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Stormarn Glindes Bekenntnis gegen Rassismus
Lokales Stormarn Glindes Bekenntnis gegen Rassismus
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23:09 28.02.2014
Endlich ist es so weit: Ingeborg Stoller (l.) und Andrea Nilsson von der Bürgerinitiative „Glinde gegen Rechts“ freuen sich auf die Verlegung der Stolperschwelle. *Fotos: Bosslet/Hiltrop
Glinde

Dem Rassismus eine Absage erteilen — da ist auch Stormarn dabei: Die Stadt Glinde wird sich vom 6. bis 23. März an den Internationalen Wochen gegen Rassismus beteiligen. Mit einem vielfältigen Programm unter der Regie der „Bürgerinitiative Glinde gegen Rechts“ wollen die Veranstalter zeigen, dass es in Glinde keinen Platz für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gibt.

„Neben Städten wie Hamburg, München und Dortmund steht Glinde auf und zeigt dem ewig gestrigen Gedankengut die rote Karte“, heißt es in der Vorankündigung. Die Bürgerinitiative kämpft seit fast drei Jahren gegen einen Thor-Steinar-Laden in Glinde, der als Ausstatter der rechten Szene gilt. Auch während der Festwoche wird es eine tägliche Mahnwache von 17 bis 19 Uhr vor dem Laden geben.

Auftakt der Veranstaltung ist am 6. März um 9.30 Uhr. Dann wird mit der Verlegung einer Stolperschwelle an der Ecke Eichloh und Holstenkamp an das Zwangsarbeiterlager Wiesenkamp erinnert.

„Woran erkennt man einen Neonazi?“ Dieser und anderen Fragen geht am 12. März ein Fachmann in seinem Vortrag „Codes und Symbole des Rechtsextremismus“ um 19 Uhr im Bürgerhaus nach. Am 14. März startet direkt vor dem umstrittenen Thor- Steinar-Laden um 17 Uhr das 3. Internationale Schachturnier unter dem Motto „Schachmatt den Nazis“. Dort geht es auch am 15. März um 13 Uhr weiter mit einem bunten Aktionstag vor dem Geschäft mit Konzert, Breakdance, Poetry-Slam und kulinarischen Genüssen. Wer nicht satt wird, kann am 16. März um 11 Uhr zum Interkulturellen Frühstück in die Glinder Moschee kommen, Gastgeber ist die Islamische Gemeinde Glinde.

Esther Bejarano ist heute 89 Jahre alt und musste unter den Nazis in das Konzentrationslager Auschwitz. Am 19. März spricht sie von 12 bis 14 Uhr in der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule über diese Zeit und ihre Erinnerungen. Am 21. März heißt es ab 19 Uhr in der Begegnungsstätte Spinosa in Glinde „Beats gegen Rechts“ mit drei verschiedenen Musik-Gruppen.

Amon Göth war Lagerkommandant in einem KZ. Seine Enkelin Jennifer Teege hat sich mit ihrer Familien- Geschichte auseinander gesetzt und liest am 22. März um 19 Uhr in der Johannes-Kirche aus ihrem Buch „Amon — mein Großvater hätte mich umgebracht.“

Zum Abschluss der Aktionswache gibt es am 23. März von 11 bis 13 Uhr eine Abschlusskundgebung auf dem Glinder Marktplatz. Weiterhin werden die täglichen Mahnwachen durch Glockengeläut an- und abgekündigt, alle Fußballspiele des TSV Glinde stehen unter dem Motto „Wir stehen auf — kein Platz für Rassismus auf unseren Plätzen“, die Plakataktion „Gedankensprünge“ begleitet die Aktionswoche, und es gibt eine digitale Menschenkette.

Ministerpräsident Torsten Albig hat die Schirmherrschaft für die Glinder Aktionswochen übernommen.

Eine Stadt engagiert sich
Hinter der Aktionswoche stehen die IG Stolperschwelle, Bürgermeister und Bürger von Glinde, die Vereinigung Laut gegen Nazis, das Parteienbündnis Glinde und die Bürgerinitiative Glinde.
Auch die Kirche und die Schulen unterstützen die Aktionswoche.



• Mehr unter www.notonsberg.de.

Bettina Albrod

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