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Stormarn Glinde: Neues Wohnen auf altem Militärgelände
Lokales Stormarn Glinde: Neues Wohnen auf altem Militärgelände
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21:21 04.07.2013
Volker Skroblies (v.l.), Marcel Sonntag und Rainhard Zug freuen sich über die neuen Wohnungen an der alten Wache. Quelle: Foto: Albrod

Etwa 750 Menschen haben im Wohngebiet „An der alten Wache“ in Glinde ein neues Zuhause gefunden. Seit 2009 hat die „Neue Lübecker Norddeutsche Baugenossenschaft“ dort auf einer 33 000 Quadratmeter großen Fläche für 44,71 Millionen Euro innerhalb von drei Jahren 15 Mehrfamilienhäuser mit 312 neuen Wohnungen gebaut. Dafür war das alte Heereszeugamt aus den 30er-Jahren, das zuletzt als Bundeswehrdepot gedient hatte, abgerissen worden.

Die hochwertigen Wohnungen sind zwischen 60 und 122 Quadratmeter groß und bereits alle vermietet. „Wer sich bei uns um eine Wohnung bewirbt, muss zunächst Mitglied der Genossenschaft werden“, erläutern Marcel Sonntag und Volker Skroblies vom Vorstand. Die Genossenschaft verstehe sich als Verein, in dem sich die Mitglieder für gute Nachbarschaft einsetzen und ihre eigenen Interessen vertreten könnten. Die Mieter konnten bei der Gestaltung der Wohnungen mitreden. „Wir arbeiten nicht gewinnorientiert“, betont Skroblies. „Die Gewinne fließen zurück in die Instandhaltung und den Ausbau der Wohnungen.“ Die Genossenschaft verwaltet mehr als 15 000 Wohnungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, davon 4000 im Bereich gefördertes Wohnen.

Das könnten bald noch mehr werden, denn die „Neue Lübecker“ will verstärkt beim Bau von öffentlich gefördertem Wohnraum engagieren. „Die Förderrichtlinien haben sich geändert, so dass diese Art des Bauens für uns wieder interessant wird“, erläutert Skroblies. Damit trifft die Genossenschaft einen Nerv, denn schon lange wird in Stormarn über den Mangel an Wohnraum für sozial schwache Mieter geklagt. „Wir sind mit Bargteheide im Gespräch“, so Skroblies. „Dort ist bezahlbarer Wohnraum im Stadtgebiet geplant.“ Bargteheides Bauamtsleiter Jürgen Engfer bestätigt, dass die Stadt geförderten Wohnraum schaffen möchte. „Wir suchen gerade nach geeigneten Grundstücken in Bargteheide und sind mit mehreren Investoren im Gespräch.“ Die kommunalpolitische Beschlussfassung dazu stehe aber noch aus.

Interesse hat auch schon Glindes Bürgermeister Rainhard Zug angemeldet, aber das ist noch Zukunftsmusik. „Ich freue mich jetzt erst einmal über das Projekt an der alten Wache“, sagt Zug. „Die Genossenschaft steht für eine schöne Architektur und harmonische Zusammenarbeit.“ Auf dem Areal wurden insgesamt drei verschiedene Haustypen gebaut, die von Grünanlagen zur Erholung umgeben sind. In Glinde wurde ein zentrales Energieversorgungssystem mit Blockheizkraftwerk entwickelt, welches durch einen externen Dienstleister betrieben wird. Durch den Einsatz von erneuerbaren Energieträgern in Kombination von Bioerdgas und Solarthermie werden die CO2-Emissionen nachhaltig gemindert. Das Wärmeversorgungskonzept wurde vom Land Schleswig-Holstein im Rahmen des Klimapakt-Wettbewerbs mit einem Sonderpreis für den zukunftsweisenden Charakter mit Vorbildfunktion ausgezeichnet.

Gegen Wohnungsnot
Die „Neue Lübecker Norddeutsche Baugenossenschaft“ hat sich 1949 gegründet, weil es nach dem Krieg so viele neue Lübecker gab. Ziel war es, die Wohnungsnot der Flüchtlinge zu mildern. Die Genossenschaft hat heute über 17 000 Mitglieder und in Stormarn Wohnungen in Ahrensburg, Bargteheide, Bad Oldesloe, Glinde, Großhansdorf und in Trittau.

Bettina Albrod

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