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Gasspürer sucht gefährliche Lecks

Lütjensee Gasspürer sucht gefährliche Lecks

Gasspür-Experten der Schleswig-Holstein Netz AG sind täglich, auch in Lütjensee, auf Streife, um Gasaustritte zu messen. Falls ja, ist Werkzeug im Wagen. Auch an Gullis wird gemessen.

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Stephan Albers zeigt in Lütjensee die Ausrüstung: Ein Gerät misst, ob Gas austritt, falls ja, ist Werkzeug im Wagen.

Quelle: Foto: Bettina Albrod

Lütjensee. Stephan Albers führt einen Stab vor sich her, der an die Kinderspielzeuge erinnert, bei denen der Schnabel auf und zu geht oder Entenfüße patschen. Aber hier ist kein Vogel drauf, sondern eine Messsonde, mit der der Gasspür-Experte der Schleswig-Holstein Netz AG möglichen Lecks in der Leitung auf der Spur ist. Den Gasspürschein hat er vor 22 Jahren gemacht, seitdem ist der gelernte Kfz-Mechaniker täglich unterwegs, um 235 Kilometer Leitungsnetz zu überprüfen.

„Das Messgerät misst oberirdisch in Millionstel Prozent, ob Gas in der Luft ist“, erklärt Albers die Technik. Dabei wird die Luft direkt über dem Boden angesaugt. Tritt irgendwo Gas aus, schlägt das Gerät an und gibt als akustisches Warnsignal ein Piepen von sich. „Wenn das der Fall ist, wird der Boden an der Stelle aufgebohrt, um festzustellen, wo genau das Leck ist“, erklärt Albers. Alle Werkzeuge dafür fahren im Werkstattwagen mit. Albers Aufgabe ist es dann, die Dringlichkeit eines Eingreifens zu analysieren; im Bedarfsfall sind die Baukolonnen des Unternehmens auch sofort zur Stelle.

In Lütjensee ist alles ruhig, bislang piepen nur die Vögel und das Messgerät schnurrt bei Null vor sich hin. Albers hat einen PC umgeschnallt, der ihm genau anzeigt, wo die Gasleitungen liegen, welcher Druck sich darauf befindet oder wo Hausanschlüsse abgehen. Denen folgt er wie ein Spürhund. Eine Spürnase braucht er dabei nicht, dafür gibt es die Odorierung. „Erdgas besteht zu 96 Prozent aus Methangas, das geruchsneutral ist“, erläutert der Fachmann. „Damit man einen Gasaustritt trotzdem riechen kann, werden dem Gas Geruchsstoffe beigemengt.“ Wer sagt, es rieche nach Gas, riecht in Wirklichkeit die Beimischung, aber Hauptsache, das olfaktorische Warnsystem funktioniert.

Albers spürt nach Plan, folgt der Karte und biegt immer wieder auf Grundstücke ab, um den Hausanschlüssen zu folgen. „Manchmal haben Hunde das nicht gerne“, berichtet er von seinen Erfahrungen. „Aber passiert ist zum Glück noch nichts.“ Albers kann sich gegenüber Eigentümern ausweisen, ohnehin fühlt sich der Mensch beruhigt, wenn die Gasleitung dicht ist. Für seine Aufgabe muss Albers jährlich sein Zertifikat erneuern. Ab und zu hat er bei der Arbeit schon Warnsignale bekommen, aber, so Albers, das können auch Faulgase aus der Kanalisation oder dem Boden sein. Nachgeprüft wird auf jeden Fall. „Ein Leck ist schon vorgekommen“, sagt Albers, „aber das Netz wird immer besser“. Gas suche sich immer den kürzesten Weg nach oben, deshalb werde auch jeder Gulli gemessen.

Fünf Kilometer Niederdruckleitungen schafft Albers pro Tag, bei Hochdruckleitungen können es auch mal 15 Kilometer sein. Von April bis Oktober sind die Gasspürer unterwegs, denn Schnee und Regen verhindern, dass Lecks in den Gasleitungen verlässlich aufgespürt werden können. Bei Gas ist Sicherheit gefragt, deshalb wird nur geprüft, wenn man auch prüfen kann.

„Bei schlechtem Wetter gibt es andere Arbeiten, oder ich prüfe unter Autobahnbrücken oder im Elbtunnel“, so Albers. Pro Jahr kommt ein Gasspürer auf 600 bis 800 Kilometer Fußweg, dabei gilt es, 2775 Hausanschlüsse alleine im Kreis Stormarn zu überprüfen. In diesem Jahr sind die Gasspürer in Lütjensee, Grande, Grönwohld und Trittau im Einsatz.

Energieanbieter

Die Schleswig-Holstein Netz AG ist als Betreiber von Strom- und Gasleitungen in rund 1000 Kommunen in Schleswig-Holstein und Nordniedersachsen für die Energienetze verantwortlich. Mit über 300 schleswig-holsteinischen Kommunen als direkte Aktionäre sowie der Beteiligung der elf schleswig-holsteinischen Kreise an der Muttergesellschaft HanseWerk ist die kommunale Partnerschaft prägend. Mit 600 Mitarbeitern betreibt das Unternehmen rund 51000 Kilometer Hoch-, Mittel- und Niederspannungs-, 15000 Kilometer Gas- und 7500 Kilometer Kommunikationsnetze in Schleswig-Holstein und Nordniedersachsen.

 Bettina Albrod

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