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Stormarn Ab 10.36 läuten in Bad Oldesloe die Glocken
Lokales Stormarn Ab 10.36 läuten in Bad Oldesloe die Glocken
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07:05 17.04.2019
Pastor Karsten Baden-Rühlmann, Bürgerworthalterin Hildegard Pontow und Bürgermeister Jörg Lembke (v.l.) laden zur Gedenkveranstaltung „Bombardierung von Bad Oldesloe am 24. April 1945“ ein. Quelle: Dorothea von Dahlen
Bad Oldesloe

 Wenn am kommenden Mittwoch überall in der Kreisstadt die Glocken läuten, hat das einen besonderen Grund. Ab 10.36 Uhr ging in Bad Oldesloe vor 74 Jahren ein Bombenteppich nieder. Dieses Angriffs britischer Militärflugzeuge kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wird in diesem Jahr erstmals mit einer großen Veranstaltung gedacht. Stadt, Kirche und die Ida-Ehre-Schule wirken daran gleichermaßen mit und gestalten eine Feierstunde auf dem evangelischen Friedhof.

Gedenken an den Jahrestag des Bombardements

„Wir wollten an diesen Tag nicht nur einen Kranz niederlegen wie am Volkstrauertag, sondern dieses Datum bewusster begehen. Es ist eine für alle Oldesloer offene Veranstaltung. Wir freuen uns über jeden, der daran teilnimmt“, sagt Bürgermeister Jörg Lembke. Sicherlich sei es schwierig, den Termin an einem Werktag wahrzunehmen. Doch letztlich habe man sich bei der Vorbereitung am Jahrestag des Bombardements orientiert.

Ida-Ehre-Schule wirkt bei Festakt mit

„Wie ein Sturm ist der Angriff über die Stadt gezogen. In Minuten wurde Bad Oldesloe in ein Trümmerfeld verwandelt“, schilderte Bürgerworthalterin Hildegard Pontow, was sich damals ereignete. Die Erinnerung daran solle immer auch als Mahnung gegenwärtig bleiben, welche schrecklichen Auswirkungen Kriege haben. Wichtig sei auch, dass das Thema nicht nur von Menschen der Generation 70 plus wahrgenommen werde, sondern, dass auch junge Leute damit konfrontiert würden. Insofern sei es begrüßenswert, dass die Ida-Ehre-Schule mitwirke. Sie rücke das Thema Frieden und Europa in den Mittelpunkt ihrer Beiträge zur Veranstaltung.

Hauptangriffsziel des Luftgeschwaders war der Oldesloer Bahnhof. Doch letztlich legten die Bomben einen ganzen Stadtteil in Schutt und Asche.

Stadtarchivarin zeigt historische Fotos

Mit dem Lied „Adiemus“ des walisischen Komponisten Karl Jenkins eröffnet der Oberstufenchor der Ida-Ehre-Schule unter Leitung von Martin Malessa den Festakt in der Auferstehungskapelle des Friedhofs gegen 10.40 Uhr. Das Ensemble bringt während der Veranstaltung noch weitere Stücke zu Gehör. Aus Sicht der Kirche wird Pastor Karsten Baden-Rühlmann einige Gedanken zum Thema Krieg und Frieden äußern, als weltlicher Vertreter konnte Walter Busch als Ehrenbürger der Stadt und Zeitzeuge gewonnen werden. Stadtarchivarin und Historikerin Dr. Sylvina Zander präsentiert eine Dokumentation des Bombeninfernos, die sie anhand von Fotos zusammengetragen hat. Eike Jöhnk und Hannes Karl untermalen das instrumental mit dem Stück „Apassionata“. Schüler der Klasse 11 würdigen die beim Bombenangriff getöteten Menschen und bringen ihnen zur Ehre Kerzen zum Altar der Kapelle. Zum Abschluss ziehen alle zum Gedenkstein, wo Bürgermeister Jörg Lembke einen Kranz niederlegt. Gegen 12 Uhr endet die Veranstaltung.

Dorothea von Dahlen

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