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Georg Engst hat sich in Jersbek seine Kunstburg geschaffen

Jersbek Georg Engst hat sich in Jersbek seine Kunstburg geschaffen

Die Skulpturen des Bildhauers aus Jersbek sind auf der ganzen Welt zu finden. Kürzlich feierte er seinen 85. Geburtstag - und kann auf ein interessantes Leben zurückblicken.

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Zu seinem 85. Geburtstag öffnete Georg Engst ausnahmsweise mal sein Atelier für Besucher.

Quelle: Schütt

Jersbek. Seine Skulpturen aus Bronze, Stahl oder Marmor fordern die Fantasie der Menschen in vielen Ländern der Welt und in der Heimat heraus: etwa ein Marmorrelief in Brüssel, ein Zwei-Tonnen-Bronzeguss in North Carolina (USA), zahlreiche Statuen, Stelen und Brunnen als „Kunst am Bau“ in Hamburg, Kiel oder Lübeck — sein Schaffen umfasst allein 30 Objekte im öffentlichen Raum mit jeweils über vier Metern Höhe, dazu kaum zu zählende kleinere Skulpturen, Zeichnungen, Intarsien und andere Arbeiten aus Holz. Kürzlich feierte der herausragende Bildhauer Georg Engst aus Jersbek seinen 85. Geburtstag, im engsten Kreis ohne Pomp und Öffentlichkeit.

Weißes Haar, blitzende Augen, die ausholenden Gesten beim Erzählen in seinem Atelier in Jersbek — Engst ist so rege wie eh und je, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um Kunst im öffentlichen Raum geht: „Alles geht kaputt bei den Beamten. Hamburg hat kein Interesse mehr an der Kunst. Viele Werke sind verschwunden, werden verschrottet!“

In Hamburg geboren, in Barmbek aufgewachsen, war es reiner Zufall, dass Georg Engst Künstler wurde: Sein Vater war schon auf dem Weg zum Auswanderungsdampfer in die USA, als er feststellte, dass er seine Papiere verloren hatte. Und man landete prompt in der Hafenkneipe eines Verwandten. Dort lernte der Vater eine Serviererin „etwas“ näher kennen, die spätere Mutter von Georg Engst.

Der Vater, gelernter Tischler, blieb also in der Heimat und eröffnete eine Tischlerei in Sasel, in der sich auch der kleine Georg in die Arbeit mit Holz verliebte. Folgerichtig die Lehre zum Holz- und Steinbildhauer und ein Studium an der Akademie der Künste in München. Dann weitere sechs Semester an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Hamburg — zuletzt als Meisterschüler mit eigenem Studio an der Hochschule.

Bald schon galt Georg Engst als arrivierter Künstler, gewann viele Ausschreibungen und Wettbewerbe um staatliche und private Aufträge für öffentliche Bauten — meist aus Bronze, Holz, Stein, Edelstahl. Sein Thema immer wieder: das Verhalten des Einzelnen in der Gruppe, oft symbolisiert durch Einradfahrer, allein oder in Formationen, die stürzen oder sich gegenseitig stützen, versuchen, ein Leben lang die Balance zu halten. Nur einige norddeutsche Beispiele: die drei Einradfahrer vor der Jahnschule in Kiel-Holtenau, ein Prismen- Raum-Körper an der Kieler Uni, eine Stele vor der Telekom in Lübeck und dort auch ein marmornes Bodenrelief an der Hans-Christian- Andersen-Schule.

Alles Skulpturen, die bis zu zwölf Meter in den Himmel ragen und oft viele Tonnen wiegen. Wie bewältigt der Künstler diese Massen und technischen Anforderungen zur Formbarkeit seines Materials? „Ich habe viel mit Werften zusammen gearbeitet“, sagt Engst. „Sie haben die besten Schweißer und Maschinen, sowie sehr gute Ingenieure.“

In Jersbek fand Georg Engst sein Zuhause als freischaffender Künstler — ein altes Bauernhaus, das er eigenhändig zu einem Atelier umbaute: seine Kunstburg, in der statt Kühe jetzt meterhohe Plastiken stehen. Zuletzt hat der sehr zurückgezogen lebende Bildhauer einmal „die Zugbrücke heruntergelassen“ und Besucher in sein Atelier eingeladen, das selbst schon ein Gesamtkunstwerk darstellt.

„Viele Werke sind verschwunden, verschrottet!“
Engst zu Kunst im öffentlichen Raum

ütt

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