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Gezieltere Düngung: Auf den Feldern wird geschlitzt

Trittau Gezieltere Düngung: Auf den Feldern wird geschlitzt

Mit dem modernen Verfahren wird die Gülle effizienter eingesetzt und die Nitratbelastung des Bodens vermindert.

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Lohnunternehmer Carsten Brügmann aus Labenz erklärt auf dem Feld von Landwirt Fiete Klose das Verfahren zur Schlitzdüngung. Der Trittauer Landwirt Klose bringt seit 2015 die Gülle auf diese Art und Weise auf seine Felder. Und spart so zusätzlichen Mineralstoffdünger.

Quelle: Fotos: Kks

Trittau. Carsten Brügmann hat in die Zukunft investiert: Der Lohnunternehmer bringt für Landwirte Gülle aus – in Schlitztechnik. Dieses Injektionsverfahren hat gleich mehrere Vorteile: Der organische Dünger kann noch genauer auf das Feld aufgetragen werden, die Landwirte können den Zukauf von Mineraldünger reduzieren und die Nitratbelastung des Bodens kann dadurch vermindert werden. Und das ist wichtig. Nicht nur für die Landwirte und ihre Erträge, sondern erst recht für das Grundwasser.

LN-Bild

Mit dem modernen Verfahren wird die Gülle effizienter eingesetzt und die Nitratbelastung des Bodens vermindert.

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Der gesamte Süden Stormarns ist durch sandigen Boden ein so genannter gefährdeter Grundwasserkörper, und genau hier hat Brügmann sein Gerät der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf dem Hof von Landwirt Fiete Klose. Denn der arbeitet mit Brügmann seit vergangenem Jahr zusammen.

Klose hat 230 Kühe, kommt damit auf 6000 Kubikmeter Gülle plus 8000 Kubikmeter Gülle durch seine Biogasanlage. 360 Hektar Land bewirtschaftet er mit Mais, Weizen, Roggen und Gerste. „30 Kubikmeter Gülle pro Hektar bringen wir aus. Der Schlitzer schafft es gut, die Gülle unterzubringen, wir haben einen stabilen Ertrag und die Gülle wirkt darüber hinaus und nicht nur vier Wochen“, erklärt er. Es gebe auch keine große Geruchsbelästigung mehr. „Man muss sich trauen, den Mineraldünger zu reduzieren“, fährt er fort. Soll heißen, effizienter mit der Gülle zu düngen und damit auf zusätzliche Stoffe zu verzichten, die er kaufen müsste.

„Man kann deutlich sparen“, hat Klose festgestellt. Bereits im Herbst können die Landwirte anhand von Bodenproben kontrollieren, ob sie mit der Düngung richtig lagen. Und entsprechend in der Zukunft agieren. Inwieweit dadurch der Nitrateinlass in den Boden und durch Auswaschungen ins Grundwasser minimiert wird, zeigt sich anhand von Proben, die regelmäßig entnommen werden. Zum einen bei den entsprechenden Grundwassermessstellen, von denen eine in der Nähe von Witzhave, eine in Granderheide und eine in der Nähe von Neuschönningstedt liegen. Aber zum anderen auch durch Bodenproben, die vor Ort genommen werden. Ermittelt wird ein Drei-Jahres-Wert, da es immer wieder Schwankungen gibt.

Dass Fiete Klose umgestellt hat, ist auch Dr. Hartmut Geries zu verdanken. Er berät im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie mit seinen Mitarbeitern interessierte Landwirte in Sachen Gewässerschutz.

Bereits seit 2008 arbeiten Landwirte mit ihm zusammen, finanziert wird die Beratung vom Land Schleswig-Holstein und seit 2015 auch aus EU-Mitteln. Auch im Hinblick auf eine kommende Verschärfung der Düngeverordnung ist Gereis Beratung wichtig. „Es ist eine schwierige Aufgabe, die die Landwirte zu bewältigen haben“, erklärt der Ingenieur.

Dr. Dorit Kuhnt vom Kieler Landwirtschaftsministerium bedauert, „dass viele Landwirte ihrer Gülle nicht trauen. Sie wird gefahren und trotzdem setzen viele noch Mineraldünger ein.“ So wie Fiete Klose es machen würde, sei es gut, „das ist die Stellschraube. Ich kann den Kollegen nur raten, sich daran zu trauen, um den Stickstoff aus dem System zu bekommen“. Grundlage für Landwirt Klose ist eine 56 Seiten starke „schlagspezifische Düngungsplanung“. So eine Planung legt Kuhnt auch den Landwirten ans Herz, denn „trotz der Beratung seit 2008 sind wir noch nicht weit vom Fleck gekommen“. Was den Präsidenten des Bauernverbandes Werner Schwarz animiert zu unterstreichen: „Wir müssen dafür sorgen, dass das Wasser besser wird.“

K. Kuhlmann-Schultz

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