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Stormarn Gefährliche Bundesstraße 75
Lokales Stormarn Gefährliche Bundesstraße 75
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20:22 11.09.2013
Gefährliche Hofausfahrt am Wesenberger Herweg: Viele halten sich nicht ans Tempolimit. 8000 bis 9000 Fahrzeuge fahren dort täglich entlang.

So sieht effektive Überzeugungsarbeit aus: Noch beim Ortstermin gestern auf Hof Springbek am Wesenberger Herweg bekam Bürgermeisterin Karin Dettke von Polizei und Verkehrsbehörden die Zusage, dass die Tempobegrenzung auf 50 Stundenkilometer in der scharfen Kurve der Bundesstraße 75 beim Pferdehof um ein paar Meter in Richtung Reinfeld ausgeweitet werde.

Die Furcht vor Unfällen, wenn Trecker mit Anhänger den Hof verlassen und nicht schnell genug in die Spur kommen, treibt an dieser Stelle Anwohnerin Marianne Denker um. Zudem sei der Radweg nicht ausreichend geschützt. Und es gibt da noch gleich neben der Hofein- und ausfahrt eine Bushaltestelle. Wesenbergs Gemeindevertreter Thomas Claussen weiß von vielen Unfällen wegen unangepasster Geschwindigkeit in dieser Kurve, die zusätzlich gefährlich ist durch Abbieger aus Wesenberg auf die Bundesstraße ein paar Meter unterhalb des Pferdehofes. Kürzlich wurde dort ein Tierarzt in einen Unfall verwickelt. Zuvor war eine Wesenberger Gemeindevertreterin verletzt worden. Bürgermeisterin Dettke berichtet von fünf Nachwuchsfahrern aus dem Ort, „die allesamt in dieser Kurve ihre Autos zerlegt haben“.

Nun sei dies zwar kein Unfallschwerpunkt, sagt Kay-Uwe Güsmer von der Polizeidirektion Ratzeburg. Dennoch willigte er gestern ein, in Abstimmung mit Hans-Jürgen Zimmermann von der Stormarner Verkehrsaufsicht und mit André Studt von der Lübecker Straßenmeisterei, den 50-Stundenkilometer-Bereich in dem neuralgischen Bereich auszuweiten.

Gleichwohl zeigte der Polizist wenig Bereitschaft, das Tempolimit in Richtung Reinfeld bis auf Höhe der Biogasanlage auszuweiten. Dort besteht das gleiche Problem, wenn langsame Trecker mit zwei Anhängern auf die Bundesstraße wollen. Schon gar nicht wollte sich Güsmer einlassen auf eine Tempodrosselung auf unter hundert bis zum Stubbendorfer Ortsschild: „Selbst wenn ich das wollte, muss ich mich auf dem Boden des Rechtes bewegen. Ich kann nicht einfach sagen: Da wird 70 gefahren.“

Sehr zum Unmut besorgter Eltern. Denn nur wenige Meter weiter hinein nach Stubbendorf überqueren Schul- und Kindergartenkinder aus den Neubaugebieten die Bundesstraße. Aber es gebe ja, weiß

Verkehrsaufseher Zimmermann, schon wenige Meter weiter eine Ampel.“

Bürgermeisterin Dettke, Anwohner und Eltern am Stubbendorfer Weizenring und in der Nachbarschaft allerdings empfinden es als „ein Unding“, wenn die Fahrzeuge mit 100 Stundenkilometer am Ortsschild ankommen. „Es muss wohl erst etwas passieren . . .“, warnt Dettke. Im Kindergarten gebe es vier Gruppen mit fast 75 Kindern. Und nicht nur die wechselten mindestens zweimal pro Tag die Straßenseite.

Polizist Güsmer will dort nun immerhin Geschwindigkeiten messen lassen.

Entschärft würde die Gefahrenstelle freilich durch einen Kreisverkehr, wie er im Gespräch ist. Der koste 150 000 Euro, weiß Straßenmeister Studt. Was er nicht weiß: „Wer soll das bezahlen?“

„Ich muss mich auf dem Boden des Rechts bewegen. Ich kann nicht einfach sagen: Da wird 70 gefahren.“
Kay-Uwe Güsmer, Polizist

Uwe Krog

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