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Stormarn G-20-Gipfel: Hotels ausgebucht, Flugverbot über Stormarn
Lokales Stormarn G-20-Gipfel: Hotels ausgebucht, Flugverbot über Stormarn
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08:24 06.07.2017
Auch in Bad Oldesloer Hotels sind Polizisten aus anderen Bundesländern untergebracht. Quelle: VON DAHLEN
Bad Oldesloe

Die Schatten des G-20-Gipfels fallen auch auf Bad Oldesloe. Wer dieser Tage sein müdes Haupt in der Kreisstadt betten will, hat Pech. Er oder sie muss sich ein Zimmer in Buxtehude oder einer anderen entfernter gelegenen Stadt suchen. Nicht einmal die Jugendherberge kann Platz im Gruppenraum anbieten. Das wiederum hat nichts mit dem Treffen der sicherheitsgefährdeten Politprominenz zu tun. „Wir sind den ganzen Juli über mit Schulklassen belegt“, sagt Mara von Oesen vom Herbergsteam.

Doch nicht allein in Bad Oldesloe platzen die Hotels aus allen Nähten. „Sie haben es verpasst“, heißt es auch bei einer kreisweiten Suche auf Anfrage in gängigen Hotelportalen. Für den Buchungszeitraum 6. bis 11. Juli waren mit Stand von gestern Mittag bis auf eines in Glinde sämtliche Häuser in Stormarn hoffnungslos ausgebucht.

Freilich zieht es nicht die weltmächtigsten Regierungschefs und ihre Entourage in die Provinz. Es sind vielmehr die Ordnungshüter, welche für deren Sicherheit sorgen sollen. Sie wurden aus Nordrhein-Westfalen, Berlin, Niedersachsen und anderen Bundesländern zusammengezogen, um im Bedarfsfall in Hamburg eingreifen zu können. „Ja, auch bei uns sind Polizisten untergebracht“, erklärt eine Oldesloer Hotelangestellte im LN-Gespräch. „Aber es sind sehr nette Leute. Sie haben sich freiwillig gemeldet, um ihren Kollegen zu helfen“, fügt sie eilig hinzu, wohl auf unrühmliche Vorfälle in einer Unterkunft in Bad Segeberg anspielend.

Bis auf zwei Suiten ist auch das Romantikschloss Tremsbüttel augelastet. „Wir hatten in der Vorwoche schon eine Anfrage von der Polizei. Sie wollte das ganze Hotel mieten“, erzählt Marketing- und PR-Managerin Andrea Graf. Da schon Zimmer für die Zeit belegt gewesen seien, habe sich das so nicht realisieren lassen. „Aber wir profitieren schon von einer guten Auslastung. Viele Geschäftsleute, die in Hamburg Termine haben, sich aber dem Stress dort nicht aussetzen wollen, kommen zu uns“, räumt die Hotel-Sprecherin ein. Und mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu, dass durchaus Platz für einige Gipfelgäste und deren umfangreiches Gepäck sei.

Wie viele Beamte insgesamt im Kreis Stormarn während des Gipfels untergebracht sind, gibt die Polizei aus taktischen Gründen indes nicht bekannt. Nur so viel, dass auch Vierbeiner aus der für Stormarn zuständigen Polizeidirektion Ratzeburg in den vergangenen Tagen beim großangelegten Sicherheitscheck in Hamburg beteiligt waren. Die auf das Aufspüren von Sprengstoff konditionierten Hunde „Larry“, „Fly“ und „Ixo“ vergewisserten sich, dass in den Quartieren gefährdeter Staatsgäste reine Luft herrscht und niemand zu Schaden kommen kann.

Rettungskräfte aus dem Kreis Stormarn sind laut dem übergeordneten Aktionsplan zum G-20-Gipfel offenbar nicht angefordert worden. „Wir hatten an einer Besprechung teilgenommen, aber es hieß, die Hamburger schaffen es allein, die Veranstaltungen abzusichern“, berichtet Anja Kühl, Fachbereichsleiterin Ordnung beim Kreis. Lediglich wenn sich eine größere Schadenslage ergebe, werde Personal aus Stormarn im Vorlauf von vier Stunden abgerufen.

Auf Unterstützung dieser Art kann Enno Glantz vom gleichnamigen Erdbeerhof nicht hoffen. „Wir bauen drei Verkaufswagen in Hamburg ab wie am U-Bahnhof Sternschanze, drei andere schließen wir. Wir haben Angst, dass sie bei Krawallen zerstört werden. Das ist ein ganz schöner Verdienstausfall“, sagt der Obstbauer.

Der Aero-Club Bad Oldesloe kann dagegen von Glück sprechen, da der Verein seinen Modellflugtag in der Vorwoche hatte. Denn über dem Himmel von Stormarn herrscht für den 7. und 8. Juli kategorisches Flugverbot. „Davon wissen wir erst seit kurzem. Der Veranstaltungsplan steht aber schon seit Anfang des Jahres“, sagt Vize-Chef Dennis Krüger.

 Dorothea von Dahlen

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