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Stormarn Giftspinne in Banane entdeckt
Lokales Stormarn Giftspinne in Banane entdeckt
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18:10 13.07.2018
Eine hochgiftige Bananenspinne hatte eine Familie aus Pöhls an einer Banane gefunden. Sie war noch in einem Kokon an der Banane versteckt, aber schon tot. Quelle: Fotos: Burmester
Pöhls

„Meine Tochter Lotta wollte sich Obst klein schneiden und mit in ihr Zimmer nehmen zum Naschen. Wir sind dann zusammen in die Küche gegangen und als ich ihr eine Banane gegeben hatte, sah ich plötzlich bei einer der anderen Bananen diesen Kokon, aus dem ein Bein der Spinne herausschaute“, erzählt Lena Harder-Behrend.

Der Schreck stand Lena Harder-Behrend (31) aus Pöhls förmlich ins Gesicht geschrieben, als sie am Mittwochabend die Banane sah, die ihre Tochter eigentlich essen wollte. An der Schale saß ein Kokon mit einer Spinne – einer Bananenspinne, wie sich später herausstellte.

Die Bananen, sagt die 31-Jährige, hatte sie zuvor bei einem Discounter in Bad Oldesloe gekauft. Sie habe erst andere, günstigere Bananen in der Hand gehabt, die dann aber wieder beiseite gelegt und sich für die guten Markenbananen entschieden, weil die kleiner gewesen seien. Die seien für ihre Kinder besser zu handhaben.

Geistesgegenwärtig nahm die junge Mutter eine Tupperdose, verstaute die Banane darin und machte einen Deckel drauf. Dann wurde das Gefäß nach draußen auf die Terrasse befördert. Aber was nun tun? Sie rief bei dem Discounter an, bei dem sie die Bananen zuvor gekauft hatte – und bekam vom Marktleiter zu hören: „Bringen sie die Banane doch her, dann bekommen sie dafür von uns eine andere Banane im Tausch.“

Das aber kam für die Frau nicht in Frage. So fragte sie bei der Polizei um Rat, doch auch dort konnte man ihr nicht helfen. Bei der Tierklinik in Wahlstedt war niemand mehr im Haus, der hätte helfen können. Als nächstes versuchte sie es bei einem Kammerjäger, der ihr riet, das ganze mit einem Brenner zu bekämpfen und so unschädlich zu machen. Schließlich fragte sie bei ihrem Nachbarn um Rat, denn der, wusste sie, ist bei der Feuerwehr.

Ihr Nachbar riet ihr, bei der Rettungsleitstelle anzurufen. Dort wisse man sicherlich, was zu tun sei. So war es dann auch. Der Mitarbeiter der Leitstelle Süd in Bad Oldesloe rief beim Reinfelder Gemeindewehrführer Gerd-Heinrich Riemann an und bat ihn um Amtshilfe. Zuvor hatte er sich mit einem absoluten Fachmann für solche Tiere in Henstedt-Ulzburg in Verbindung gesetzt, und dorthin sollte die Banane samt Spinne nun auch gebracht werden.

Riemann mobilisierte zwei seiner Feuerwehrleute und schickte sie nach Pöhls, um die Dose mit dem brisanten Inhalt abzuholen. Die beiden jungen Männer hatten Respekt vor dem Behälter samt Tier und steckten das ganze noch einmal in eine Überbox, um absolut sicher zu sein, dass nichts nicht entweichen konnte.

Angekommen bei Jan Knoll, dem Gemeindewehrführer von Henstedt-Ulzburg und Leiter der Reptilieneinheit des Kreisfeuerwehrverbandes Segeberg, die er 2006 selbst ins Leben gerufen hat, wurde das Objekt sofort untersucht. In einem leeren Terrarium öffnete der Spinnenfachmann die Boxen und stellte fest: „In diesem Fall handelt es sich um eine hochgiftige Bananenspinne. Die ist allerdings schon mausetot. Vermutlich bei der üblichen Begasung der Container während des Transports aus Übersee gestorben“, erklärt der 42-jährige Experte. Er vernichtete später Banane samt Spinne und Kokon.

Eine solche Spinne sei schon sehr giftig und ihr Biss könne einen Menschen binnen kürzester Zeit töten, sagt Knoll. Allerdings käme es auch auf den Menschen und seine körperliche Verfassung an.

Bei Familie Harder-Behrend in Pöhls wird es in den kommenden Tagen eher weniger Bananen geben. „Das müssen wir erst einmal verarbeiten“, sagt Mutter Lena und ihre Tochter nickt dazu. In die Banane beißt sie nur widerwillig hinein. Den Appetit darauf hat sie momentan verloren.

Von Jens Burmester

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