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Stormarn Geburtstag des Munitionsherstellers Rheinmetall: Künstler demonstrieren in Trittau gegen Aufrüstung
Lokales Stormarn Geburtstag des Munitionsherstellers Rheinmetall: Künstler demonstrieren in Trittau gegen Aufrüstung
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14:58 13.04.2019
Rund 30 Demonstranten zogen durch Trittau. Quelle: Bettina Albrod
Trittau

Die „Gruppe 9. November“, die sieben Künstler aus Stormarn jüngst gegründet hat, hat am Sonnabend mit einer Demo zum Werksgelände des Munitionsherstellers Rheinmetall in Trittau und mit einer anschließenden Kunst-Installation auf dem Europaplatz gegen die europaweite Aufrüstung demonstriert. Anlass ist der 130. Geburtstag des auch in Trittau ansässigen Unternehmens Rheinmetall. Rund 30 Menschen folgten dem Aufruf zur Demo und waren mit Fahnen, Plakaten, Sensenmannkostüm, Klang-Instrumenten und einem Sarg gekommen, um bei dem Umzug mitzumachen. Auf dem Weg verteilten sie Flugblätter an die Passanten.

Vor der Firma Rheinmetall gab es eine Kundgebung gegen Aufrüstung. Quelle: Bettina Albrod

„Kunst macht Kunst im Milieu von Politik und Gesellschaft“, erläuterte Axel Richter vom Kunsthaus am Schüberg in Ammersbek und Gründungsmitglied der „Gruppe 9. November“ die Aktion. Rheinmetall sei einer der größten deutschen Waffenhersteller und weltweit vernetzt. Aus Anlass des Geburtstages des Unternehmens solle mit der Aktion, zu der ein Ständchen vor dem Werkstor gehöre, Öffentlichkeit geschaffen werden. „100 Jahre Töten mit Rheinmetall – was gibt es da zu feiern?“, hieß es auf einem Infoblatt, dazu die Forderung: „Stopp von Rüstungsproduktion und Rüstungsexporten!“

 

Ständchen vor dem Werkstor

Unter Polizeibegleitung liefen die Demonstranten von der Vorburg zum Werksgelände, wo der Sarg aufgeklappt wurde und eine Verstärkeranlage zum Vorschein kam. Nach einer kurzen Ansprache, dem Verlesen von Gedichten und eigenen Texten, einer Klang-Installation mit Tröten und Klingeln sowie einer Schweigeminute zogen die Demonstranten zurück auf den Europaplatz, wo drei Künstler mit ihren Werken die Themen Teilen, Grenzen und Kommunikation umgesetzt hatten.

Grenzsteine für Frieden

Bildhauer Axel Richter hat das Motiv der Grenzsteine gewählt, um damit auf die Ausgrenzung zu verweisen, aber auch auf die ursprüngliche Funktion der Grenzsteine, geheiligte Friedensbereiche zu markieren. „Das Projekt ist als Vernetzungsprojekt gedacht. Alle 55 Stormarner Kommunen und Gemeinden werden zur Teilnahme eingeladen“, so Richter. Es bestehe bereits Interesse in einzelnen Gemeinden, einen der Grenzsteine aufzustellen. In denen befinden sich Hohlräume zum Hinterlassen von Botschaften.

Demo gegen Krieg, Waffen und Aufrüstung: Stormarner Kulturschaffende protestieren am Firmenstandort Trittau des Unternehmens Reinmetall .

Denise Heinemeier thematisiert mit „unser täglich Brot“ die Frage: „Was nährt uns heute?“ Passanten konnten zu einem Brotlaib aus Holz, Draht, Wachs und Kohle Botschaften auf der Tischdecke hinterlassen. Eva-Maria Siebert war mit der Klangperformance „ins Leben rufen“ dabei. Dazu sang der Vocalis Chor Bargteheide; mit einer Andacht ging die Aktion am Mittag zu Ende.

Rheinmetall

In Trittau ist die Rheinmetall AG seit 2002 ansässig. In erster Linie werden Munition für Ausbildung und Training für Bundeswehr und Bundespolizei hergestellt. In dem Unternehmen arbeiten derzeit 200 Mitarbeiter. Es wurde am 13. April 1889 gegründet.

Bettina Albrod

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