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Stormarn Gewerbe und Handwerk mit Optimismus
Lokales Stormarn Gewerbe und Handwerk mit Optimismus
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19:12 01.12.2016
Stellte gestern die Studie vor: Olaf Kaminski, Leiter des Commerzbank-Bereiches Geschäftskunden. FOTO: THORMÄHLEN
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Bad Oldesloe

Mit großer Zuversicht blicken Freiberufler, Handwerker und Gewerbetreibende in Lübeck sowie den Kreisen Stormarn und Segeberg auf das neue Jahr. Die Entwicklung im noch laufenden Jahr werde allerdings nicht mehr so stabil eingeschätzt wie noch 2015, betonte Olaf Kaminski, Leiter des Bereiches Geschäftskunden, bei der Vorstellung der aktuellen Geschäftskunden-Studie der Commerzbank in Bad Oldesloe.

Die Betriebe mit durchschnittlich zehn Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von bis zu 2,5 Millionen Euro seien weiterhin „die wirtschaftliche Herzkammer der Region“. „Die Auftragsbücher bei vielen Kleinunternehmen sind 2016 nahezu so gut gefüllt wie 2015“, betonte der Abteilungsdirektor. Eine Abschwächung der Konjunktur werde es auch in naher Zukunft nicht geben. 84 Prozent der Chefs gingen für 2017 von einer Stabilisierung auf hohem Niveau oder von einer Stabilisierung mit nur kurzfristigen Rückgängen aus.

Sand ins Getriebe kann nach den Ergebnissen der Umfrage allerdings die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern bringen. Für insgesamt 70 Prozent der Betriebe sei es schwierig oder gar sehr schwierig, neue Mitarbeiter zu finden. Als wichtigste Gründe dafür werden fehlende Fachkenntnisse und eine schlechte Bezahlung genannt. „Vor allem bei Technikern und in der Produktion gibt es große Probleme“, stellte Olaf Kaminski fest. Für mehr als 40 Prozent der offenen Stellen dauere die Suche mindestens drei Monate, teilweise sogar länger als ein Jahr. In kleineren Unternehmen komme es auf den persönlichen Kontakt an. Und so beschäftigten 68 Prozent der Chefs einen neuen Kollegen dank der Empfehlungen von Mitarbeitern oder Geschäftspartnern.

Auch wenn der Fachkräftemangel eine Gefahr für das Wirtschaftswachstum darstellt, bilden nur ein Drittel der Betriebe in der Region die eigenen Nachwuchskräfte aus. Immerhin: Flüchtlinge könnten den Weg in die Unternehmen finden. Für knapp ein Drittel ist das eine vorstellbare Option – allerdings müssten die Flüchtlinge über Sprachkenntnisse verfügen und in die Gesellschaft integriert seien.

„Die finanzielle Situation unserer Geschäftskunden ist meistens gut, denn auch die Zahlungsmoral der Auftraggeber ist nicht schlecht“, erläuterte Olaf Kaminski. Unternehmen verfügten in der Regel über Liquidität oder Rücklagen, mit denen sie in der Vergangenheit ihre Investitionen finanzierten: „Unsere Kunden bleiben damit konservativ.“ Immerhin gebe es offenbar in jüngerer Zeit ein Umdenken:

28 Prozent nahmen 2016 – und damit doppelt so viele wie noch im vergangenen Jahr – Angebote für Kredite oder Leasing in Anspruch. „Das hat auch mit den aktuell sehr günstigen Konditionen zu tun. Und bei einer guten Auftragslage mit einer guten Bilanz ist eine Kreditvergabe auch keine Problem“, so der Leiter des Bereiches Geschäftskunden.

Dieses Geld soll offenbar in drei Geschäftsfelder gesteckt werden: Investitionen für den Bereich Informationstechnologie, für Personal und Marketing. Neue Verkaufsformen werden für Unternehmen immer interessanter, 60 Prozent sind zurzeit mit ihren Offerten im Internet oder anderen mobilen Kanälen präsent. Diese Zahl hat sich im Vergleich zu 2015 mehr als verdoppelt. Ein schnelles Internet und die Breitbandversorgung macht die Region als Standort für 38 Prozent attraktiv. 52 Prozent der Befragten lobt die öffentliche Infrastruktur und die Verkehrsanbindung.

Nur 20 Prozent der Firmenchefs machen sich Sorgen um ihre eigene Altersvorsorge. Da gebe es durchaus Nachholbedarf, meinte Olaf Kaminski. Auch Selbstständige sollten sich an den Beiträgen der gesetzlichen Rentenversicherung orientieren. Leistungen für die Daseinsvorsorge sollten breit gestreut werden.

Repräsentative Umfrage

50 Geschäftskunden aller Banken wurden in Lübeck sowie in den Kreisen Stormarn und Segeberg befragt. Bundesweit waren es 3110. Die Studie im Auftrag der Commerzbank wurde vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos vorgenommen. Sie gilt als repräsentativ und richtete sich an Ein-Personen-Betriebe und Firmen mit bis zu rund 30 Mitarbeitern. Vorgestellt wurde jetzt die dritte Geschäftskunden-Studie.

Michael Thormählen

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