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Gäste aus China büffeln an der Oldesloer Stadtschule

Bad Oldesloe Gäste aus China büffeln an der Oldesloer Stadtschule

Wie man auch lernen kann: Eine Delegation aus dem chinesischen Bildungsministerium besuchte jetzt das Lego Education Innovation Studio (Leis).

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Lisann (8) und Colin (10) zeigen den Gästen aus China, (v. l.) Chenchen Zhou, Jing Wu, Lei Zhao und Wei Wang, wie sie die Kreiselantriebsaufgabe von ihrem Technik-Lehrer Bernd Müller (r.) umgesetzt haben.

Quelle: V. Bosslet

Bad Oldesloe. Da staunt Sabine Prinz nicht schlecht: 50 bis 70 Schüler werden in chinesischen Schulen gemeinsam in einer Klasse unterrichtet. Von einem Lehrer. „Das wäre hier undenkbar“, sagt die Leiterin der Oldesloer Stadtschule.

Unterstützung auf breiter Basis

Finanziert wurde der Forschungsraum in der Stadtschule 2013 mit Unterstützung der Sparkassenstiftung Stormarn, des Lions-Clubs Stormarn, des Schulvereins der Stadtschule sowie der Stadt Bad Oldesloe als Schulträger. Die Ausstattung mit Mobiliar, Smartboard und Notebooks übernahm die Stadt, Sponsoren und Schulträger gaben 20 000 Euro für Lern-Module.

Gestern begrüßte sie eine Delegation aus dem chinesischen Bildungsministerium in ihrer Einrichtung. Die Gäste schauten sich das Lego Education Innovation Studio (Leis) an. Von der im Gegensatz zu chinesischen Verhältnissen überschaubaren Gruppe an Schülern um Technik-Lehrer Bernd Müller wollten sie erfahren, wie man durchaus „freidenkend“ und dennoch zielgerichtet unterrichtet werden kann.

„Das Oldesloer Leis ist unser Vorzeigeprojekt“, berichtete Tobias Hagen, Vertreter von Lego Education Europa, der die Chinesen nach Stormarn begleitete. „In China wird noch sehr klassisch gelernt, in sehr großen Klassen. Alles wird mit Papier gemacht. Die Motivation der Delegation, uns zu besuchen, ist, in dem Land der großen Ingenieure zu sehen, wie man auch lernen kann.“

Das zeigt die Klasse von Bernd Müller eindrucksvoll. Ihre Aufgabe in der 60-minütigen Unterrichtsstunde besteht darin, einen schlauen Antriebskreisel zu konstruieren. „Die Schüler müssen zunächst verstehen, wie ein Kreisel funktioniert, welche Form er hat, wie er sich dreht“, erklärt Pädagoge Müller. „Nicht immer ist die Aufgabe in einer Stunde zu schaffen. Aber das macht nichts, denn wir wollen im Leis erst ein Basiswissen vermitteln. Das Verständnis für technische Gesetze kommt dann später.“

Irgendwann kommen die Lego-Baukästen auf den Tisch und dazu die Laptops. In Zweier-Teams machen sich die Schüler an ihren Forschungsinseln an die Arbeit. Mit Bauklötzchen setzen Lisann (8) und Colin (10) in Windeseile einen Kreisel zusammen. Damit nicht genug. Am Computer programmieren sie den Antrieb für ihr Konstrukt. „Manchmal stoppt er zwischendrin“, sagt Lisann. „Das funktioniert noch nicht ganz richtig.“

Chenchen Zhou schaut den jungen Nachwuchsingenieuren interessiert über die Schulter. „Ich bin erstaunt, wie diszipliniert alle sind“, sagt sie auf Englisch. Zwar wird an allen Tischen getuschelt.

„Aber die Kinder sind ganz auf das Thema fokussiert und tauschen sich darüber aus“, sagt Sabine Prinz. Genau das ist das Ziel des Leis. Im März 2013 wurde der Lern- und Erlebnisraum in der Stadtschule eingeweiht. Er hat sich zu einer festen Größe im Unterrichtet entwickelt. „Ich war damals erst skeptisch. Ich dachte, es sei ein Hype und irgendwann vorbei “, gibt Sabine Prinz zu. Sie hat sich geirrt. Heute nutzen umliegende Kitas den sehr gut ausgestatteten Raum, es gibt Nachmittagskurse für Hochbegabte. „Es hat sich gelohnt und bewährt“, sagt die Schulleiterin.

Gelohnt hat sich auch die weite Reise der Gäste. „Wir nehmen viele Ideen mit nach Hause“, sagt Lei Zhao. Denn das chinesische Schulsystem stelle sich um — „wenn auch sehr langsam“.

Von Verena Bosslet

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