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Gemeinsam im Erzählcafé

Bargteheide Gemeinsam im Erzählcafé

In der Bargteheide Carl-Orff-Schule treffen sich Flüchtlinge zum lockeren Austausch der Kulturen.

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Beim Erzählcafé lernen die Flüchtlingskinder in Bargteheide ihre künftige Schule kennen.

Bargteheide. Dieses „Klassenfoto“ steht für Integration: An der Bargteheider Carl-Orff-Schule gibt es seit Mai ein Erzählcafé für Flüchtlinge, bei dem Eltern mit ihren Kindern im lockeren Gespräch Kultur und Gebräuche ihrer neuen Heimat lernen und Hilfe bei bürokratischen Fragen bekommen. Einmal die Woche sitzen die Familien zwei Stunden lang zusammen und tauschen sich aus. Dabei haben die Anbieter vor allem die Kinder im Blick. „Die Familien sollen die deutsche Schule kennenlernen“, erläutert Schulleiterin Angeliki Claussen. „Viele der Kinder, die jetzt noch die DaZ-Klasse besuchen, gehen später auf unsere Schule.“

Acht Kinder aus Flüchtlingsfamilien besuchen bereits die Bargteheider Grundschule, und Angeliki Claussen hat gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. „Die Kinder sind bereits integriert“, hat sie beobachtet, „das läuft im Moment alles sehr gut.“ Beim Erzählcafé spielen alle Kinder in einer Ecke — Bausteine sind international verständlich — und einige der Flüchtlinge können bereits etwas Deutsch. „Schule in Deutschland ist anders als bei uns“, erzählt eine Frau, die mit ihren zwei Kindern aus dem Jemen nach Bargteheide gekommen ist, auf Englisch.

„Bei uns stehen viele Schulen leer, weil ständig Bomben fallen und geschossen wird. Es ist für die Kinder riskant, wenn sie auf die Straße gehen.“ Wenn doch Unterricht stattfinde, sei es für die Kinder sehr gefährlich. „Leute kommen mit Waffen“, sagt sie, „und immer wieder werden Kinder gekidnappt und verschleppt.“ Besonders gefährlich sei es für Mädchen, die die Schule besuchten: „Mädchen dürfen bei uns nicht lernen.“

Für ihre Kinder wollte die Journalistin eine bessere Zukunft, deshalb kam sie vor einem Jahr nach Deutschland und fand in Bargteheide ein neues Zuhause. Hier besuchen ihre Kinder die erste Klasse, sie selber möchte am liebsten wieder in ihrem Beruf arbeiten. „Dafür mache ich einen Deutschkurs. Ich habe 20 Jahre lang als Journalistin gearbeitet und möchte das auch hier wieder schaffen.“

Insbesondere den Kindern sei der Abschied schwer gefallen. „Im Jemen hatten wir ein Haus und jeder ein Zimmer und Familie und Freunde.“ In Deutschland muss die Familie neu anfangen. „Aber meine Kinder verstehen, dass es hier sicher ist.“

Im Erzählcafé treffen sie auf andere Flüchtlinge, die ihr Schicksal teilen, auf die Bargteheider, die ihre neuen Nachbarn kennen lernen möchten, und auf Paten und Helfer aus dem freiwilligen Netzwerk. „Viele Flüchtlinge kommen mit der Bürokratie nicht zurecht und brauchen Hilfe“, erklärt Angeliki Claussen. „Hier gibt es Menschen, die übersetzen können und ihnen die Papiere erklären.“

Einer von ihnen lebt seit 54 Jahren in Deutschland und ist damals aus dem Libanon gekommen.

„Ich spreche Arabisch und Deutsch und versuche zu helfen“, erklärt er. „Es ist wichtig, dass die Menschen die deutsche Kultur begreifen, nur dann kommen sie zurecht.“ Sprache sei dabei die unabdingbare Voraussetzung, um die Unterschiede zu verstehen. Eine Familie mit drei Kindern ist gerade erst aus Syrien eingetroffen und zum ersten Mal dabei. Die neue Heimat ist ihnen fremd, aber dann spricht ein Mann sie an und der Kreis nimmt sie auf.

„Die Idee zum Erzählcafé in der Schule hatte die Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Abel“, erzählt Angeliki Claussen.

Großes Netzwerk
Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bargteheide hat zusammen mit anderen ein großes Flüchtlingshilfe-Netzwerk aufgebaut, in dem sich viele Bargteheider engagieren. Mit der eigenen Website www.buntevielfaltbargteheide.de sprechen Stadt Bargteheide und Amt Bargteheide-Land die Flüchtlinge direkt an und vermitteln ihnen Hilfestellung, um in der neuen Heimat zurecht zu kommen.
Dazu gibt es einen Kalender mit unterschiedlichen Angeboten.
Hilfe im Advent

3450 Euro sind bereits bei der LN-Leser-Aktion „Hilfe im Advent“ zugunsten von Flüchtlingen und speziell den Kindern zusammengekommen. Die Spenden gehen an den Kinderschutzbund Stormarn und diverse Flüchtlingsinitiativen.
Gespendet haben Horst und Hannelore Meyer (20 Euro), Ewa Lumma (25 Euro), Andreas Schreiber (30 Euro), Claus Krochmann (20 Euro) sowie Roland und Nancy Kommke (100 Euro).

Das Konto bei der Sparkasse Holstein lautet DE92 2135 2240 0179 0710 71 (IBAN), der BIC heißt NOLADE21HOL, Verwendungszweck Spende: Hilfe im Advent, Kontoinhaber ist der Kinderschutzbund. Die Spender werden mit Namen veröffentlicht. Es sei denn, sie möchten dies ausdrücklich nicht.



Neu ist die Spende per GiroCode beziehungsweise QR-Code (siehe rechts). Ganz einfach den Code über die kostenfreie Banking-App mit dem Smartphone scannen — alle relevanten Zahlungsdaten erscheinen automatisch in der Überweisungsmaske — und über die Banking-App fünf Euro spenden (Zahlung per TAN freigeben). Auch ein anderer Betrag ist möglich.

Bettina Albrod

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