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Stormarn Goldener Abschied für Henning Görtz
Lokales Stormarn Goldener Abschied für Henning Görtz
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21:13 21.04.2016
Judith Bange überreicht als Gräfin Mirizlava ein Säckchen mit Goldstücken an Dr. Henning Görtz. Quelle: Albrod

. Einen Beutel Golddukaten für das Stadtsäckel gab es am Mittwoch für Bargteheides scheidenden Bürgermeister Dr. Henning Görtz (CDU), dabei hat das Stadtsäckel das gar nicht nötig: Görtz tauscht sein Amt als Bürgermeister der schuldenfreien Stadt Bargteheide von Sonntag an gegen das Amt des Landrats im ebenfalls schuldenfreien Kreis Stormarn ein. Vertreter aus Politik und Verwaltung waren im Ratssaal in Bargteheide zusammengekommen, um Görtz als Bürgermeister zu verabschieden. Siebeneinhalb Jahre war er im Amt — seine Weggefährten sehen ihn nur ungern gehen.

„Der Wechsel gefällt der Verwaltung nicht, aber wir sind stolz, dass der Chef der neue Landrat wird“, sagte Herbert Sczech, büroleitender Beamter in Bargteheide. Görtz habe sich seit mehr als 30 Jahren in verschiedenen Gremien kommunalpolitisch engagiert und in seiner Amtszeit Vereine, Verbände und Institutionen in der Stadt stets mit eingebunden. 2008 war er erstmals zum Bürgermeister gewählt, 2014 mit großer Mehrheit wiedergewählt worden. Gerechtigkeit, Fairness und der Wille, der Gemeinschaft zu dienen, hätten Görtz ausgezeichnet, sagte Sczech weiter. „Er hat lebendige Bürgernähe praktiziert und in Bargteheide immer Ansehen genossen.“ Zum Abschied überreichte er dem scheidenden Verwaltungschef den Stadtfederhalter.

„Ich bin mit Leib und Seele Bürgermeister gewesen“, erklärte Görtz, der 1966 in Bargteheide geboren wurde und hier aufgewachsen ist. Nach dem Abitur studierte Görtz Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg und promovierte 2000 an der Universität Potsdam zum Thema „Technologiepolitik in strukturschwachen Regionen — eine Studie am Beispiel des Landes Brandenburg“. 1998 bis 2005 arbeitete Görtz als Sprecher von Peter Harry Carstensen (CDU), ehe er Leiter des Stabsbereiches im Finanzministerium des Landes Schleswig-Holstein unter Rainer Wiegard wurde. 2008 wurde Görtz als Bürgermeister von Bargteheide gewählt und trat die Nachfolge von Werner Mitsch an, der nicht mehr kandidierte. Am Sonntag wird er Klaus Plöger als Landrat ablösen.

„Ich habe immer versucht, überparteilich zu handeln“, erklärte Görtz. Er denke, dass er seinen Teil zu der erfolgreichen Entwicklung Bargteheides beigetragen habe. Zu seiner Wiederwahl im Jahr 2014 war er ohne Gegenkandidaten angetreten und sowohl von der CDU als auch von der SPD als Kandidat aufgestellt worden. In Görtz Amtszeit sind die Schulen in der Stadt erweitert und das Bargteheider Freibad aufwendig saniert worden. „Außerdem hat sich die Stiftung für Bargteheide gegründet, die aus ihren Mitteln hilft, wo das Geld fehlt“, sagte Görtz.

Das Amt des Landrats sei eine riesige Herausforderung, auf die er sich freue und das er sich aber auch zutraue. „Am Sonntag habe ich meinen ersten Termin als Landrat in Bünningstedt bei der Feuerwehr.“

Bargteheide muss wegen des Ausscheidens von Görtz am 26. Juni einen neuen Bürgermeister wählen. Bisher hat nur die CDU mit Sven Noetzel, der in der Verwaltung von Reinbek tätig ist, einen Bürgermeisterkandidaten präsentiert. Die Bewerbungsfrist für Bewerber läuft noch bis zum 9. Mai. Die Amtsgeschäfte übernimmt bis zur Vereidigung des neuen Bürgermeisters der erste Stadtrat Claus Christian Claussen (CDU). Sollte eine Stichwahl erforderlich sein, ist sie für den 10. Juli angesetzt.

Schutzpatronin

Gräfin Mirizlava stammte aus der Grafschaft Schwerin und war die Frau von Johann III., der ab 1314 über das damalige „Brektehegel“, heute Bargteheide herrschte. Ihr Konterfei schmückte ein historisches Siegel. Zur 700-Jahr-Feier Bargteheides 2014 wurde Gräfin Mirizlava als Schutzpatronin der Stadt wiederbelebt. Ihre Rolle übernahm die damals 16-jährige Judith Bange, die im Kleinen Theater Bargteheide auf der Bühne steht.

Von Bettina Albrod

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