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Stormarn Gemeinderäte ordnen sich neu
Lokales Stormarn Gemeinderäte ordnen sich neu
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22:34 26.05.2018
Vor den konstituierenden Sitzungen in den Gemeinden schaut Nordstormarns Amtsdirektor Stefan Wulf auch noch mal in die Gemeindeordnung. Quelle: Fotos: Mc
Reinfeld

Badendorf: Die Kommunale Wählervereinigung (KWV), die vor fünf Jahren die CDU überflügelt hatte, hat ihren Vorsprung ausgebaut. In der neuen Gemeindevertretung hat die KWV sieben Sitze (vorher sechs) und die CDU nur noch vier. Unter den elf Gemeindevertretern sind einige Neulinge. Bürgermeister bleibt Volker Brockmann, der auch das mit Abstand beste Einzelergebnis bei der Kommunalwahl (274 Stimmen) vor Norbert Staack (KWV/237) erzielte. Ein großes Vorhaben in der Gemeinde wird das neue Baugebiet mit knapp 20 Wohneinheiten.

Seit 1972

Knapp 11 000 Einwohner leben in den zwölf Gemeinden des Amtes Nordstormarn. Verwaltungssitz ist Reinfeld. Das Amt wurde 1972 aus den ehemaligen Ämtern Reinfeld- Land und Zarpen gebildet.

Barnitz: Die Kommunale Wählervereinigung (KWV) ist stärkste Kraft geblieben, hat weiterhin fünf Sitze. Damit dürfte auch Bürgermeister Hans-Joachim Schütt im Amt bleiben. Die CDU gewann zwei Sitze und hat nun vier, die Bürger für Barnitz (BfB) wiederum verloren zwei und haben nur noch zwei. Trotz des Zugewinns hat die CDU nach Aussage des Ortsverbandsvorsitzenden Johann Friedrich Hoffmann (34) keinerlei Ambitionen, den Bürgermeister zu stellen. „Wir sind sehr zufrieden, Hans-Joachim Schütt macht das wirklich gut“, sagt Hoffmann. Schütt bekam auch nach Hans-Heinrich Rahn-Marx (ebenfalls KWV/183 Stimmen) die meisten Einzelstimmen (179). Themen in Barnitz sind der Dauerbrenner A-1-Lärmschutz im Ortsteil Benstaben sowie die Sanierung und der Ausbau der Wanderwege.

Feldhorst: Die Kommunale Wählervereinigung (KWV) ist stärkste Kraft geblieben mit fünf Sitzen (vorher sechs) und wird mit Ernst-Wilhelm Schorr wohl auch weiter den Bürgermeister stellen. Das Feldhorster Bürgerforum (FBF) war diesmal nicht wieder angetreten, statt dessen die neu gegründete BAFF (Bürger aktiv für Feldhorst). Sie kam auf Anhieb auf vier Sitze.

Die meisten Einzelstimmen holte Detlef Schmidt (161/KWV). Interessant: Von der BAFF wohnen fast alle im Ortsteil Steinfeld, die meisten der KWV-Mitglieder sind in Havighorst zu Hause. In der abgelaufenen Wahlperiode gab es Diskussionen um eine Bebauung in zweiter Reihe. „Das Thema ist zurückgestellt worden“, erklärt Amtsdirektor Stefan Wulf.

Hamberge: Alle 13 Sitze bleiben weiterhin in der Hand der CDU. Kein Wunder, andere Parteien sind wie schon 2013 nicht angetreten. Trotzdem gingen noch 46 Prozent der Hamberger überhaupt zur Wahl. Bürgermeister – und vermutlich auch Amtsvorsteher – bleibt Paul Friedrich Beeck, der auch mit 496 Stimmen das mit Abstand beste Einzelergebnis vor Albert Iken (418) erzielte. Ob Lärmschutz an der A 1, Baugebiet, Kläranlage oder Erweiterung von Schule und Kindergarten: In Hamberge steht weiter einiges auf der Agenda.

Heidekamp: In der kleinsten Gemeinde des Amtes hatte es vor fünf Jahren einen Wachwechsel gegeben von der CDU hin zur KWV. Diese baute jetzt ihren Vorsprung nochmals aus, holte 80 Prozent der Stimmen und hat nun sieben statt sechs Sitze im Gemeinderat. Die CDU hat nun nur noch zwei Vertreter. Bürgermeister bleibt Horst Mosler, der zusammen mit Gundula Prange (beide KWV) die meisten Einzelstimmen holte (beide 165). Thematisch geht es in Heidekamp in den kommenden fünf Jahren vor allem um das neue Baugebiet. Die Feuerwehr hat 2017 ein neues Löschfahrzeug erhalten und mittlerweile auch keine Personalprobleme mehr.

Heilshoop: In Heilshoop geht eine Ära zu Ende, Bürgermeister Wendelin Herbrand zieht sich komplett aus der Kommunalpolitik zurück. Seit etlichen Jahren kämpfen hier drei Wählergemeinschaften um die Gunst der Einwohner. Die meisten Stimmen bekam diesmal die AKW (41 Prozent) und somit vier statt bislang drei Sitze. Vermutlich konnte die AKW mit ihrer Positionierung gegen die Windkraftpläne des Landes punkten – in der Gemeinde übrigens eine Art Dauerbrenner. Die HKW ist fortan mit drei statt vier Sitzen dabei, die AWH bleibt bei zwei Mitgliedern in der Gemeindevertretung.

