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Gefährliche Straßen und reichlich Müll

Reinfeld Gefährliche Straßen und reichlich Müll

Der Boom im und um das Reinfelder Gewerbegebiet herum hat seinen Preis.

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Wo der Spaziergang mit dem Hund zum gefährlichen Abenteuer wird: Christian Kannenberg auf der Lokfelder Straße.

Quelle: Fotos: Uwe Krog

Reinfeld. Mit Bedacht hatte Geschäftsführer Bernd Hauschild vom gleichnamigen Kältetechnik-Unternehmen seinen neuen Standort neben der Autobahn in Reinfeld gewählt. Beste Lage, schnellste Anbindung. Doch der wilde Müll, die parkenden Lastwagen und die schwierige Verkehrssituation bereiteten ihm Sorgen. Das hat er jetzt Kommunalpolitiker Walter Engel bei einer von der Wählerinitiative ins Leben gerufenen Unternehmerrunde verbreiten lassen.

Die Sorgen des Kältetechnikers teilen andere Firmenchefs. Landtechniker Christian Grube auf der gegenüberliegenden Seite des Geländes, das durch die Famila-Ansiedlung eine starke Sogwirkung auf weitere Firmen ausübt, muss inzwischen erstmal Müll sammeln, „bevor ich das Stück Wiese zwischen Knick und Grundstückszaun mähen kann“. Dabei läuft er größte Gefahr, in die Hinterlassenschaften übernachtender Lastwagenfahrer zu treten. Zudem lassen manche Fahrer auf den angrenzenden freien Flächen die Einkaufswagen aus den beiden Supermärkten stehen. Darin liegen oft Reste von Lebensmitteln, über die sich zahlreiche Krähen hermachen.

„Die Fahrer müssen ja irgendwo bleiben können“, sagt Juniorchef Grube, der Landtechnik aller Art und Größe seit gut anderthalb Jahren an der Barnitzer Straße anbietet. Doch pflichtet er dem Vorschlag des Druckerei-Inhabers Eckard Masuhr bei, wenigstens Müll-Container im Gewerbegebiet aufzustellen. Das habe die Stadt schon probiert, weiß Politiker Engel. Die Folge sei gewesen, dass die Container von Reinfeldern für deren Hausmüll genutzt wurden.

Hinzu kommt eine Verkehrssituation zwischen Autobahn-Kreisel und Lokfelder Straße die Unternehmer Grube als „sportlich“ bezeichnet. Manövrierende Lastwagen vor Aldi und Famila führten täglich zu Behinderungen. „Die Parkbuchten“, moniert Spediteur Eckhard Bode „sind auf die Maße von Pkw ausgerichtet“. In der Tat brauchte ein schwedischer Brummi gestern minutenlang, um einzuparken. Dabei überfuhr er mehrfach den Bordstein. „Das gehört hier zum Alltag“, sagt Christian Grube. Mit wachsender Unternehmensdichte im Reinfelder Gewerbegebiet nehmen die Verkehrsprobleme weiter zu.

Und gleich daneben auch. Mit Sorge hat Firma-Grützmann-Geschäftsführer Niko Planthaber jetzt eine ganze Schulklasse auf dem Weg zu einer Betriebsbesichtigung die viel und schnell befahrene Lokfelder Straße entlang gehen sehen. Der Grund: Zwar verläuft hinter dem Knick auf der rechten Seite in Richtung Lokfeld ein asphaltierter Weg, doch der Knick auf Höhe der Abzweigung zum Weddernkamp hat keine Lücke, um dorthin zu kommen. „Ein unmöglicher Zustand“ , findet Christian Kannenberg, Prokurist beim benachbarten Software-Unternehmen Inline.

Er selber macht täglich ähnliche, lebensgefährliche Erfahrungen, wenn er seinen Hund ausführt und zwischen zwei nahenden Autos aus dem Stand von einem matschigen Pfad am Ende des Knicks über die Straße sprinten muss, um sich dann einige Meter am gehwegfreien Straßenrand entlang drückt, bis er endlich nach rechts in die Sicherheit abbiegen kann.

Ähnliche Abenteuer erleben an dieser Stelle täglich der Postbote, Kollegen, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen — und Hobbygärtner aus Richtung Bundesstraße 75, die mit ihrer Schubkarre zum Recyclinghof wollen, um Gartenreste abzuladen. „Was sollen die Leute sonst machen?“ fragt der Software-Manager. Anders kommen sie nicht an ihr Ziel. Und dann zeigten die Vorbeirasenden ihnen auch oft noch den Vogel.

„„Die Parkbuchten sind auf die Maße von Pkw ausgerichtet, viel zu klein.“
Eckard Bode, Spediteur

Uwe Krog

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