu unterstützen und damit Kindern und Familien vor Ort eine nachhaltige Verbesserung ihrer Lebenssituation zu ermöglichen. Diese Großherzigkeit ist nicht selbstverständlich."

LN

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