Bislang war in Heilshoop Jan Steen von der HKW als Nachfolger für Herbrand gesetzt. Er ist schon jetzt dessen Stellvertreter. Allerdings erhielt Dagmar Stolten von der AKW mit 175 die mit Abstand meisten Einzelstimmen vor Jan Steen (135) und liebäugelt offenbar auch mit einer Kandidatur.

Klein Wesenberg: 85 Jahre ist er jetzt, aber von Amtsmüdigkeit keine Spur bei Herbert David. Der Bürgermeister will auch die nächsten fünf Jahre weitermachen. „Er ist eine Institution und hat sein Dorf im Griff“, sagt Amtsdirektor Stefan Wulf. Davids Wählergemeinschaft AAW ist zwar weiter stärkste Kraft mit fast 50 Prozent, verlor jedoch Stimmen.

Da Klein Wesenberg leicht schrumpfte auf nun unter 750 Einwohner, hat die Gemeindevertretung nur noch neun statt wie bislang elf Sitze. Vier davon entfallen auf die AAW (vormals sechs), die FW blieb bei drei, die AAA bei zwei Mandaten. Die meisten Einzelstimmen holte Detlef Möller (AAW/ 223). Wichtiges Projekt in der Gemeinde ist der Anbau an den Kindergarten. Er soll die Container ersetzen.

Mönkhagen: Rolle rückwärts in der nördlichsten Stormarner Gemeinde. Nachdem vor fünf Jahren die CDU die AWG abgelöst hatte, läuft es nun wieder andersherum. Die Wählergemeinschaft gewann fünf Sitze, die CDU vier. Ex-Bürgermeister Klaus Bleiziffer wird damit wohl auf seinen Posten zurückkehren und Hans-Peter Offen (CDU) wieder ablösen. Die meisten Einzelstimmen holte Markus Dusch (AWG/167) vor Bleiziffer (163). Dusch arbeitet hauptberuflich als Geschäftsführer der Lübecker Arbeitsagentur.

Rehhorst: Die Gemeinde ist so etwas wie die SPD-Hochburg in Nordstormarn. Diesmal gewannen die Sozialdemokraten sogar noch Stimmen dazu, haben nun vier statt bisher drei Sitze. Die AKW bleibt bei drei, die CDU verlor einen und hat nur noch zwei Sitze. Bürgermeisterin bleibt Birgit Gerritzen (SPD), die auch deutlich das beste Einzelergebnis holte mit 205 Stimmen.

Wesenberg: Kontinuität ist auch in Wesenberg angesagt, wenn auch mit einigen neuen Gemeindevertretern. Die CDU behält ihre sieben Sitze, die KWV deren sechs. Bürgermeisterin bleibt aller Voraussicht nach Karin Dettke, die mit 368 Stimmen das beste Einzelergebnis erzielte vor Olav Brüß (CDU/351). Wichtige Vorhaben in der Gemeinde sind die Weiterentwicklung des Gewerbegebietes an der A 1 – es gibt offenbar mehrere Anfragen und auch schon Reservierungen – sowie der Erweiterungsbau der Kita im Ortsteil Stubbendorf. Bisher gibt es dort eine Containerlösung.

Westerau: Die Gemeinde hatte zum Stichtag keine 750 Einwohner mehr – und somit wie Klein Wesenberg auch nur noch neun statt elf Sitze im Gemeinderat. Die Verhältnisse zwischen KWV (jetzt sechs statt vorher sieben Mandate) und BIW (drei statt vier) sind gleich geblieben. Bürgermeisterin Petra Jürß holte die meisten Einzelstimmen (266) und dürfte auch weiterhin für das Amt gesetzt sein. Themen in Westerau sind die Energieversorgung sowie die Abwasserentsorgung im Ortsteil Trenthorst.

Zarpen: Ganze 61 Stimmen lagen diesmal zwischen der KWV mit Bürgermeister Wolf-Friedrich Schöning und der SPD. Beide haben weiterhin fünf Sitze in der Gemeindevertretung, die CDU bleibt bei drei. Und auf die kommt es nun auf der konstituierenden Sitzung am 20. Juni bei der Wahl des künftigen Gemeindeoberhaupts an. Denn bei der SPD hat Heike Hoffmann erklärt, Bürgermeisterin werden und Schöning nach 15 Jahren ablösen zu wollen. Hoffmann bekam auch die meisten Einzelstimmen (385) in Zarpen, gefolgt von Hanno Rath (348/KWV) und Bürgermeister Schöning (311).

Nach jahrelanger Planung soll es nun losgehen mit einem Neubaugebiet für 30 bis 40 Häuser. Außerdem möchte die Gemeinde eine eigene Kläranlage bauen und das Abwasser nicht mehr nach Reinfeld leiten.

 Markus Carstens

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