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Stormarn Gehbehinderte können Poller per Handy absenken
Lokales Stormarn Gehbehinderte können Poller per Handy absenken
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20:16 08.03.2016

Dass die Poller zum Abriegeln der Oldesloer Fußgängerzone kommen, ist gewiss. Ob es Ausnahmen gibt und wer vom Passierverbot ausgenommen wird, ist vielen nicht klar. Das wurde jetzt auch im Bau- und Planungsausschuss deutlich.

Ute Toffolo-Röder vom City-Taxi erkundigte sich, ob ihre Wagen nicht einmal mehr während der Lieferzeiten über die Hude fahren dürften. „Gerade Ältere, die schlecht laufen können, trifft das hart.

Ich finde, der menschliche Aspekt ist verlorengegangen“, sagte sie. Die Zufahrt sei für alle, die eine Schwerbehinderung mit Kennzeichen G hätten, während der Lieferzeiten möglich, korrigierte Ausschuss-Vorsitzende Maria Herrmann (SPD). Auf den Einwand, dass es Menschen gebe, deren Grad der Behinderung für diesen Ausweis nicht reiche, die aber dennoch schlecht laufen könnten, fügte sie hinzu, dass sich dies mit dem Attest eines Arztes regeln lasse.

Diese Verfahrensweise bestätigte auch Fachbereichsleiter Thomas Sobczak. In solchen Fällen bekomme die berechtigte Person eine Handynummer, mit deren Hilfe sich der Poller direkt ansteuern und automatisch absenken lasse. Ein Patient könne also dem Taxi nach seinem Arztbesuch die Zufahrt zur Praxis ermöglichen.

Auf die Frage, wie Handwerker oder auch Umzugsunternehmen in die Fußgängerzone gelangen, erklärte Thomas Sobczak, dass die Verwaltung den Firmen für die Dauer ihrer Arbeit auf Antrag einen Transponder aushändige, mit dem die Sperren geöffnet werden könnten. Rettungsdienst und Feuerwehren hätten selbstverständlich auch freie Zufahrt, die zentral von der Leitstelle aus gesteuert werde.

Nicht zu vergessen sei, dass es auch Anwohner gebe, die unbedingt zu ihren Parkplätzen gelangen müssten.

Auf die besorgte Frage, wie die Poller reagieren, wenn zur Schließzeit gerade noch ein Auto darüberrollt, erklärte Bauamtsleiter Thilo Scheuber, dass es vor und nach den Sperren Induktionsschleifen gebe, die das Absenken so lange aussetzten, bis das Fahrzeug die Fußgängerzone verlassen habe.

Ein anderes Problem lasse sich durch Poller hingegen nicht lösen, waren sich die Ausschussmitglieder einig. „Das ist das rigorose Verhalten der Radfahrer. Was könnte man da tun?“, fragte Uwe Rädisch (CDU) in die Runde. Für Sehbehinderte sei das rücksichtslose Rasen durch die Fußgängerzone gefährlich. „Nagelbretter können wir schwerlich verlegen“, sagte Maria Herrmann. Hans Hermann Roden (SPD) erklärte, er halte Radler mit ausgestreckten Armen an.

Taxi-Unternehmerin Ute Toffolo-Röder mochte sich mit dem Ergebnis der Sitzung indes nicht zufriedengeben. „Dass sich das alte Mütterchen einen Behindertenausweis mit Handynummer besorgt, halte ich für realitätsfremd“, sagte sie. Für unverantwortlich halte sie, dass Frauen nach der neuen Regelung gezwungen seien, nachts allein durch die Fußgängerzone laufen zu müssten, um nach Hause zu gelangen.

Von dvd

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